|
»Rendezvous der Töne« – unter diesem Motto stand das
Jahreskonzert des Musikvereins Appenweier. Passend zum Schauplatz,
der »runderneuerten« Schwarzwaldhalle, präsentierte sich auch der
Musikverein in modernem »Outfit« – zumindest musikalisch.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Blasmusik pur, abwechslungsreich und dynamisch –
Dirigent Kunihiro Ochi bot mit seiner Trachtenkapelle Appenweier
beim Jahreskonzert Musik auf einem Niveau, wie man es von ihr
erwartet. Den Anfang machte das Jugendblasorchester. Die
Jugendarbeit nimmt beim Musikverein breiten Raum ein. Der
Probenfleiß der jungen Musiker – gerade auch jener, die zusätzlich
im »großen« Orchester mitspielen – ist enorm – eine Tatsache, die
Vorsitzender Siegfried Stettenbenz auch den »Motivationskünsten« von
Kunihiro Ochi zuschrieb.
Die Jugendlichen begannen mit einem Thema aus »Spider-Man« in
einer Bearbeitung von Jay Bocook. In Daniel Bukvichs »Dinosaurier«
mischten sich mit Gläsern erzeugte sphärische Klänge mit Trampeln,
Klatschen und dem Stampfen großer Füße. Den Jugendlichen machte die
Interpretation der nicht alltäglichen Musik Spaß, die Zuhörer
spendeten begeistert Beifall.
Beim »großen« Orchester standen moderne Kompositionen im
Mittelpunkt. Kunihiro Ochi greift gern auf Original-Blasmusik
zurück, dabei gehört die sinfonische Blasmusik zu seinen
Steckenpferden. Die Bearbeitung älterer Musikstücke für Blaskapellen
ist nicht unbedingt seine Sache.
»Alvamar Overture« von James Barnes machte den Anfang. Dessen
gigantische Struktur, reich und verschwenderisch mit Themen
umgehend, forderte alle Musiker enorm. Kolossal, wie sie das nicht
leichte Thema meisterten.
Indianerlegenden
»Mazama« von Jay Chattaway setzte alte Indianerlegenden musikalisch
in Szene. Der Klang von Trommeln, Herdenglocken und einer Okarina
(Hartmut Huschle) mischten sich in beschwörende Gesänge, die mit
indianischen Vokalen das Land der Seen und Berge besingen.
Mit bekannten Stücken ging es weiter. Die schwungvollen Melodien
und Rhythmen der »Funiculi Funicula Rhapsody« in einer Bearbeitung
von Yo Goto entführten nach Neapel. Beeindruckend der »Slawische
Marsch« von Piotr Iljitsch Tschaikovsky in einer Bearbeitung von
Carl Simpson.
»Paris Montmartre«, in einer Bearbeitung von Toshio Mashima,
brachte nach der Pause den Glanz der Weltstadt Paris nach
Appenweier. Judith Ebner, eine erfolgreiche Akkordeonspielerin,
unterstützte die Trachtenkapelle, die bei »Paris Montmartre« über
sich selbst hinauswuchs. »Das zauberhafte Land« in einer Bearbeitung
von James Barnes setzte den begeisternden Schlusspunkt. Das Publikum
war hin und weg, erst nach vier Zugaben war Schluss. »Soul Bossanova«,
»Just a Closer Walk« und »Rosamunde« wurden jeweils mit viel Beifall
bedacht. |