22.05.2006
»Rendezvous der Töne« begeisterte
Moderne Klänge standen beim Jahreskonzert des Musikvereins Appenweier im Mittelpunkt
 

»Rendezvous der Töne« – unter diesem Motto stand das Jahreskonzert des Musikvereins Appenweier. Passend zum Schauplatz, der »runderneuerten« Schwarzwaldhalle, präsentierte sich auch der Musikverein in modernem »Outfit« – zumindest musikalisch.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Blasmusik pur, abwechslungsreich und dynamisch – Dirigent Kunihiro Ochi bot mit seiner Trachtenkapelle Appenweier beim Jahreskonzert Musik auf einem Niveau, wie man es von ihr erwartet. Den Anfang machte das Jugendblasorchester. Die Jugendarbeit nimmt beim Musikverein breiten Raum ein. Der Probenfleiß der jungen Musiker – gerade auch jener, die zusätzlich im »großen« Orchester mitspielen – ist enorm – eine Tatsache, die Vorsitzender Siegfried Stettenbenz auch den »Motivationskünsten« von Kunihiro Ochi zuschrieb.

Die Jugendlichen begannen mit einem Thema aus »Spider-Man« in einer Bearbeitung von Jay Bocook. In Daniel Bukvichs »Dinosaurier« mischten sich mit Gläsern erzeugte sphärische Klänge mit Trampeln, Klatschen und dem Stampfen großer Füße. Den Jugendlichen machte die Interpretation der nicht alltäglichen Musik Spaß, die Zuhörer spendeten begeistert Beifall.

Beim »großen« Orchester standen moderne Kompositionen im Mittelpunkt. Kunihiro Ochi greift gern auf Original-Blasmusik zurück, dabei gehört die sinfonische Blasmusik zu seinen Steckenpferden. Die Bearbeitung älterer Musikstücke für Blaskapellen ist nicht unbedingt seine Sache.
»Alvamar Overture« von James Barnes machte den Anfang. Dessen gigantische Struktur, reich und verschwenderisch mit Themen umgehend, forderte alle Musiker enorm. Kolossal, wie sie das nicht leichte Thema meisterten.

Indianerlegenden
»Mazama« von Jay Chattaway setzte alte Indianerlegenden musikalisch in Szene. Der Klang von Trommeln, Herdenglocken und einer Okarina (Hartmut Huschle) mischten sich in beschwörende Gesänge, die mit indianischen Vokalen das Land der Seen und Berge besingen.

Mit bekannten Stücken ging es weiter. Die schwungvollen Melodien und Rhythmen der »Funiculi Funicula Rhapsody« in einer Bearbeitung von Yo Goto entführten nach Neapel. Beeindruckend der »Slawische Marsch« von Piotr Iljitsch Tschaikovsky in einer Bearbeitung von Carl Simpson.

»Paris Montmartre«, in einer Bearbeitung von Toshio Mashima, brachte nach der Pause den Glanz der Weltstadt Paris nach Appenweier. Judith Ebner, eine erfolgreiche Akkordeonspielerin, unterstützte die Trachtenkapelle, die bei »Paris Montmartre« über sich selbst hinauswuchs. »Das zauberhafte Land« in einer Bearbeitung von James Barnes setzte den begeisternden Schlusspunkt. Das Publikum war hin und weg, erst nach vier Zugaben war Schluss. »Soul Bossanova«, »Just a Closer Walk« und »Rosamunde« wurden jeweils mit viel Beifall bedacht.


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