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Einstimmig abgelehnt hat Urloffens Ortschaftsrat eine
Pelletbefeuerungsanlage für die Schauenburghalle und
-schule sowie Kindergarten und alte Schule (Schulstraße 17). Auch
künftig soll in diesen öffentlichen Gebäuden mit Öl geheizt werden.
Von: Fritz Bierer
Appenweier-Urloffen. Die Heizungsanlagen in der Schauenburgschule
sowie Schauenburghalle, Kindergarten und alte Schule im Ortsteil
Urloffen müssen saniert werden. Schon im Dezember 2005 ließ sich der
Ortschaftsrat mehrere Heizungsvarianten vorstellen. Damals erwiesen
sich Öl- und Pelletbefeuerung als die kostengünstigsten Lösungen.
Am Mittwochabend präsentierten Ortsvorsteher Siegfried Spengler
und Bauamtsleiter Uli Brudy dem Gremium eine
Wirtschaftslichkeitsberechnung. Maßstab war der Ölbezug der Jahre
2001 bis 2004. Laut Brudy wurden im Schnitt rund 46 000 Liter Heizöl
pro Jahr verbraucht. Dies entspricht einem Pelletsverbrauch von rund
91.500 Tonnen pro Jahr.
Aktueller Preisspiegel
Der Bauamtschef legte dann bei seinen weiteren Rechenbeispielen den
aktuellen Preisspiegel zugrunde. Demnach würde die Gemeinde bei
einer Pelletbefeuerung rund 13 000 Euro pro Jahr sparen.
Anders sieht es allerdings bei der Installation der Anlagen aus.
Obwohl die Gemeinde bei einer Pelletheizung einen Zuschuss von rund
56 000 Euro bekäme, würden die Baukosten für ein Blockheizkraftwerk
immer noch 243 000 Euro betragen. Im Etat 2006 stehen für die
Sanierung der Heizungen aber nur 72 000 Euro bereit. Die Gemeinde
müsste rund 171 000 Euro nachfinanzieren. Allerdings könnte sich die
Pelletheizungsanlage durch die eingesparten Energiekosten nach 13
Jahren amortisieren, informierte Uli Brudy.
Wesentlich billiger ist die Variante mit dem Austausch der vier
vorhandenen Ölkessel – 108 000 Euro rechnete Uli Brudy den
Mitgliedern des Gremiums vor. Der Kesseltausch im
Schauenburg-Kindergarten sei jedoch noch nicht akut (18 000 Euro)
und könnte zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen.
Aufhorchen ließ dann Brudys Information, dass bei einer Umsetzung
der Variante Pelletanlage ohne einen Ölreservekessel das
Ausfallrisiko höher sei als bei einer reinen Ölheizung.
Ferner sei der Personalbedarf wesentlich intensiver (Reinigung der
Kessel, Entsorgung der Asche und Überwachung der Anlage) als bei
einer Ölheizung.
Dies wurde dann auch von Bürgermeister Hansjürgen Stein
bestätigt, der die folgende Diskussion aufmerksam verfolgte. »Wir
haben bei der Pelletanlage in der Schwarzwaldhalle und -schule in
Appenweier den höheren Personalaufwand unterschätzt.«
Eine mangelnde Effektivität erkannte Edmund Späth bei
Pelletheizanlagen. »Niemand hat uns erklärt, wie eine Pelletheizung
am besten angewendet werden kann«. Anita Hermann fehlten
Erfahrungswerte, deshalb plädierte sie für herkömmliche Ölbefeuerung
und Ina Wörner erkannte noch weit höhere Kostenunterschiede, weil
man zur absoluten Sicherheit noch einen zusätzlichen Ölkessel
betreiben müsste.
Sieben Jahre Geschäfte?
Nur Benno Leible machte eine andere Rechnung auf: »Die alten
Ölkessel haben 30 Jahre gehalten, wenn der Pelletkessel 20 Jahre
reibunslos funktioniert, dann machen wir rund sieben Jahre ein
Geschäft – das wären nach Brudys Rechnung insgesamt 91 000 Euro.«
Allerdings votierte dann auch Leible für Ölheizkessel. |