16.12.2005
Hackschnitzel, Öl oder Pellets?
Ortschaftsrat diskutierte über Schulheizung

 

Eine lange Reihe von Tagesordnungspunkten hatte der Ortschaftsrat Urloffen in seiner – voraussichtlich – letzten Sitzung des Jahres am Mittwoch abzuarbeiten. Ein gewichtiger Brocken war zu Beginn zu erledigen. Die Konzeption einer neuen Heizung für den Schultrakt wurde debattiert.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier-Urloffen. Hansjörg Vollmer vom Ingenieurbüro Dr. Vollmer aus Oberkirch-Nußbach hatte mehrere Varianten durchgerechnet und informierte die Ratsmitglieder. Eine Entscheidung fiel nicht. Ortsvorsteher Siegfried Spengler hatte bereits bei Beginn der Aussprache darauf hingewiesen, dass finanziell so bedeutende Entscheidungen erst in aller Ruhe reifen müssen.

Drei Möglichkeiten sah der Fachmann, die marode Heizung in der Schulstraße 17 zu sanieren. Eine Zusammenfassung von altem Schulgebäude, Pavillon, Schauenburgschule und Halle. Später, wenn die Heizung des Kindergartens in die Jahre kommt, könnte auch noch der Schauenburgkindergarten mit versorgt werden.
Sonnenkollektoren

Nach Meinung Vollmers gebe es drei Möglichkeiten der Befeuerung: Mit Öl (geringe Investitionen), mit Pellet oder Hackschnitzel. Bei einem Blockheizkraftwerk würde die Gemeinde bei jeder eingespeisten Kilowattstunde drauflegen. Die Produktionskosten lägen bei kalkulierten 29 Cent/kwh, der Erlös bei 26 Cent. Auch Sonnenkollektoren zur Beheizung des Duschwassers im Sommer, wie von Anita Herrmann nachgefragt, waren für den Fachmann ökonomisch nicht machbar.

Vollmer empfahl vielmehr eine Heizzentrale für alle Gebäude in der Schauenburghalle. Zwei Brennstoffarten sollten gefahren werden, zum einen Pellets, zum anderen Öl für einen Ersatzbrennkessel.

In einem ersten Bauabschnitt, erläuterte Vollmer, könnte der Reservekessel eingebaut werden und die Fernleitung zu Pavillon und Schulstraße verlegt werden. Im zweiten Bauabschnitt würde dann die Pelletheizung realisiert und der Brennstoffsilo gebaut.
Neue Heizanlage

Die auf rund 300 000 bis 350 000 Euro geschätzten Baukosten könnten durch ein Zuschussprogramm der Landesregierung reduziert werden. Momentan sind die Gelder aber verausgabt. Im kommenden Jahr werde man sich sicher mit anderen Antragstellern nach dem Zuschuss anstellen müssen, war Vollmer überzeugt. Trotzdem, wenn der Antrag Anfang des Jahres gestellt würde, könnte bis Ende 2006 die neue Heizanlage fertig gestellt sein.

Jetzt gilt es in einer der nächsten Sitzungen zu entscheiden, wie weiterverfahren werden soll. Sollen geschätzte 154 000 Euro zur Sanierung der Ölheizung ausgegeben werden oder rund 300 000 für eine Heizung mit Pellets oder aber 360 000 Euro für eine Hackschnitzel-Heizung?

Überprüft wird auf Antrag von Karl-Heinz Moll aber auch die Möglichkeit des Contractings. Bei so hohen Investitionen könnte man sich auch den Kauf von Wärme vorstellen, sann der Renchener Gemeinderechner über Einsparmöglichkeiten nach.
Betriebsaufwand

Nach Ansicht des Planers rentiere sich diese Art des Wärmebezugs aber eher bei einer Hackschnitzelheizung, bei welcher der Betriebsaufwand wesentlich höher läge als bei einer Pellet- oder Ölheizung.


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