07.02.2006
»Orgel hilft, die Herzen zu öffnen«
Festgottesdienst mit Weihbischof Paul Wehrle in der Appenweierer Pfarrkirche »St. Michael«
 

Den ganzen Sonntag lang feierte die katholische Kirchengemeinde St. Michael ihre neue Klais-Orgel. Weihbischof Paul Wehrle hatte während eines Festgottesdienstes die »Königin der Musikinstrumente« geweiht.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier.
Mucksmäuschenstill war es in St. Michael, als nach der Weihe Dommusikdirektor und kirchlicher Orgelinspektor Martin Dücker (Stuttgart) zum ersten Mal das herrliche Instrument erklingen ließ. Sein brillanter Klang erfüllte die Kirche, ließ ahnen, dass sich die Bonner Orgelbauer mit ihrem Anspruch auf hohe Qualität schier selbst übertroffen hatten.

Sie sei ein Symbol
»Eine Orgel kann mithelfen, die Herzen zu öffnen«, ging Weihbischof Wehrle auf das königliche Instrument ein. Gott zum Lobe zu singen, könne manchmal eine bessere Hilfe sein, als ein gesprochenes Wort, unterstrich Wehrle die Bedeutung der Musik. Das Leben sei mehr als das tägliche Hin und Her, tiefer, verheißungsvoller. Die Orgel kann dabei unterstützen, den Weg auf das Ziel, den Glauben, auszurichten. Sie sei ein Symbol, wie aus kleinen und großen Pfeifen, aus hellen und tiefen Tönen ein Ganzes gestaltet werde. So müsse man auch die Menschen verstehen, sie seien unterschiedlich wie die Orgelpfeifen, aber jeder ist auf den anderen angewiesen um ein großes Ganzes zu bilden, forderte Wehrle die Gläubigen auf, sich zu öffnen, sich miteinander Gott anzuvertrauen: »Es ist Zeit, dass wir aufwachen, es ist Zeit zusammenzustehen.« So eine Orgelweihe ist der Härtetest für das neue Instrument, schilderte Hans-Wolfgang Theobald den aufreibenden Tag.

Abbau der Forell-Orgel
Aber in Appenweier sei das Fest ein besonderes Ereignis gewesen. Über lange Zeit hätten die Gläubigen den Orgelbau intensiv begleitet, hätten beim Abbau der alten Forell-Orgel geholfen, sie gut verpackt und verwahrt. Sie haben aber auch da, wo es möglich war, beim Einbau der neuen Orgel Hand angelegt und am Ende einen wunderbaren Gottesdienst gefeiert. Mit herrlichem Gesang des Kirchenchores.

Mit gefeiert hatten auch Lothar Bäuerle und Peter Kuner, zwei ehemalige Appenweierer Priester und Vorgänger von Dietmar Mathe, die sich über Jahre um die Anschaffung der neuen Orgel abgemüht hatten.

Ein Lichtblick
Pfarrer Dietmar Mathe dankte allen, die sich beim Orgelbau engagiert hatten. Vor allem auch seinen Vorgängern im Amt, ihm sei die neue Orgel geradezu in den Schoß gefallen, seine Vorgänger hatten viel Arbeit. Es sei nicht einfach, die Aufgaben eines Priesters in verschiedenen Pfarreien zu erledigen, ein Lichtblick für ihn war und ist die neue Orgel von Klais in Bonn. Mathe würdigte auch den Kirchenchor für die gesangliche Gestaltung des Festgottesdienstes. Er habe sich so zurückgenommen, dass die Orgel immer im Mittelpunkt stand. Als Solisten waren Thomas Sauer und Kirsten Baumann (Durbach) zu hören.

Beim anschließenden Empfang im Pfarrheim überreichte die Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, Brigitte Mans, dem Vertreter der Orgelbaufirma ein Geschenk, Rainer Bernhart, Vorsitzender des Orgelförderkreises, hatte die zahlreichen Besucher begrüßt.


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