18.04.2006
Multifunktionales Schmuckstück geweiht
Bronzetafeln am Rathaus II in Appenweier sollen an die Revolution von 1848/49 erinnern
 

Zwei Gründe zum Feiern gab es am Freitag mitten in Appenweier: Der neu gestaltete Festplatz vor dem Rathaus II wurde und seiner Bestimmung übergeben und die Bronzetafeln mit dem Hinweis auf die badische Revolution und das alte Schulhaus eingeweiht.

Von: Peter Meier

Appenweier. Bürgermeister Hansjürgen Stein erinnerte bei der Feierstunde an die Geschichte des Schulhauses, des Polizeipostens als ehemalige Lehrerwohnung und des alten Feuerwehrhauses, dessen Renovierung noch bevorsteht. Der Platz zwischen diesen Gebäuden bestand aus vielen Flicken von Asphalt, die Oberflächenentwässerung war nicht geordnet, ebenso die Parkplatzsituation.

In einer Klausurtagung des Bezirksbeirats im Februar 2005 wurden die Ziele für die multifunktionale künftige Nutzung des Platzes erarbeitet. Repräsentativ und als Festplatz nutzbar sollte er sein, die Wirkung des schönen Rathauses verstärken, zum Parken, aber auch zum Verweilen einladen, die Zufahrten zu Polizei und DRK sollten gewährleistet sein, so Stein.

Die Maßnahme mit einem Kostenaufwand von 297 000 Euro wurde beschlossen, wobei ein Zuschuss aus dem Landessanierungsprogramm die Finanzierung sicherte. Im September 2005 wurde mit der Baumaßnahme begonnen, trotz der monatelangen Baupause im Winter wurde sie jetzt abgeschlossen. »Entstanden ist in sieben Monaten reiner Bauzeit ein multifunktionales Schmuckstück im Herzen von Appenweier«, so das Fazit des Bürgermeisters.

Ebenfalls fertig wurden die beiden Bronzetafeln, die am Rathaus II angebracht wurden. Zur Erinnerung an die Revolution von 1848/49 und die Beteiligung Appenweierer Bürger an der deutschen Freiheitsbewegung wurde von Wolfgang Windisch als Wandbild geschaffen. Es zeigt im rechten Fenster den bekannten Wortführer der Badischen Revolution, Friedrich Hecker, der die Fahne aus dem Fenster hält.

Auch Musiker aus Appenweier waren unter den Revoluzzern, deshalb ist auch ein Trompeter abgebildet. »In jener Freiheitsbewegung spielte Appenweier keine unbedeutende Rolle«, betonte Stein und erinnerte daran, dass 64 Bürger in die Revolutionsarmee einrückten, der in Appenweier geborene Max Werner war Kriegsminister der Revolutionsregierung. An diese Ereignisse erinnert eine der beiden neuen Bronzetafeln am Rathaus II. Die andere ruft die wechselhafte Geschichte des Gebäudes in Erinnerung.

Heute sind hier Bauamt und Grundbuchamt, Männergesangverein, Musikverein, DRK, Jugendraum »Blue Flame« und die Mitgliedergruppe Appenweier des Historischen Vereins für Mittelbaden untergebracht. Ein Dank galt hier vor allem Josef Grumer und Karl Maier bei ihrer Unterstützung bei der historischen Aufarbeitung und der Formulierung der Texte für die Tafeln.


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