|
759 Hektar Fläche umfasst der Gemeindewald Appenweier, 652
Hektar davon sind Auewälder. Zufrieden zeigten sich Appenweiers
Gemeinderäte mit dem Ergebnis einer Bestandsaufnahme, zurückgestellt
wurde allerdings der Beschluss über die Planungen für die nächsten
zehn Jahre.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Ausführlich schilderte Bernhard Mettendorf, Leiter
des Forstbezirks Oberkirch (nach der jüngsten Verwaltungsreform
gehört Appenweier wieder zu Oberkirch), den Zustand der Wälder in
Appenweier. Sie seien durch Revierförster Hubert Huber sehr intensiv
gepflegt worden. Frühere Durchforstungsrückstände, wie vor 20 Jahren
üblich, seien beseitigt.
Mehr Naturverjüngung
Was in Appenweier fehle seien Verjüngungsvorräte. Auf lediglich 13
Prozent der Fläche seien solche angesiedelt. Allerdings sind diese
Flächen standortgerecht und laubbaumreich besiedelt, lobte
Mettendorf die Revierleitung. In den kommenden zehn Jahren – über
diesen Zeitraum reicht der Forsteinrichtungsplan – werden weitere 75
Hektar Verjüngungsfläche geplant, davon zehn Hektar auf Blößen. 23
Hektar davon sollen umzäunt werden, um auf Teilflächen die
Naturverjüngung zu forcieren. Mettendorf forderte eine verstärkte
Pflanzung von Eichen, die in Appenweier derzeit unterrepräsentiert
seien. Weiter forderte er, dass die Rückelinien Zug um Zug befestigt
werden sollten. Eine teuere Angelegenheit. Aber die im Auewald
vorhandenen Weichböden sollten geschützt werden. Schweres Gerät, mit
dem die gefällten Bäume aus dem Wald geholt werden, verursachen
starke Schäden am Boden.
Einen Beschluss über die künftige Nutzung des Waldes fassten die
Räte allerdings noch nicht. Ratsmitglied und Jäger Edmund Kranz
hatte den Antrag auf Vertagung des Beschlusses gestellt. Lediglich
eine Handvoll Gemeinderäte hatten an einer vorangegangenen
Waldbegehung teilgenommen, Jäger und andere mit dem Wald befasste
Personen überhaupt nicht.
Man sollte aber mehrere Meinungen einholen, ehe über die künftige
Behandlung des Waldes beschlossen wird.
Kein Interessenskonflikt
Für Bürgermeisters Hansjürgen Stein gebe es keine
Interessenkonflikte zwischen Jägern und Waldwirtschaft, deshalb
schlug er vor nach den Sommerferien eine weitere Begehung in
größerem Rahmen zu planen. Siegfried Spengler reklamierte, dass bei
der jüngsten Begehung lediglich ein Viertel der Räte anwesend war.
Für Wendelin Huschle war der angebotene Termin ungünstig, mitten
während einer arbeitsreichen Woche. Deshalb wird die nächste
Begehung an einem Samstag oder Sonntag stattfinden.
Einstimmig wurde der Bericht der Forstverwaltung vom Gemeinderat
zur Kenntnis genommen, der Beschluss über die künftige Nutzung des
Waldes allerdings vertagt. |