|
Ein gemeinsamer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Martin ging dem Festakt
aus Anlass der 30-jährigen Partnerschaft zwischen Appenweier und Montlouis
in der Urloffener Athletenhalle voraus. Die Erneuerung der Jumelage wurde
durch die Unterschrift der beiden Bürgermeister besiegelt.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier-Urloffen (lö). Gemeinsam spielten die Musikkapellen aus
Montlouis und Urloffen unter Leitung von Helmut Walter die Europahymne. 400
Bürger aus Frankreich und Appenweier hatten sich zum Festakt eingefunden.
»Am 16. Februar 1975 reichten sich Pierre Sebile und Günter Kaufmann die
Hände zu einem Brückenschlag, der das grenzüberschreitende Leben in den
folgenden drei Jahrzehnten bestimmte«, erinnerte Appenweiers
Gemeindeoberhaupt Hansjürgen Stein. Es gebe Botschafter ehrenhalber, die
sich um die Verbrüderung verdient gemacht haben.
Der Appenweierer Schultes erinnerte an die Eheleute Albertini, von denen
die Initialzündung ausgegangen war.
»Es war eine erfolgreiche Mission mit beständigem Engagement und
gastfreundschaftlichen Begegnungen zwischen Schülern, Senioren, Sportlern
und Künstlern beider Städte, zwischen den unterschiedlichsten Vereinen und
auch zwischen den Politikern. »
Die Pionierarbeit der Männer und Frauen der ersten Stunde sei eine
Verpflichtung, betonte Stein und unterstrich, dass insbesondere den
Jugendlichen auch künftig ermöglicht werden sollte, in persönlichen
Begegnungen viel voneinander zu erfahren. »Unsere Partnerschaft ist eine
Erfolgsgeschichte«, schloss Stein seine Ansprache.
Jean-Jacques Filleul, Bürgermeister von Montlouis, gab sich europäisch.
Durch zahlreiche Begegnungen der Menschen seien sich die Städte und Länder
näher gekommen. »Wir fühlen uns zunehmend als Europäer«, betonte das
Ortsoberhaupt von der Loire. Europa bleibe eines der großen Abenteuer, das
Enthusiasmus erfordere. Es gelte nun, Europa weiter auszubauen. Daran dürfe
auch die Ablehnung der EU-Verfassung durch die französische Bevölkerung und
anderer Länder nicht hindern. Vielmehr sollte das Votum zu Überlegungen
dienen, so Filleul, wie die Menschen noch besser eingebunden werden können.
Die deutsch-französischen Beziehungen seien jedenfalls von unschätzbarem
Wert, und deshalb müsse den Städtepartnerschaften noch mehr Bedeutung
beigemessen werden.
Dass schlimme Ereignisse der Vergangenheit angehören, dazu hätten
Städtepartnerschaften beigetragen. Das zwanglose Miteinander fördere mehr
Humanismus. »Es lebe die Jumelage, es lebe Appenweier, es lebe Montlouis«.
Mit diesem nachdrücklichen Wunsch überreichte Jean-Jacques Filleul ein
Präsent aus der Partnerstadt. Eine Glasplastik, hergestellt von einem
international anerkannten Künstler aus der Touraine, soll an das Jubiläum
erinnern, soll aber auch Europa als Zukunftsprojekt dokumentieren.
Vor dem Abspielen der Nationalhymnen wurde die Partnerschaft durch
Unterzeichnung neuer Urkunden erneuert. Die Feierstunde wurde gleichermaßen
durch die Musikvereine Urloffen und Montlouis musikalisch gestaltet, der
Fanfarenzug Urloffen hatte den Zug von der Kirche zur Athletenhalle
angeführt. |