21.07.2006
Radweg fehlt zum »Verkehrs-Glück«
Ausgebaute Kreisstraße Nesselried–Ebersweier nach vier Monaten Bauzeit für den Verkehr freigegeben
 

Ein Nadelöhr ist beseitigt: Nach vier Monaten Bauzeit wurde die ausgebaute Kreisstraße 5305 Nesselried–Ebersweier gestern offiziell für den Verkehr freigegeben.

Von: Michael Müller

Appenweier-Nesselried/ Durbach-Ebersweier. Die Nesselrieder haben offenbar einen ganz besonders guten »Draht« zum Ortenaukreis: Nach dem Bau des Radwegs zwischen Appenweier und Nesselried ist der Ausbau der Kreisstraße 5305 nach Ebersweier bereits das zweite Großprojekt, dessen Abschluss gestern gefeiert werden konnte.

Lange hatten beide Gemeinden auf diesen Moment gewartet. Bereits Ende der 70er Jahre war der Ausbau dieser zum Teil gefährlich engen und unübersichtlichen Straße auf der kommunalpolitischen Agenda. Doch erst nach 27 Jahren folgte nun die offizielle Verkehrsfreigabe. Nicht zuletzt schwierige Grundstücksverhandlungen hatten den Baubeginn lange verzögert. Umso erfreulicher, dass der Ausbau des 1,8 Kilometer langen Straßenstücks nun sogar noch einen Monat früher fertig wurde als geplant, wie Appenweiers Bürgermeister Hansjürgen Stein mit Genugtuung feststellte.

Einst enger Hohlweg
Im Zuge des Ausbaus wurde die Straße, die früher teilweise (im Bereich der berüchtigten »hohlen Gasse« kurz vor Ebersweier) nur 3,50 Meter breit war, auf durchgehend mindestens 5,50 Meter verbreitert; mehrere Kuppen wurden abgeflacht und zwei Kurven entschärft. Rund eine Million Euro ließ sich der Kreis den Ausbau kosten – und das in finanziell schwierigen Zeiten, freute sich Landrat Klaus Brodbeck. Doch was muss, das muss: Früher seien die Menschen oft kaum aus ihrem Geburtsort herausgekommen – »heute sind wir alle ‘Regionalbürger’«, so Brodbeck. Die seien auf Mobilität angewiesen – und dafür brauche man sichere und leistungsfähige Straßen.

Klar, dass bei allen offiziellen Vertretern die Freude über das Werk groß war. Zumal im Rahmen der Bauarbeiten auch gleich noch ein 270 Meter langer Gehweg angelegt wurde, der vom Ortsausgang Nesselried bis zur folgenden Anhöhe verläuft. Die Kosten von 16 000 Euro trägt die Gemeinde Appenweier. Aber, meinte Ebersweiers Ortsvorsteher Horst Zentner in Abwandlung eines alten Sportler-Sprichworts: Nach der Einweihung ist vor dem Spatenstich. Weitere Maßnahmen müssten folgen. So mahnte er auch den Ausbau der Kreisstraße von Ebersweier nach Bohlsbach an. Und Nesselrieds Ortsvorsteher Klaus Sauer bemängelte, dass man versäumt habe, einen Radweg entlang der Kreisstraße mitzuplanen. Schon bald werde man einen entsprechenden Antrag einreichen. Und er mahnte an, die höhere Geschwindigkleit im Auge zu behalten, mit der die Autos nun möglicherweise nach Nesselried hineinfahren. Notfalls müsse man mit baulichen Maßnahmen nachlegen.


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