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Das Bazillus Thuringiensis kam gestern aus der Luft –
versprüht von einem Hubschrauber. Es soll den Raupen des
Eichenprozessionsspinners den Garaus machen.
Von: Klaus Krüger
Ortenau. Die Raupen sind höchstens fünf Zentimeter groß und ihre
Spiegelhaare nur 0,1 bis 0,25 Millimeter lang – aber doch haben es
die Eichenprozessionsspinner im Jahr 2005 geschafft, an vielen
Sportplätzen und Badeseen den Betrieb komplett lahm zu legen. Denn
ihre Haare sind gefährlich, können schwere allergische Reaktionen
auslösen. Gestern gab es einen Hubschraubereinsatz gegen die Raupen.
Besprüht wurden 45 Orte in elf Gemeinden im ganzen Ortenaukreis –
mit dem Bazillus Thuringiensis.
Der angemietete Hubschrauber flog vormittags vom Altenheimer
Sportplatz aus die Einsatzstellen in der südlichen Ortenau ab (mit
den Gemeinden Friesenheim, Kappel-Grafenhausen, Lahr, Meißenheim,
Neuried und Schwanau) und nachmittags von Achern aus nach Achern,
Appenweier, Kehl und Renchen.
Ausgetüftelt und koordiniert haben die Aktion das Amt für
Waldwirtschaft des Ortenaukreises und die Forstdirektion Freiburg –
in Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchsanstalt
Baden-Württemberg. Die elf Gemeinden lassen sich die Aktion eine
hübsche Stange Geld kosten. »Wir rechnen punktgenau aus, was jede
Gemeinde zu zahlen hat«, sagte der Einsatzleiter, Oberforstrat Armin
Jacob vom Regierungspräsidium Freiburg. Der Hektar kostet 140 Euro,
insgesamt sind es 140 Hektar.
Und doch lohnt es sich für die Auftraggeber, wie das Beispiel des
Angelvereins Lahr zeigt, der in letzter Minute noch mitmachte:
Letztes Jahr musste der ASV für drei große Eichenbäume je 600 Euro
hinblättern, bis sie frei von den Raupen waren. Die
Hubschrauberaktion wird den Verein nur 100 bis 150 Euro je Baum
kosten, rechnete Forstbezirksleiter Joachim Hass vom Landratsamt
Offenburg vor.
Den Wirkstoff Bazillus Thuringiensis versprühte der Hubschrauber
punktgenau auf die 2005 stark befallenen und heuer wieder
verdächtigen Stellen. Der Sprühnebel regnet in zehn bis 15 Metern
über den einzelstehenden Eichen herab, der Rotor des Hubschraubers
drückt den Nebel in die Krone, berichtet Jacob. Er muss dann in den
Kronen trocknen. Die Raupen fressen die Blätter und den Belag, das
Bakterium gelangt in ihren Darm und zerfrisst die Darmwand – das
Tier vertrocknet. »Das Mittel ist unschädlich für Gewässer, alle
anderen Tiere und den Menschen. Sogar für andere Insekten«,
versicherte Jacob. Hass ergänzte: Nur für Schmetterlingsraupen sei
es tödlich – dann aber für alle. »Das ist ein gewünschter
Nebeneffekt«, versicherte er. Denn es gehe so auch dem Frostspanner
an den Kragen.
Trotzdem sprühte der Helikopter nur außerhalb der Siedlungen.
Nach ein paar Tagen wird nachgeschaut. Ist alles gut getroffen, soll
Bazillus Thuringiensis gleich ein paar Jahre lang wirken.
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