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Vor der Einschulung werden die künftigen Schulanfänger im
Schauenburg-Kindergarten durch Literacy vorbereitet. Die Kinder
erweitern ihren Wortschatz durch ein Spiel. Das Buchstabenland
ermöglicht einen altersgerechten Zugang zur Schriftsprache.
Von: Michael Ackermann
Appenweier-Urloffen. Im Buchstabenland sind die 26 Buchstaben des
Alphabets als Puppen personifiziert: Die Buchstaben erleben in den
Vorlesegeschichten und Liedern allerhand Spannendes und
Abenteuerliches.
Die Idee des Buchstabenlandes entstammt von den Buchautoren
Gerhard Friedrich sowie Viola de Galgôczy. Friedrich hat am Mittwoch
in der Schwarzwaldhalle vor ca. 370 Erzieherinnen und Erziehern
sowie 180 Lehrerinnen und Lehrern in einer Informationsveranstaltung
zum Thema »Bildung von Anfang an – Früh fit« referiert.
Weiterer Lebensweg
Allem Lernen in der Schule liegt eine Schriftkultur, das heißt
Einsicht in das alphabetische Prinzip der Schriftsprache, zugrunde:
Die Schrift muss für den weiteren Lebensweg Inhalte und Bedeutung
vermitteln können.
Mit Literacy soll ein Entwicklungsvorteil von Sprach- und
Schriftkompetenz und damit auch ein guter Ausgangspunkt für den
Schulerfolg sowie die Bildungslaufbahn geschaffen werden. In allem
liegt das Erkennen von Sinn bildenden Zusammenhängen (zum Beispiel:
Buchstabe, Wort, Satz, Geschichte, Buch). Es geht auch um die aktive
Bedeutung von Sprache und der passiven von Schrift.
Bedeutung erkennen
Wie kann das gehen? Der Kindergarten greift zunächst das
alterstypische Interesse der Kinder auf und zieht die Buchstaben,
Reime, Geschichten und Bücher in den Tagesablauf im Kindergarten mit
ein. Zunächst muss das Kind lernen, die Buchstaben herauszuhören, um
die Bedeutung zu erkennen und die Unterschiede bezeichnen zu können
– wie zum Beispiel zwischen »Sonne« und »Tonne«. Jedes Kind kann
auch Bücher selbstständig nach seinem Interesse auswählen und
ausleihen. Diese werden von den Eltern dann zu Hause vorgelesen oder
erklärt. Eine praktische Anwendung üben die Erzieherinnen mit den
Kindern auch im Schreiben von Einkaufslisten. Die Erzieherinnen
lesen Geschichten vor, im Rollenspiel stellen Kinder diese nach.
Die Geschichte von »Ronja Räubertochter« wird im Juni in
Oberkirch aufgeführt, die zukünftigen Erstklässler werden das
Theaterspiel besuchen und werden vorher gut auf die Geschichte und
Handlung vorbereitet sein.
»Besonders wichtig ist es, dass die Erwachsenen, ob Eltern oder
Erzieher, den Kindern Märchen, Geschichten mit Spannung vorlesen. So
finden die Kinder selbst einen begeisterten Bezug zum Buch. Durch
die Geschichten und Bücher sind die Kinder dann sensibilisiert für
Schriftsprache«, so Kindergartenleiterin Elisabeth Schneider.
Hintergrund
Unter Literacy versteht man den Sammelbegriff für alle Erfahrungen,
die ein Kind um die Buch-, Schrift-, Erzähl- und Reimkultur machen
kann. So macht das Kind schon im Vorschulalter Erfahrungen mit dem
Objekt Buch an sich – zum Beispiel Lesen, Vorlesen, Kaufen,
Verschenken – und dem Sinn der Geschichte an sich – zum Beispiel:
Erfinden, Erzählen, Hören, Aufschreiben.
Als ganzheitlicher Ansatz wird die Hinführung zur Schriftsprache
in allen ihren Erscheinungsformen verstanden. Die 26 Buchstaben aus
der Sprache heraushören bedarf der hohen Sensibilisierung der Kinder
und ist Grundlage für das spätere Erlernen von Lesen und Schreiben
in der Schule. Weitergehend und praktisch orientiert erlernt das
Kind aber auch die meist persönlichen, emotionalen Bezüge zum Brief
als Verbindung zweier Personen durch die Schrift sowie den rein
nützlichen Bezug zu einem Notizzettel als Gedankenstütze für einen
selbst. |