29.08.2005
»Partnerschaft ist eine Erfolgsgeschichte«
Festakt in der Urloffener Athletenhalle


Ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin ging dem Festakt aus Anlass der 30-jährigen Partnerschaft zwischen Appenweier und Montlouis in der Urloffener Athletenhalle voraus. Die Erneuerung der Jumelage wurde durch die Unterschrift der beiden Bürgermeister besiegelt.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier-Urloffen (lö). Gemeinsam spielten die Musikkapellen aus Montlouis und Urloffen unter Leitung von Helmut Walter die Europahymne. 400 Bürger aus Frankreich und Appenweier hatten sich zum Festakt eingefunden. »Am 16. Februar 1975 reichten sich Pierre Sebile und Günter Kaufmann die Hände zu einem Brückenschlag, der das grenzüberschreitende Leben in den folgenden drei Jahrzehnten bestimmte«, erinnerte Appenweiers Gemeindeoberhaupt Hansjürgen Stein. Es gebe Botschafter ehrenhalber, die sich um die Verbrüderung verdient gemacht haben.

Der Appenweierer Schultes erinnerte an die Eheleute Albertini, von denen die Initialzündung ausgegangen war.

»Es war eine erfolgreiche Mission mit beständigem Engagement und gastfreundschaftlichen Begegnungen zwischen Schülern, Senioren, Sportlern und Künstlern beider Städte, zwischen den unterschiedlichsten Vereinen und auch zwischen den Politikern. »

Die Pionierarbeit der Männer und Frauen der ersten Stunde sei eine Verpflichtung, betonte Stein und unterstrich, dass insbesondere den Jugendlichen auch künftig ermöglicht werden sollte, in persönlichen Begegnungen viel voneinander zu erfahren. »Unsere Partnerschaft ist eine Erfolgsgeschichte«, schloss Stein seine Ansprache.

Jean-Jacques Filleul, Bürgermeister von Montlouis, gab sich europäisch. Durch zahlreiche Begegnungen der Menschen seien sich die Städte und Länder näher gekommen. »Wir fühlen uns zunehmend als Europäer«, betonte das Ortsoberhaupt von der Loire. Europa bleibe eines der großen Abenteuer, das Enthusiasmus erfordere. Es gelte nun, Europa weiter auszubauen. Daran dürfe auch die Ablehnung der EU-Verfassung durch die französische Bevölkerung und anderer Länder nicht hindern. Vielmehr sollte das Votum zu Überlegungen dienen, so Filleul, wie die Menschen noch besser eingebunden werden können. Die deutsch-französischen Beziehungen seien jedenfalls von unschätzbarem Wert, und deshalb müsse den Städtepartnerschaften noch mehr Bedeutung beigemessen werden.

Dass schlimme Ereignisse der Vergangenheit angehören, dazu hätten Städtepartnerschaften beigetragen. Das zwanglose Miteinander fördere mehr Humanismus. »Es lebe die Jumelage, es lebe Appenweier, es lebe Montlouis«. Mit diesem nachdrücklichen Wunsch überreichte Jean-Jacques Filleul ein Präsent aus der Partnerstadt. Eine Glasplastik, hergestellt von einem international anerkannten Künstler aus der Touraine, soll an das Jubiläum erinnern, soll aber auch Europa als Zukunftsprojekt dokumentieren.

Vor dem Abspielen der Nationalhymnen wurde die Partnerschaft durch Unterzeichnung neuer Urkunden erneuert. Die Feierstunde wurde gleichermaßen durch die Musikvereine Urloffen und Montlouis musikalisch gestaltet, der Fanfarenzug Urloffen hatte den Zug von der Kirche zur Athletenhalle angeführt.


zurück