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»Mit allen Wassern gewaschen« präsentierte Martin Herrmann
sein neues Programm in Appenweier. Vom Schonwaschgang bis zum
Schleuderprogramm setzte der Frauenflüsterer dabei sein
kabarettistisches Können ein – nur mit einer Gitarre und seinem
losen Mundwerk bewaffnet.
Von: Manuela Bijanfar
Appenweier. Die Frau fürs Leben hat Martin Herrmann alias »der
Frauenflüsterer« noch immer nicht gefunden, dafür aber die richtige
Lebensphilosophie: »Ich darf singen, ihr hört zu: Das liegt nur am
IQ«, stimmte er die Appenweierer am Samstagabend auf seinen
kabarettistischen und musikalischen Streifzug durch die
Eroberungsgefilde männlicher und weiblicher Konquistadoren ein.
»Der einzig richtige Partner für alle Single-Frauen bin natürlich
ich, aber ich kann sie ja nicht alle heiraten«, meinte er
selbstbewusst. Allerdings weigert er sich ohnehin standhaft, vor den
Traualtar zu treten, da sowieso 50 Prozent aller Ehen wieder
geschieden werden.
Als Patentrezept gegen Einsamkeitsgefühle empfiehlt der
Frauenflüsterer so genannte »Partnerschafts-CDs«, auf denen
Partnergeräusche simuliert werden, etwa das Geräusch eines
Staubsaugers oder das Einräumen des Geschirrspülers auf den männlich
dominierten Tonträgern. Diejenigen für die weibliche Hörerschaft
simulieren etwa Schnarchgeräusche, Hämmern sowie wahlweise das
Pinkeln im Sitzen oder im Stehen. Wem das noch nicht genügt, den
führen die Duftmarken herumliegender Socken direkt zum Herzen des
Angebeteten. Seit der Erfindung von Viagra müssen sich auch Männer
vor Unterführungen in Acht nehmen, denn: »Komm, das tut doch nicht
weh: Runter mit der Pille, Schwänzchen in die Höh!« Die
Schuldgefühle, die in einer Beziehung entstehen können, handelte der
Frauenflüsterer in drei Strophen und mit herzerweichender Stimme ab.
Nach einer kurzen Verschnaufpause für Publikum und Kabarettist
wartete Herrmann mit tiefsinnigen Haikus (japanische Gedichtform,
Anm. d. Red.) auf, etwa dem »Schamhaar im Meerschaum’« und bewies
damit, dass Haikus das »Brecheisen des Poeten« sind. In Zeiten, da
auch Frauen den Militärdienst ableisten, kann man weibliche
Panzerfahrer nur noch daran erkennen, dass sie zwar links blinken,
aber rechts abbiegen – oder umgekehrt. Das Lied vom Idealpartner,
der sich zum Pinkeln hinsetzt, seine Socken selbst wäscht und Geld
hat wie Heu wurde vom Publikum mit spontanem Applaus aufgenommen,
besonders die Pointe: »Jetzt frage ich Sie: Wozu braucht so ein Mann
denn überhaupt noch eine Frau?« Und jungen Damen, die zu viel Bauch
zeigen, empfiehlt Herrmann: »Mädchen, pass auf deine Nieren auf, es
könnten morgen meine sein.« Und auch Piercings hätten durchaus ihre
Vorteile: Mit einem speziellen Haken können so widerspenstige
Schüler dennoch zur Mitarbeit gezwungen werden. Überglücklich, dass
ihn eine junge Dame bei der Hand nimmt und mit ihm den Zebrastreifen
überquert, erfolgt auf der anderen Straßenseite die Ernüchterung:
»Ich helfe gerne älteren Leuten über die Straße.« Bei so vielen
wertvollen Tipps zur Partnerwahl kam Herrmann natürlich nicht um
eine Zugabe herum. Mit dem »Tollwutsong« und den
Tagebuchaufzeichnungen eines Sahara-Touristen verabschiedete er sich
von seinen Fans in Appenweier. |