02.08.2006
Beschluss über Waldnutzung vertagt
Forsteinrichtung Thema im Appenweierer Gemeinderat / Vor der Abstimmung erneut Begehung
 

759 Hektar Fläche umfasst der Gemeindewald Appenweier, 652 Hektar davon sind Auewälder. Zufrieden zeigten sich Appenweiers Gemeinderäte mit dem Ergebnis einer Bestandsaufnahme, zurückgestellt wurde allerdings der Beschluss über die Planungen für die nächsten zehn Jahre.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Ausführlich schilderte Bernhard Mettendorf, Leiter des Forstbezirks Oberkirch (nach der jüngsten Verwaltungsreform gehört Appenweier wieder zu Oberkirch), den Zustand der Wälder in Appenweier. Sie seien durch Revierförster Hubert Huber sehr intensiv gepflegt worden. Frühere Durchforstungsrückstände, wie vor 20 Jahren üblich, seien beseitigt.

Mehr Naturverjüngung
Was in Appenweier fehle seien Verjüngungsvorräte. Auf lediglich 13 Prozent der Fläche seien solche angesiedelt. Allerdings sind diese Flächen standortgerecht und laubbaumreich besiedelt, lobte Mettendorf die Revierleitung. In den kommenden zehn Jahren – über diesen Zeitraum reicht der Forsteinrichtungsplan – werden weitere 75 Hektar Verjüngungsfläche geplant, davon zehn Hektar auf Blößen. 23 Hektar davon sollen umzäunt werden, um auf Teilflächen die Naturverjüngung zu forcieren. Mettendorf forderte eine verstärkte Pflanzung von Eichen, die in Appenweier derzeit unterrepräsentiert seien. Weiter forderte er, dass die Rückelinien Zug um Zug befestigt werden sollten. Eine teuere Angelegenheit. Aber die im Auewald vorhandenen Weichböden sollten geschützt werden. Schweres Gerät, mit dem die gefällten Bäume aus dem Wald geholt werden, verursachen starke Schäden am Boden.

Einen Beschluss über die künftige Nutzung des Waldes fassten die Räte allerdings noch nicht. Ratsmitglied und Jäger Edmund Kranz hatte den Antrag auf Vertagung des Beschlusses gestellt. Lediglich eine Handvoll Gemeinderäte hatten an einer vorangegangenen Waldbegehung teilgenommen, Jäger und andere mit dem Wald befasste Personen überhaupt nicht.
Man sollte aber mehrere Meinungen einholen, ehe über die künftige Behandlung des Waldes beschlossen wird.

Kein Interessenskonflikt
Für Bürgermeisters Hansjürgen Stein gebe es keine Interessenkonflikte zwischen Jägern und Waldwirtschaft, deshalb schlug er vor nach den Sommerferien eine weitere Begehung in größerem Rahmen zu planen. Siegfried Spengler reklamierte, dass bei der jüngsten Begehung lediglich ein Viertel der Räte anwesend war. Für Wendelin Huschle war der angebotene Termin ungünstig, mitten während einer arbeitsreichen Woche. Deshalb wird die nächste Begehung an einem Samstag oder Sonntag stattfinden.

Einstimmig wurde der Bericht der Forstverwaltung vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen, der Beschluss über die künftige Nutzung des Waldes allerdings vertagt.


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