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In der Sitzung des Urloffener Ortschaftsrates wurde ein
Antrag der Firma OCO H.Weber & Co. KG (Urloffen) auf Durchführung
des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und Antrag auf Erteilung einer
immissionsschutzrechtlichen Änderungsgenehmigung einer Anlage zur
Lagerung und Behandlung von Altholz auf dem ehemaligen Geba-Gelände
in Zimmern abgelehnt.
Appenweier-Urloffen. Planer Ottmar Brudy präsentierte am
Mittwochabend das Gesamtkonzept. Nachdem das ehemalige Geba-Gelände
fast geräumt ist, will die Firma Zollikofer auf dem Grundstück eine
erweiterte Altholzaufbereitung mit Lagerung vornehmen.
Bisher seien bei den Althölzern der Kategorie A I bis A III 5000
Tonnen Lagerkapazität und ein Durchsatz von 23 700 Tonnen genehmigt.
Die Mengen dieser Holzart sollen verdoppelt werden.
Bei dem problematischeren, weil belastetem A IV-Holz hingegen
soll die bisherige genehmigte Lagerkapazität von 50 Tonnen und einem
jährlichen Durchsatz von bisher 1300 Tonnen auf 4000 Tonnen
Lagerkapazität und 15 000 Tonnen Jahresdurchsatz erhöht werden. Dies
entspricht, so rechnete Ratsdame Anita Herrmann vor, einer
achtzigfachen Lagermenge und einem zwölffachen Jahresdurchsatz.
Die auf dem Betriebsgelände geschredderten Hölzer sollen nach
Auskunft des Unternehmens dann mit Lastwagen wieder abtransportiert
werden und zwar zur Verbrennung in einem Heizkraftwert in Kehl.
Eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung einer solchen Anlage
fordere von den Betreibern außergewöhnlich strenge Auflagen, wie
Brandschutz, Staubschutzgutachten und eine Berieselung des Holzes
während dem Schreddervorgang, wurde mitgeteilt. Das
Verkehrsaufkommen, so Planer Ottmar Brudy, werde im Vergleich zur
bisherigen Nutzung durch die Firma Geba keine zusätzliche Belastung
für die Bevölkerung von Zimmern darstellen. Bei der Diskussion im
Ratsgremium wurden die Information zerpflückt. Schon die Aussage
über die künftige Verkehrsbelastung konnten die Ratsmitglieder nicht
nachvollziehen. Ein Mitglied des Gremiums zählte erst vor wenigen
Tagen in nur einer Stunde 16 Fahrzeuge, die den Betrieb ansteuerten.
Staubbelastung
»Auch wenn mit einer Betriebsansiedlung neue Arbeitsplätze
geschaffen werden, sollte man nicht aus den Augen verlieren, dass
sich das Verkehrsaufkommen zusätzlich erhöhen wird und eine enorme
Staubbelastung zu erwarten ist«, so Karl-Heinz Moll. »Und dies
können wir der Bevölkerung nicht zumuten«.
Das Problem der ganzen Diskussion, so Ortsvorsteher Siegfried
Spengler, sei das belastete »A IV-Holz« und hier gelte es, den Ort
zu schützen. Auch für Anita Herrmann war die Verarbeitung der »A
IV-Hölzer« Dreh- und Angelpunkt bei der Entscheidung pro oder
dagegen. Sie sehe nicht ein, so die Ratsdame, dass belastete »A
IV-Hölzer«, wie hochgiftige Eisenbahnschwellen aus dem ganzen Land
in Zimmern verarbeitet werden sollen.
Nach der Herkunft dieser Hölzer gefragt, teilten die Beitreiber
mit, dass diese aus dem gesamten Gebiet von Karlsruhe bis Lörrach
kämen. Und genau diese Aussage war dann auch schließlich
ausschlaggebend für die Entscheidung des Gremiums, weil ein
Müll-Tourismus nach Urloffen von den Bürgervertretern nicht gewollt
ist.
Die beantragten baulichen Veränderungen sollen durchgeführt und
die Schredderhalle an ihrer vierten Seite geschlossen werden,
votierte das Gremium. Der Verdoppelung der Lagerkapazität der »A I
bis A III-Hölzer« von 5000 Tonnen auf 10 000 Tonnen und einem
jährlichen Durchsatz von künftig 50.000 Tonnen wurde bei einer
Enthaltung zugestimmt.
Schutz für Bevölkerung
Dagegen lehnte der Ortschaftsrat sowohl die beantragte
Lagerkapazität von 4000 Tonnen der belasteten »A IV-Hölzer« sowie
den jährlichen Durchsatz von 15 000 Tonnen ab. Die Anpassung dieser
Hölzer dürfe nur entsprechend der erhöhten Fehlwurfmenge aus der
Altholzkategorie A I bis A III erfolgen.
Mit diesem einstimmigen Beschluss hat das Ratsgremium
insbesondere die Bevölkerung des Ortes geschützt, gleichzeitig aber
auch der Betreiberfirma noch genügend Freiraum zur Planung gegeben.
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