10.03.2006
Öl statt Pellets für Schule und Halle
Nicht nur die Kosten ließen Mitglieder des Urloffener Rates für herkömmliche Feuerung votieren
 

Einstimmig abgelehnt hat Urloffens Ortschaftsrat eine Pelletbefeuerungsanlage für die Schauenburghalle und
-schule sowie Kindergarten und alte Schule (Schulstraße 17). Auch künftig soll in diesen öffentlichen Gebäuden mit Öl geheizt werden.

Von: Fritz Bierer

Appenweier-Urloffen. Die Heizungsanlagen in der Schauenburgschule sowie Schauenburghalle, Kindergarten und alte Schule im Ortsteil Urloffen müssen saniert werden. Schon im Dezember 2005 ließ sich der Ortschaftsrat mehrere Heizungsvarianten vorstellen. Damals erwiesen sich Öl- und Pelletbefeuerung als die kostengünstigsten Lösungen.

Am Mittwochabend präsentierten Ortsvorsteher Siegfried Spengler und Bauamtsleiter Uli Brudy dem Gremium eine Wirtschaftslichkeitsberechnung. Maßstab war der Ölbezug der Jahre 2001 bis 2004. Laut Brudy wurden im Schnitt rund 46 000 Liter Heizöl pro Jahr verbraucht. Dies entspricht einem Pelletsverbrauch von rund 91.500 Tonnen pro Jahr.

Aktueller Preisspiegel
Der Bauamtschef legte dann bei seinen weiteren Rechenbeispielen den aktuellen Preisspiegel zugrunde. Demnach würde die Gemeinde bei einer Pelletbefeuerung rund 13 000 Euro pro Jahr sparen.

Anders sieht es allerdings bei der Installation der Anlagen aus. Obwohl die Gemeinde bei einer Pelletheizung einen Zuschuss von rund 56 000 Euro bekäme, würden die Baukosten für ein Blockheizkraftwerk immer noch 243 000 Euro betragen. Im Etat 2006 stehen für die Sanierung der Heizungen aber nur 72 000 Euro bereit. Die Gemeinde müsste rund 171 000 Euro nachfinanzieren. Allerdings könnte sich die Pelletheizungsanlage durch die eingesparten Energiekosten nach 13 Jahren amortisieren, informierte Uli Brudy.

Wesentlich billiger ist die Variante mit dem Austausch der vier vorhandenen Ölkessel – 108 000 Euro rechnete Uli Brudy den Mitgliedern des Gremiums vor. Der Kesseltausch im Schauenburg-Kindergarten sei jedoch noch nicht akut (18 000 Euro) und könnte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Aufhorchen ließ dann Brudys Information, dass bei einer Umsetzung der Variante Pelletanlage ohne einen Ölreservekessel das Ausfallrisiko höher sei als bei einer reinen Ölheizung.
Ferner sei der Personalbedarf wesentlich intensiver (Reinigung der Kessel, Entsorgung der Asche und Überwachung der Anlage) als bei einer Ölheizung.

Dies wurde dann auch von Bürgermeister Hansjürgen Stein bestätigt, der die folgende Diskussion aufmerksam verfolgte. »Wir haben bei der Pelletanlage in der Schwarzwaldhalle und -schule in Appenweier den höheren Personalaufwand unterschätzt.«
Eine mangelnde Effektivität erkannte Edmund Späth bei Pelletheizanlagen. »Niemand hat uns erklärt, wie eine Pelletheizung am besten angewendet werden kann«. Anita Hermann fehlten Erfahrungswerte, deshalb plädierte sie für herkömmliche Ölbefeuerung und Ina Wörner erkannte noch weit höhere Kostenunterschiede, weil man zur absoluten Sicherheit noch einen zusätzlichen Ölkessel betreiben müsste.

Sieben Jahre Geschäfte?
Nur Benno Leible machte eine andere Rechnung auf: »Die alten Ölkessel haben 30 Jahre gehalten, wenn der Pelletkessel 20 Jahre reibunslos funktioniert, dann machen wir rund sieben Jahre ein Geschäft – das wären nach Brudys Rechnung insgesamt 91 000 Euro.« Allerdings votierte dann auch Leible für Ölheizkessel.


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