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Ein Nadelöhr ist beseitigt: Nach vier Monaten Bauzeit wurde
die ausgebaute Kreisstraße 5305 Nesselried–Ebersweier gestern
offiziell für den Verkehr freigegeben.
Von: Michael Müller
Appenweier-Nesselried/ Durbach-Ebersweier. Die Nesselrieder haben
offenbar einen ganz besonders guten »Draht« zum Ortenaukreis: Nach
dem Bau des Radwegs zwischen Appenweier und Nesselried ist der
Ausbau der Kreisstraße 5305 nach Ebersweier bereits das zweite
Großprojekt, dessen Abschluss gestern gefeiert werden konnte.
Lange hatten beide Gemeinden auf diesen Moment gewartet. Bereits
Ende der 70er Jahre war der Ausbau dieser zum Teil gefährlich engen
und unübersichtlichen Straße auf der kommunalpolitischen Agenda.
Doch erst nach 27 Jahren folgte nun die offizielle Verkehrsfreigabe.
Nicht zuletzt schwierige Grundstücksverhandlungen hatten den
Baubeginn lange verzögert. Umso erfreulicher, dass der Ausbau des
1,8 Kilometer langen Straßenstücks nun sogar noch einen Monat früher
fertig wurde als geplant, wie Appenweiers Bürgermeister Hansjürgen
Stein mit Genugtuung feststellte.
Einst enger Hohlweg
Im Zuge des Ausbaus wurde die Straße, die früher teilweise (im
Bereich der berüchtigten »hohlen Gasse« kurz vor Ebersweier) nur
3,50 Meter breit war, auf durchgehend mindestens 5,50 Meter
verbreitert; mehrere Kuppen wurden abgeflacht und zwei Kurven
entschärft. Rund eine Million Euro ließ sich der Kreis den Ausbau
kosten – und das in finanziell schwierigen Zeiten, freute sich
Landrat Klaus Brodbeck. Doch was muss, das muss: Früher seien die
Menschen oft kaum aus ihrem Geburtsort herausgekommen – »heute sind
wir alle ‘Regionalbürger’«, so Brodbeck. Die seien auf Mobilität
angewiesen – und dafür brauche man sichere und leistungsfähige
Straßen.
Klar, dass bei allen offiziellen Vertretern die Freude über das
Werk groß war. Zumal im Rahmen der Bauarbeiten auch gleich noch ein
270 Meter langer Gehweg angelegt wurde, der vom Ortsausgang
Nesselried bis zur folgenden Anhöhe verläuft. Die Kosten von 16 000
Euro trägt die Gemeinde Appenweier. Aber, meinte Ebersweiers
Ortsvorsteher Horst Zentner in Abwandlung eines alten
Sportler-Sprichworts: Nach der Einweihung ist vor dem Spatenstich.
Weitere Maßnahmen müssten folgen. So mahnte er auch den Ausbau der
Kreisstraße von Ebersweier nach Bohlsbach an. Und Nesselrieds
Ortsvorsteher Klaus Sauer bemängelte, dass man versäumt habe, einen
Radweg entlang der Kreisstraße mitzuplanen. Schon bald werde man
einen entsprechenden Antrag einreichen. Und er mahnte an, die höhere
Geschwindigkleit im Auge zu behalten, mit der die Autos nun
möglicherweise nach Nesselried hineinfahren. Notfalls müsse man mit
baulichen Maßnahmen nachlegen. |