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Im Bürgersaal des Rathauses Appenweier summte eine
Klimaanlage, dennoch wurde der Ton zwischendurch hitzig, so dass zur
Sachlichkeit gemahnt werden musste. Ratsherr Klemens Sauer und
Kämmerer Helmut Martin waren bei der Debatte um den Neubau eines
Bürgerzentrums in Urloffen aneinander geraten.
Von: Heinz Hättig
Appenweier. Die Tatsachen sind bekannt, denn es wurde schon oft
darüber berichtet. Zum Abschluss der Ortssanierung in Urloffen soll
die alte Schule bis auf die Grundmauern abgerissen und durch den Bau
eines Bürgerzentrums ersetzt werden. Dabei rechnet man mit Baukosten
von rund 2,1 Millionen Euro. Dies ist nach Ansicht von Fachleuten
nicht teurer, als wenn die alte Schule saniert werden würde. Während
der Narrenverein beim Abriss im Kellergeschoss bleiben könnte,
müsste man einige andere Vereine, die im Gebäude eine Heimat
gefunden haben, umsiedeln.
Spezielle Räume
»Das ist meist problemlos machbar, nicht aber beim Musikverein. Er
braucht spezielle Räume, die auf Grund der teils schweren und
unförmigen Instrumente gut zugänglich sind«, sagte Bürgermeister
Hansjürgen Stein. Außerdem müssten der Brand- und Schallschutz sowie
die Statik gewährleistet sein.
Im Folgenden stellte Architekt Ottmar Brudy vier Möglichkeiten
zur Schaffung eines Proberaumes für den Musikverein vor. Dabei
begann er mit dem Dachgeschoss der Schule, Schulstraße 17.
Den Vollausbau des Dachgeschosses hatte er auf 201 120 Euro
errechnet und den Teilausbau auf 158 000 Euro. Im Bürgerzentrum käme
der Proberaum sogar auf 252 200 Euro. Als weitere Möglichkeit bietet
sich der Umbau des Pavillons an, ein Betonbau aus den späten
60er-Jahren, der jetzt die Bücherei »Salamander« beherbergt und noch
von einer Schulklasse genutzt wird. Hier belaufen sich die
geschätzten Kosten auf 97 440 Euro, wobei die Gemeinde das Material
stellt und die Musiker die erforderlichen Eigenarbeiten einbringen.
Allerdings muss man dann für die Bücherei wiederum einen geeigneten
Raum suchen.
Joachim Haß, Vorsitzender des Musikvereins Urloffen, nahm mit
einigen Vereinsmitgliedern an der Sitzung teil. Er begrüßte den
Pavillon-Vorschlag, den auch der Ortschaftsrat Urloffen unter
Ortsvorsteher Siegfried Spengler auf seiner Sitzung vom 7. Juni
favorisiert hatte. Der Zeitablauf der Arbeiten soll mit dem
Musikverein abgestimmt werden. »Im Jahr 2007 werden wir mit dem Bau
des Bürgerzentrums beginnen«, gab Stein vor. Im Laufe der Debatte
war es zu Wortgefechten gekommen.
Die weiteren Punkte wurden ohne größeren Diskussionsbedarf
»abgearbeitet«. Der Neubau der Schweißhalderbrücke, die die
baufällige Brücke über den Wannenbach ersetzt, wurde für 96 445 Euro
an die Firma Falter (Rheinau) vergeben. Sie war unter sieben Firmen
die billigste Bieterin gewesen. Der Brückenbau soll von Anfang
September bis Anfang November erfolgen. Während dieser Zeit ist die
Überfahrt gesperrt. Der Auftrag zur Druckerhöhung bei der
Wasserversorgung Illental ging für 162 650 Euro an die Firma Lowara
(Großostheim). Sie war unter sechs Firmen die günstigste.
Spende ist korrekt
Ein weiterer Punkt war die Annahme einer Spende der Sparkasse
Offenburg/Ortenau in Höhe von 500 Euro für neue Spielgeräte im
Schauenburg-Kindergarten Urloffen. Anlass ist ein
»Generationswechsel« in der Geschäftsstelle Urloffen und – so die
Sparkasse – die Verbundenheit mit den kleinen Sparern. Wie nicht
anders zu erwarten war, akzeptierte das Ratsgremium die Spende. |