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Zwei Gründe zum Feiern gab es am Freitag mitten in
Appenweier: Der neu gestaltete Festplatz vor dem Rathaus II wurde
und seiner Bestimmung übergeben und die Bronzetafeln mit dem Hinweis
auf die badische Revolution und das alte Schulhaus eingeweiht.
Von: Peter Meier
Appenweier. Bürgermeister Hansjürgen Stein erinnerte bei der
Feierstunde an die Geschichte des Schulhauses, des Polizeipostens
als ehemalige Lehrerwohnung und des alten Feuerwehrhauses, dessen
Renovierung noch bevorsteht. Der Platz zwischen diesen Gebäuden
bestand aus vielen Flicken von Asphalt, die Oberflächenentwässerung
war nicht geordnet, ebenso die Parkplatzsituation.
In einer Klausurtagung des Bezirksbeirats im Februar 2005 wurden
die Ziele für die multifunktionale künftige Nutzung des Platzes
erarbeitet. Repräsentativ und als Festplatz nutzbar sollte er sein,
die Wirkung des schönen Rathauses verstärken, zum Parken, aber auch
zum Verweilen einladen, die Zufahrten zu Polizei und DRK sollten
gewährleistet sein, so Stein.
Die Maßnahme mit einem Kostenaufwand von 297 000 Euro wurde
beschlossen, wobei ein Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm die
Finanzierung sicherte. Im September 2005 wurde mit der Baumaßnahme
begonnen, trotz der monatelangen Baupause im Winter wurde sie jetzt
abgeschlossen. »Entstanden ist in sieben Monaten reiner Bauzeit ein
multifunktionales Schmuckstück im Herzen von Appenweier«, so das
Fazit des Bürgermeisters.
Ebenfalls fertig wurden die beiden Bronzetafeln, die am Rathaus
II angebracht wurden. Zur Erinnerung an die Revolution von 1848/49
und die Beteiligung Appenweierer Bürger an der deutschen
Freiheitsbewegung wurde von Wolfgang Windisch als Wandbild
geschaffen. Es zeigt im rechten Fenster den bekannten Wortführer der
Badischen Revolution, Friedrich Hecker, der die Fahne aus dem
Fenster hält.
Auch Musiker aus Appenweier waren unter den Revoluzzern, deshalb
ist auch ein Trompeter abgebildet. »In jener Freiheitsbewegung
spielte Appenweier keine unbedeutende Rolle«, betonte Stein und
erinnerte daran, dass 64 Bürger in die Revolutionsarmee einrückten,
der in Appenweier geborene Max Werner war Kriegsminister der
Revolutionsregierung. An diese Ereignisse erinnert eine der beiden
neuen Bronzetafeln am Rathaus II. Die andere ruft die wechselhafte
Geschichte des Gebäudes in Erinnerung.
Heute sind hier Bauamt und Grundbuchamt, Männergesangverein,
Musikverein, DRK, Jugendraum »Blue Flame« und die Mitgliedergruppe
Appenweier des Historischen Vereins für Mittelbaden untergebracht.
Ein Dank galt hier vor allem Josef Grumer und Karl Maier bei ihrer
Unterstützung bei der historischen Aufarbeitung und der Formulierung
der Texte für die Tafeln.
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