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Anhaltende Diskussionen gab es in der Sitzung des
Gemeinderates am Montag über den vom Planungsbüro Gross + Hüger
entwickelten Bebauungsplanentwurf »Sonnenhof«. Betroffen ist das
innerörtliche Gebiet hinter dem ehemaligen Gasthaus »Sonne«, jetzt
»Patmos«.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Elmar Gross erläuterte in der Gemeinderatssitzung den
Bebauungsplan »Sonnenhof«. Thomas Sippel gab die Vorstellungen zum
Grünordnungsplan bekannt. Während der vordere Bereich des im
Sanierungsgebiet Appenweier liegenden Geländes mit der Gaststätte
»Patmos« bebaut sei und deshalb als Mischgebiet ausgewiesen werde,
handele es sich beim rückwärtigen Abschnitt um Wohngebiet,
erläuterte Gross. Um dem späteren Bauherrn möglichst viel Spielraum
zu lassen, sollten die Vorschriften zum heutigen Zeitpunkt nicht
allzu eng festgelegt werden, so der Planer.
Festgeschrieben wurden nur zwei große Baufenster. Hausgruppen
oder Doppelhäuser könnten je nach Wunsch gebaut werden. Allerdings
sind zwei Vollgeschosse zwingend vorgeschrieben, Satteldächer
erlaubt mit einer Dachneigung von 35 bis 45 Grad im vorderen Bereich
und 25 bis 40 Grad im Wohnbereich. Pro Hauseinheit soll eine Wohnung
erlaubt sein, zwei Stellplätze sind für jede Wohnung vorgesehen,
dazu kommen vier öffentliche Besucherstellplätze und acht Plätze für
die Gastwirtschaft.
Erschlossen wird das Baugebiet über eine Straße, die bei Bedarf
auch weiter hinten liegende Grundstücke erreicht. Mülleimer müssten
die Bewohner an die B 3 bringen.
Auch für kleine Bauflächen, wie die überplante, sei ein
Grünordnungsplan erforderlich. Sippel erläuterte diesen. Altlasten
seien noch nicht restlos abgeklärt, wobei von einer relativen
Entspannung gesprochen werden könne. Ob eine frühere Waschfläche
belastet sei, werde ein Gutachten zeigen. Anstelle von Garagen
sollen Carports genehmigt werden, dahinter jeweils ein Stellplatz.
An den Stellplätzen entzündete sich eine zum Teil heftige
Diskussion. Karl Sauer (SPD) meinte Stellplätze hinter Carports
seien keine eigentlichen Stellplätze. Klemens Sauer (CDU) forderte,
die Parksituation noch einmal gründlich zu überdenken. »Luxuriös
können wir mit den Stellplätzen nicht umgehen«, meinte der Planer,
mehr und andere Plätze würden zu Lasten von Wohnungen gehen.
Dichte Bebauung
Für Hans-Peter Wiedemer (FWV) stellten Einschnitte bei Stellplätzen
kein Problem dar, zumal im Umfeld viele öffentliche Plätze vorhanden
seien. Ludwig Kornmeier (Grüne) schlug vor, abzustimmen und später
die Entwicklung zu beobachten. Im Frankenweg gebe es bei dichter
Bebauung auch keinen Ärger. Probleme beim Eichenweg könne man mit
dem »Sonnenhof« nicht vergleichen, so Fritz Sälinger (SPD).
Für Bürgermeister Hansjürgen Stein dauerte die Diskussion um
Stellplätze zu lange. Bereits mehrfach habe man im Bezirksbeirat und
im Gemeinderat darüber debattiert, und einstimmig zugestimmt.
Deshalb drängte er auf Entscheidung. Klemens Sauer sah die früheren
Zustimmungen differenzierter: »Da ging es um den
Aufstellungsbeschluss.« Jetzt müsse man um die Parkplätze
diskutieren, dem vorliegenden Plan könne er so nicht zustimmen. Das
rief Rechnungsamtsleiter Helmut Martin auf den Plan. »Die Investoren
liegen nicht auf der Straße«, meinte er und drängte auf
Verabschiedung, wolle man die innerörtliche Bebauung nicht aufgeben.
Sollte der Plan nicht verabschiedet werden, wäre die gesamte
Verwaltung blamiert, gab Martin zu bedenken. Hermann Knopf (CDU)
forderte, »Diskussion muss erlaubt sein, auch wenn’s zum zweiten Mal
ist«. Nach einer von Klemens Sauer angestoßenen Diskussion über den
Inhalt der Sitzungsprotokolle (Stein: Es gebe, wie mit dem
Gemeinderat vereinbart, verkürzte Protokolle) wurde abgestimmt. Bei
drei Enthaltungen votierte der Rat für eine Einleitung des
Verfahrens. Einstimmig wurde die dafür erforderliche Änderung des
Flächennutzungsplanes auf den Weg gebracht. |