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Den ganzen Sonntag lang feierte die katholische
Kirchengemeinde St. Michael ihre neue Klais-Orgel. Weihbischof Paul
Wehrle hatte während eines Festgottesdienstes die »Königin der
Musikinstrumente« geweiht.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier.
Mucksmäuschenstill war es in St. Michael, als nach der Weihe
Dommusikdirektor und kirchlicher Orgelinspektor Martin Dücker
(Stuttgart) zum ersten Mal das herrliche Instrument erklingen ließ.
Sein brillanter Klang erfüllte die Kirche, ließ ahnen, dass sich die
Bonner Orgelbauer mit ihrem Anspruch auf hohe Qualität schier selbst
übertroffen hatten.
Sie sei ein Symbol
»Eine Orgel kann mithelfen, die Herzen zu öffnen«, ging Weihbischof
Wehrle auf das königliche Instrument ein. Gott zum Lobe zu singen,
könne manchmal eine bessere Hilfe sein, als ein gesprochenes Wort,
unterstrich Wehrle die Bedeutung der Musik. Das Leben sei mehr als
das tägliche Hin und Her, tiefer, verheißungsvoller. Die Orgel kann
dabei unterstützen, den Weg auf das Ziel, den Glauben, auszurichten.
Sie sei ein Symbol, wie aus kleinen und großen Pfeifen, aus hellen
und tiefen Tönen ein Ganzes gestaltet werde. So müsse man auch die
Menschen verstehen, sie seien unterschiedlich wie die Orgelpfeifen,
aber jeder ist auf den anderen angewiesen um ein großes Ganzes zu
bilden, forderte Wehrle die Gläubigen auf, sich zu öffnen, sich
miteinander Gott anzuvertrauen: »Es ist Zeit, dass wir aufwachen, es
ist Zeit zusammenzustehen.« So eine Orgelweihe ist der Härtetest für
das neue Instrument, schilderte Hans-Wolfgang Theobald den
aufreibenden Tag.
Abbau der Forell-Orgel
Aber in Appenweier sei das Fest ein besonderes Ereignis gewesen.
Über lange Zeit hätten die Gläubigen den Orgelbau intensiv
begleitet, hätten beim Abbau der alten Forell-Orgel geholfen, sie
gut verpackt und verwahrt. Sie haben aber auch da, wo es möglich
war, beim Einbau der neuen Orgel Hand angelegt und am Ende einen
wunderbaren Gottesdienst gefeiert. Mit herrlichem Gesang des
Kirchenchores.
Mit gefeiert hatten auch Lothar Bäuerle und Peter Kuner, zwei
ehemalige Appenweierer Priester und Vorgänger von Dietmar Mathe, die
sich über Jahre um die Anschaffung der neuen Orgel abgemüht hatten.
Ein Lichtblick
Pfarrer Dietmar Mathe dankte allen, die sich beim Orgelbau engagiert
hatten. Vor allem auch seinen Vorgängern im Amt, ihm sei die neue
Orgel geradezu in den Schoß gefallen, seine Vorgänger hatten viel
Arbeit. Es sei nicht einfach, die Aufgaben eines Priesters in
verschiedenen Pfarreien zu erledigen, ein Lichtblick für ihn war und
ist die neue Orgel von Klais in Bonn. Mathe würdigte auch den
Kirchenchor für die gesangliche Gestaltung des Festgottesdienstes.
Er habe sich so zurückgenommen, dass die Orgel immer im Mittelpunkt
stand. Als Solisten waren Thomas Sauer und Kirsten Baumann (Durbach)
zu hören.
Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim überreichte die
Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Brigitte Mans, dem Vertreter der
Orgelbaufirma ein Geschenk, Rainer Bernhart, Vorsitzender des
Orgelförderkreises, hatte die zahlreichen Besucher begrüßt. |