24.08.2007
»Ich wollte schon mit 15 Jahren ins Rathaus«
Hansjürgen Stein hat seinen Traumberuf gefunden

Wie die Gestaltungsmöglichkeiten des »unbekannten Riesen Ortenaukreis« ausgefüllt werden, darum ringt das parlamentarische Gremium, der Kreistag. Ihm gehören 86 Kreisräte – 38 CDU, 20 Freie Wähler, 17 SPD, 6 Grüne und 5 FDP – an. In dieser Serie stellen wir sie vor. Heute: Hansjürgen Stein (Freie Wähler).
 

24.08.2007 - Hansjürgen Stein (47) vermittelt das Gefühl eines Bürgermeisters mit Leib und Seele. »Mit 15 Jahren stand für mich schon fest, dass ich im Rathaus arbeiten möchte. Ich fand es immer spannend, wozu das Rathaus alles gebraucht wird«, erinnert sich der verheiratete Vater von zwei Kindern (18 und 20 Jahre alt). Hansjürgen Steins Mutter hat als Reinigungskraft im Rathaus gearbeitet, der Vater war Kraftfahrer.

Seit 2001 ist Hansjürgen Stein Bürgermeister in Appenweier, seit 2004 Mitglied für die Freien Wähler im Ortenauer Kreistag. Dort arbeitet er vor allem daran, dass der Ländliche Raum neben den Großen Kreisstädten gleichberechtigt existieren kann. »Immer mehr wird konzentriert, die Einkaufsläden werden immer größer, aber nur noch auf der grünen Wiese. So geht’s in allen Bereichen aus der Fläche raus«, erläutert Hansjürgen Stein.

Der Kreis müsse deshalb dafür sorgen, dass die Krankenhäuser erhalten bleiben, der Öffentliche Personennahverkehr, Straßen und Radwege ausgebaut werden. »Wir müssen uns auch fragen, ob die Verkehrszählung noch als Grundlage genommen werden kann«, sagt Stein.

Kreisrat Hansjürgen Stein (Freie Wähler) will, dass der Ländliche Raum neben den großen Städten existieren kann.

Denn da, wo es gefährlich ist, werde eben nicht Rad gefahren: »Und dann heißt es: kein Bedarf.« Dabei werde gerade der Radweg Appenweier-Nesselried sehr gut angenommen. Dieses Beispiel könne auch für andere Orte gelten.

Aus Appenweier stammt auch der Grünen-Kreisrat Ludwig Kornmeier, der seit Jahren vehement für eine bessere Finanzausstattung über die Kreisumlage wirbt. Diese Ansicht teilt Stein nicht, aber: »Ich sehe den Kreis auch als Partner und nicht als einen, der viel Geld abzieht, weil er viele Aufgaben für die Städte und Gemeinden übernimmt.« Aus Steins Sicht steht der Kreis trotz seiner Schulden auf gesunden Beinen.

Außer im Kreistag arbeitet Hansjürgen Stein im Verwaltungsrat der Sparkasse und als Aufsichtsratsvorsitzender der Kommunalen Wohnbau Appenweier und der Altenpflegeheim St. Martin GmbH in Appenweier-Urloffen.

Morgen: Rolf Mauch (CDU). Alle bisher erschienenen Folgen sind zu lesen unter www.baden-online.de (Serien).


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