„Älterwerden in Europa"
Filmprojekt anlässlich mehr als 30 Jahre deutsch-französischer Städtepartnerschaft.
Seit über 30 Jahren besteht die Partnerschaft von Appenweier mit der französischen Stadt Montlouis im Loiretal. Eine lange Zeitspanne. Besonders vor dem Hintergrund der Menschenbegegnungen in drei Jahrzehnten. Seit 1975 verbinden gemeinsame Begegnungen wie der alljährliche Schüleraustausch. Man trifft sich zu Festen und Feiern mit Freunden. Generationen sind seither verbunden, immer engagiert die Freundschaft fortzuführen, an jüngere weiter zu geben. Grund auch Fragen an das „Älterwerden in Europa" zu stellen. Entstanden ist ein sehr interessanter aber auch amüsanter Film.
„Die Reportage will Menschen aus drei Nationen beleuchten und zeigen wie jeweils mit dem Älterwerden umgegangen wird", so Francois Bureau, Kulturdirektor der Stadt Montlouis, Ideengeber und Initiator des Films. Die Reportage umfasst Interviews, Berichte und Darstellungen vom häuslichen Pflegedienst und das betreute Wohnen „Am Römerhof" in Appenweier, dem Altenpflegeheim „St. Martin" in Urloffen sowie Einrichtungen in Montlouis und der norditalienischen Partnerstadt von Montlouis Castelvetro nahe Modena. Bureau setzte sich mit der Reportage das Ziel die Menschen (Senioren, Pflegebedürftige, Pfleger und Heimleiter) in den Mittelpunkt zu stellen sowie Unterschiede und auch Gemeinsamkeiten der Organisationen und Einrichtungen aufzuzeigen. Die Unterschiede der Länder, Mentalitäten und Einrichtungen sieht jeder sofort. Vorurteilslos geht Bureau auf das Thema zu. Unkommentiert und ursprünglich bleiben die Eindrücke nach ca. 30 kurzweiligen Filmminuten.
Bureau interviewte Menschen, filmte Räume, Freiräume, Stimmungen und Charaktere. Kommentiert oder moderiert wird nicht. Der Film lebt von seiner Leichtigkeit durch völlig unbefangene Gespräche der Menschen in die Kamera. Völlig in den Hintergrund tritt der Reporter selbst. Der übergibt seine Rolle den Zuschauern. Bureau fragt nicht, er bezieht die Zuschauer im Saal aktiv mit in seinen Film ein. Es scheint als reden die gefilmten Menschen im Originalton direkt aus der Leinwand zu den Zuschauern. Deutsche Untertitel übersetzen. Es entsteht eine sehr lebendige, herzliche Unmittelbarkeit. In den Appenweierer Filmvorführungen im Altenpflegeheim St. Martin in Urloffen und im betreuten Wohnen im Römerhof in Appenweier war das spontan zu spüren. Der Film zeigte Resonanz, lies lachen, weckte Begeisterung.
Die jeweiligen Heimleiter erzählen von ihrer Einrichtung. Größe, Zielgruppe, Besonderheiten und Geschichten. Gezeigt werden die Einrichtungen, deren Zimmer, Gärten und die Menschen darin.
Da feixt eine bestimmt 80jährige temperamentvolle Italienerin „Ich fühle mich wie 20". Die Pflegekraft an ihrer Seite lacht laut und meint nur sie habe eine spezielle Anwendung erhalten und sei nicht mehr zu bremsen. Stolz und charmant sitzen die Damen auf der Gartenbank, sonnen sich mit chiquen Brillen und unterhalten sich heiter.
Da sitzt in einem lichtdurchfluteten, modernen Raum eine Dame am Tisch. Erst durch das Nähern fällt auf, dass die Seniorin auf einer Computertastatur tippt. „Es war Wunsch unserer Bewohner den Internetzugang zu schaffen. Heute hat fast jeder sein eigenes Laptop", bemerkt die Stimme des französischen Heimleiters am Rande.
Pflegekräfte plaudern über ihren Tagesablauf als seien sie Vertraute. Geselliges Singen, Spielen und Training zeigt der Film genauso wie die Menschen in ihren privaten Bereichen