12.07.2006
Trotz Klimaanlage heiße Debatte
Musikverein Urloffen siedelt in den Schulpavillon um / Schweißhalderbrücke wird erneuert
 

Im Bürgersaal des Rathauses Appenweier summte eine Klimaanlage, dennoch wurde der Ton zwischendurch hitzig, so dass zur Sachlichkeit gemahnt werden musste. Ratsherr Klemens Sauer und Kämmerer Helmut Martin waren bei der Debatte um den Neubau eines Bürgerzentrums in Urloffen aneinander geraten.

Von: Heinz Hättig

Appenweier. Die Tatsachen sind bekannt, denn es wurde schon oft darüber berichtet. Zum Abschluss der Ortssanierung in Urloffen soll die alte Schule bis auf die Grundmauern abgerissen und durch den Bau eines Bürgerzentrums ersetzt werden. Dabei rechnet man mit Baukosten von rund 2,1 Millionen Euro. Dies ist nach Ansicht von Fachleuten nicht teurer, als wenn die alte Schule saniert werden würde. Während der Narrenverein beim Abriss im Kellergeschoss bleiben könnte, müsste man einige andere Vereine, die im Gebäude eine Heimat gefunden haben, umsiedeln.

Spezielle Räume
»Das ist meist problemlos machbar, nicht aber beim Musikverein. Er braucht spezielle Räume, die auf Grund der teils schweren und unförmigen Instrumente gut zugänglich sind«, sagte Bürgermeister Hansjürgen Stein. Außerdem müssten der Brand- und Schallschutz sowie die Statik gewährleistet sein.

Im Folgenden stellte Architekt Ottmar Brudy vier Möglichkeiten zur Schaffung eines Proberaumes für den Musikverein vor. Dabei begann er mit dem Dachgeschoss der Schule, Schulstraße 17.
Den Vollausbau des Dachgeschosses hatte er auf 201 120 Euro errechnet und den Teilausbau auf 158 000 Euro. Im Bürgerzentrum käme der Proberaum sogar auf 252 200 Euro. Als weitere Möglichkeit bietet sich der Umbau des Pavillons an, ein Betonbau aus den späten 60er-Jahren, der jetzt die Bücherei »Salamander« beherbergt und noch von einer Schulklasse genutzt wird. Hier belaufen sich die geschätzten Kosten auf 97 440 Euro, wobei die Gemeinde das Material stellt und die Musiker die erforderlichen Eigenarbeiten einbringen. Allerdings muss man dann für die Bücherei wiederum einen geeigneten Raum suchen.

Joachim Haß, Vorsitzender des Musikvereins Urloffen, nahm mit einigen Vereinsmitgliedern an der Sitzung teil. Er begrüßte den Pavillon-Vorschlag, den auch der Ortschaftsrat Urloffen unter Ortsvorsteher Siegfried Spengler auf seiner Sitzung vom 7. Juni favorisiert hatte. Der Zeitablauf der Arbeiten soll mit dem Musikverein abgestimmt werden. »Im Jahr 2007 werden wir mit dem Bau des Bürgerzentrums beginnen«, gab Stein vor. Im Laufe der Debatte war es zu Wortgefechten gekommen.

Die weiteren Punkte wurden ohne größeren Diskussionsbedarf »abgearbeitet«. Der Neubau der Schweißhalderbrücke, die die baufällige Brücke über den Wannenbach ersetzt, wurde für 96 445 Euro an die Firma Falter (Rheinau) vergeben. Sie war unter sieben Firmen die billigste Bieterin gewesen. Der Brückenbau soll von Anfang September bis Anfang November erfolgen. Während dieser Zeit ist die Überfahrt gesperrt. Der Auftrag zur Druckerhöhung bei der Wasserversorgung Illental ging für 162 650 Euro an die Firma Lowara (Großostheim). Sie war unter sechs Firmen die günstigste.

Spende ist korrekt
Ein weiterer Punkt war die Annahme einer Spende der Sparkasse Offenburg/Ortenau in Höhe von 500 Euro für neue Spielgeräte im Schauenburg-Kindergarten Urloffen. Anlass ist ein »Generationswechsel« in der Geschäftsstelle Urloffen und – so die Sparkasse – die Verbundenheit mit den kleinen Sparern. Wie nicht anders zu erwarten war, akzeptierte das Ratsgremium die Spende.


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