|
Auf sein 145-jähriges Bestehen blickte der
Männergesangverein 1861 Appenweier am Wochenende zurück. Den Auftakt
der Feiern bildete am Samstagabend ein Festbankett in der
Schwarzwaldhalle.
Von: Peter Meier
Appenweier. »Singen ist Leben, Singen ist Freude«, der
musikalische Auftakt des MGV 1861 Appenweier unter Leitung von
Robert Helm bildete das Motto des Festbanketts. Der Vorsitzende
Siegfried Gumpp ging auf die lange Geschichte des Vereins ein,
dessen Anfänge bis in die Freiheitsbewegung 1848 zurückreichen.
Patenverein bei der Gründung 1861 war der Gesangverein Urloffen,
Ursprung der Singgemeinschaft.
»Mit der Feier des 145-jährigen Bestehens wollen wir ein Zeichen
setzen«, so Gumpp, der die Bedeutung der Chorgemeinde in einer
Gemeinde aufzeigte. Mit Bedauern blickte er auf Nachwuchsprobleme in
fast allen Chören. Einen Grund dafür sah er darin, dass in Schulen
und Familien nicht mehr so gesungen werde wie früher. Deshalb
appellierte er zu singen – in der Familie, im Freundeskreis, im
Chor.
Nach stimmungsvollen Liedern der Gastgeber überbrachte
Bürgermeister Hansjürgen Stein Glückwünsche: »Ganze Generationen von
Sängern haben mit Hilfe von Freunden und Gönnern dem MGV die Treue
gehalten, auch in schweren Zeiten.« In all den Jahren wurden
gesellschaftliche Werte, musikalische Kunst und Kultur gepflegt,
äußeren Einflüssen widerstanden, eine unverwechselbare Identität des
MGV erreicht. Insofern sei der Verein zum Symbol für Heimat und
unverzichtbaren Teil der Gemeinde geworden. Stein wünschte, dass das
Erbe an weitere Generationen übergeben werden könne und überreichte
Gumpp eine Notenspende.
»Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an«, so Karin Basler
(Lautenbach), Bezirksvorsitzende der Renchtalgruppe. Chorgesang habe
viel mit Traditionspflege zu tun, das kulturelle Leben in den
Gemeinden werde entscheidend vom Wirken seiner Vereine geprägt.
Gerade die Gesangvereine tragen mit ihrem musikalischen Können und
ihrem Idealismus dazu bei, dass das Zusammengehörigkeitsgefühl
gefördert und gestärkt wird.
Hamburger Tracht
Eine besondere Überraschung hatte Helmut Stegmüller, Leiter des
Shanty-Chors »Windrose« (Hamburg). Mit Karlheinz Neste in der Tracht
des Hamburger Wasserträgers und Originals »Hummel Hummel«
überreichte er eine Knotentafel und Urkunde.
Durch das Programm des abwechslungsreichen Liederabends führte
Egon Meiswinkel. Den Auftakt machte der Gesangverein »Eintracht«
Nesselried, der unter Dirigent Max Gundrich Werke von Mozart zum
Vortrag brachte. Auch der Arbeiter-Gesangverein Freistett unter
Dirigent Laurent Charenton und als Patenverein die Singgemeinschaft
Urloffen unter Dirigent Manfred Jastrow trugen mit eindrucksvollen
Liedvorträgen zum Gelingen des Abends bei.
Nach der Pause trat der Mandolinenverein Appenweier unter anderem
mit einem Medley russischer Volksweisen (Titel: »Wo die Balaleika
klingt«) auf. Stilvoll mit einer Schiffsglocke eingeläutet wurde der
Auftritt des Shanty-Chors »Windrose«. Neben »Shanandoah« und »Endlos
sind die Meere« erklang aus 30 Männerkehlen unter der Begleitung von
vier Akkordeons auch das Lieblingslied der meisten Seefahrer:
»Rolling Home.« Den stimmungsvollen Schlusspunkt setzten gemeinsame
Vorträge der Appenweierer und Hamburger. Die Besucher sangen bei
»Jenseits des Tales« ebenso begeistert mit, wie bei »Der Tag war
schön« und natürlich beim abschließenden Badnerlied. |