17.05.2006
Wo gehört der Leitspruch hin?
Diskussion um Schriftzug »Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr« / Altes Feuerwehrhaus wird saniert
 

Das alte Appenweierer Feuerwehrhaus in der Ortenauer Straße wird saniert. Die Planung stellte Uli Brudy dem Bezirksbeirat am Montagabend vor. Diskussion gab es vor allem über den Erhalt des historischen Schriftzuges.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier. Für die Sanierung des alten Feuerwehrhauses in der Ortenauer Straße sind bereits seit Jahren Mittel im Haushalt eingestellt. »Schon bei meiner Vorbereitung auf die Kandidatur als Bürgermeister«, erinnerte sich Hansjürgen Stein in der Sitzung des Bezirksbeirats am Montagabend. Die Maßnahme sei jedoch bis zur Ortskernsanierung zurückgestellt worden.

Türen und Tore
Die Planung stellte nun Ulrich Brudy vor. »Die Sanierung betrifft nur den Außenbereich«, so der Leiter des Bauamts. Für die Innenrenovierung seien die Musiker zuständig, die das Gebäude künftig als Vereinsheim nutzen werden. »In Absprache mit dem Musikverein soll das Eingangstor zur Ortenauer Straße durch ein kleineres Holztor mit Stichbogen ersetzt werden«, so Brudy. Das Tor zum Hof in Richtung Norden werde zugemauert, nur eine Eingangstür bleibe in dem Bereich erhalten. Zudem sollen die Fenster erneuert, der Putz ausgebessert und die Fassade neu gestrichen werden. Die im Haushalt 2006 eingestellten 55 000 Euro seien dafür laut Brudy ausreichend.

»Der Schriftzug ‘Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr’ soll erhalten bleiben, damit man das Gebäude auch später noch als altes Feuerwehrhaus erkennt«, fügte Stein an.
Der Schriftzug war auch Thema in der Bürgerfragestunde. Georg Lechleiter erkundigte sich, ob denn nicht mehr an das historische Gebäude als der Spruch erinnern soll. Der ehemalige Kommandant erinnerte kurz an die Geschichte des Hauses, das 1913 entstanden sei und immerhin 80 Jahre als Feuerwehrhaus gedient habe.

Daniela Wiedemer regte an, eine kleine Bronzetafel, ähnlich jener am Schulgebäude, anzubringen. Unter dem »Grundsatz der Ganzheitlichkeit« befürwortet dies auch Hanspeter Mayer, ebenso Hans-Peter Wiedemer. Letzterer meinte zudem, man soll den Schriftzug vom alten Feuerwehrhaus entfernen und ihn dafür am »Richtigen« anbringen. »Abgesehen vom Schlauchturm und den großen Glastüren verweist dort nichts auf ein Feuerwehrhaus. Man sollte die Bedeutung deutlicher hervorheben«, so Wiedemer.

Als »in der Gesellschaft nicht mehr up-to-date« erachtete Mayer den religiösen Spruch. Dieser habe daher nichts am neuen Feuerwehrhaus verloren. »Am besten, man belässt den Spruch, wo er ist. Er verweist mehr als deutlich auf die Geschichte des alten Feuerwehrhaues, dann wird kein Schild gebraucht«, warf Bürgermeister Stein in die Diskussion ein. Dem entgegnete Hans-Peter Wiedemer, dass er einen Test mit einem 18-Jährigen gemacht habe, der den Spruch keineswegs zuordnen konnte.

Am Ende schlug Stein vor, dass sich die Bezirksbeiräte bis zur nächsten Sitzung Gedanken über Schild und Schriftzug machen sollen. Erst dann werde man eine Entscheidung fällen.


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