09.05.2006
Unverzichtbarer Teil der Gemeinde
Männergesangverein 1861 Appenweier feierte sein 145-jähriges Bestehen / Stimmungsvolles Programm
 

Auf sein 145-jähriges Bestehen blickte der Männergesangverein 1861 Appenweier am Wochenende zurück. Den Auftakt der Feiern bildete am Samstagabend ein Festbankett in der Schwarzwaldhalle.

Von: Peter Meier

Appenweier. »Singen ist Leben, Singen ist Freude«, der musikalische Auftakt des MGV 1861 Appenweier unter Leitung von Robert Helm bildete das Motto des Festbanketts. Der Vorsitzende Siegfried Gumpp ging auf die lange Geschichte des Vereins ein, dessen Anfänge bis in die Freiheitsbewegung 1848 zurückreichen. Patenverein bei der Gründung 1861 war der Gesangverein Urloffen, Ursprung der Singgemeinschaft.

»Mit der Feier des 145-jährigen Bestehens wollen wir ein Zeichen setzen«, so Gumpp, der die Bedeutung der Chorgemeinde in einer Gemeinde aufzeigte. Mit Bedauern blickte er auf Nachwuchsprobleme in fast allen Chören. Einen Grund dafür sah er darin, dass in Schulen und Familien nicht mehr so gesungen werde wie früher. Deshalb appellierte er zu singen – in der Familie, im Freundeskreis, im Chor.

Nach stimmungsvollen Liedern der Gastgeber überbrachte Bürgermeister Hansjürgen Stein Glückwünsche: »Ganze Generationen von Sängern haben mit Hilfe von Freunden und Gönnern dem MGV die Treue gehalten, auch in schweren Zeiten.« In all den Jahren wurden gesellschaftliche Werte, musikalische Kunst und Kultur gepflegt, äußeren Einflüssen widerstanden, eine unverwechselbare Identität des MGV erreicht. Insofern sei der Verein zum Symbol für Heimat und unverzichtbaren Teil der Gemeinde geworden. Stein wünschte, dass das Erbe an weitere Generationen übergeben werden könne und überreichte Gumpp eine Notenspende.

»Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an«, so Karin Basler (Lautenbach), Bezirksvorsitzende der Renchtalgruppe. Chorgesang habe viel mit Traditionspflege zu tun, das kulturelle Leben in den Gemeinden werde entscheidend vom Wirken seiner Vereine geprägt. Gerade die Gesangvereine tragen mit ihrem musikalischen Können und ihrem Idealismus dazu bei, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl gefördert und gestärkt wird.

Hamburger Tracht
Eine besondere Überraschung hatte Helmut Stegmüller, Leiter des Shanty-Chors »Windrose« (Hamburg). Mit Karlheinz Neste in der Tracht des Hamburger Wasserträgers und Originals »Hummel Hummel« überreichte er eine Knotentafel und Urkunde.

Durch das Programm des abwechslungsreichen Liederabends führte Egon Meiswinkel. Den Auftakt machte der Gesangverein »Eintracht« Nesselried, der unter Dirigent Max Gundrich Werke von Mozart zum Vortrag brachte. Auch der Arbeiter-Gesangverein Freistett unter Dirigent Laurent Charenton und als Patenverein die Singgemeinschaft Urloffen unter Dirigent Manfred Jastrow trugen mit eindrucksvollen Liedvorträgen zum Gelingen des Abends bei.

Nach der Pause trat der Mandolinenverein Appenweier unter anderem mit einem Medley russischer Volksweisen (Titel: »Wo die Balaleika klingt«) auf. Stilvoll mit einer Schiffsglocke eingeläutet wurde der Auftritt des Shanty-Chors »Windrose«. Neben »Shanandoah« und »Endlos sind die Meere« erklang aus 30 Männerkehlen unter der Begleitung von vier Akkordeons auch das Lieblingslied der meisten Seefahrer: »Rolling Home.« Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzten gemeinsame Vorträge der Appenweierer und Hamburger. Die Besucher sangen bei »Jenseits des Tales« ebenso begeistert mit, wie bei »Der Tag war schön« und natürlich beim abschließenden Badnerlied.


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