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Bürgermeister Hansjürgen Stein und Ortsvorsteher Klaus Sauer stellten aus
Anlass des 15. Geburtstages der Rebstockhalle deren Bedeutung für Nesselried
in den Mittelpunkt ihrer Grußworte, während Vereinssprecher Ottmar Brudy
auch kritische Töne anschlug.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier-Nesselried. »Die Gemeinde stellt mit der
Rebstockhalle Räumlichkeiten zur Verfügung, die Vereine anmieten können«,
dankte Ottmar Brudy, der Sprecher der örtlichen Vereine. Von der Gemeinde
würde das Personal bezahlt und die Belegungswünsche koordiniert. Dafür
dankte Brudy Bernhard Vollmer, Rita Meel und Waltraud Schmid, die bei Bedarf
auch außerhalb der Dienstzeiten zur Verfügung stehen. »Auf diese drei
Personen können sich die Vereine verlassen, wenn mal etwas fehlt«, lobte
Brudy. Mit der Bitte, auch künftig unbürokratisch da zu sein, überreichte er
Sekt.
Ottmar Brudy empfand es dann auch als seine Pflicht, etwas anzusprechen, das
mit den Regisseuren der Veranstaltung – Ortsverwaltung und Ortschaftsrat –
nicht abgestimmt war: »Wir haben seit ein paar Wochen einen neuen
Ortsvorsteher, Klaus Sauer ist im Amt«, so Brudy. »Von Seiten der Vereine
bedauern wir, dass das neue Ortsoberhaupt ohne Sang und Klang ins Rennen
geschickt wurde. Es gab keine offizielle Amtseinführung.« Mit den Worten
»Klaus, wir von den Vereinen, wünschen uns eine gute Zusammenarbeit und
rechnen mit deiner Unterstützung« überreichte ihm Ottmar Brudy eine Flasche
Sekt.
Genauso »klanglos« ging aber auch die 29-jährige Ära von Berthold Vollmer
als Ortsvorsteher zu Ende. »Für mich unverständlich, wie man ein neues Buch
aufschlagen kann, ohne das alte zu schließen«, bedauerte Brudy. Das Ende der
Ära Vollmer sei zwar mit einigen Problemen belastet gewesen. »Dieser Umstand
mag die Situation erklären, aber nicht entschuldigen«, monierte der
Vereinsvertreter. Es entspräche dem Selbstverständnis und der Kultur der
Nesselrieder Vereine, dass diese trotz allem nicht verkennen, was Berthold
Vollmer in seiner Zeit als Ortsvorsteher für alle Vereine geleistet hat,
meinte Brudy und übereichte Vollmer ein Präsent.
Geburtstagsfeier
»Wenn auch die Schwangerschaft sehr lange dauerte und die Geburtswehen
teilweise heftig waren, das Kind Rebstockhalle, auf das sich alle
Nesselrieder freuten, war und ist ein Prachtexemplar«, äußerte sich
Ortsvorsteher Klaus Sauer über das gelungene Werk. Er erinnerte an den 27.
Oktober 1989, an dem die Rebstockhalle in einem feierlichen Festakt der
Bevölkerung übergeben worden war. Ein lang gehegter Wunsch ging damit in
Erfüllung, wurde doch seit 1976 geplant. Viel Überzeugungsarbeit mussten
Berthold Vollmer und Otto Brudy leisten, dankte Klaus Sauer zwei Männern,
die sich (neben anderen) besonders vehement für die Realisierung der Halle
eingesetzt hatten.
Bürgermeister Hansjürgen Stein unterstrich die Bedeutung der Halle für die
Infrastruktur von Nesselried. Sie habe geholfen, die Attraktivität des
Teilortes auf ein einzigartiges Niveau zu bringen. Ein Quantensprung in der
Entwicklung des Ortes sei der Bau der Halle quasi gewesen. |