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Mit dem Umzug des Wolfacher Polizeireviers nach Haslach und
der Eröffnung eines Dienstgebäudes in Neuried werden im kommenden
Monat die Veränderungen im Rahmen der Verwaltungsreform bei der
Polizeidirektion Offenburg abgeschlossen. Wie die Verantwortlichen
betonen, fühle man sich jetzt für die künftigen Aufgaben gerüstet.
»Wir sind jetzt besser aufgestellt als zuvor, sind
schlagkräftiger, haben zusätzliches Personal in die Polizeiposten
geschoben und sind wesentlich länger für den Bürger erreichbar«: Das
erklärte jetzt der Chef der für den Ortenaukreis zuständigen
Polizeidirektion Offenburg, Reinhard Renter. Dabei habe es im
Vorfeld Bedenken gegeben, als klar wurde, dass von ehemals 20
Polizeiposten nur zehn bleiben. Auch der Umzug der Polizei von
Wolfach nach Haslach habe nicht überall Zustimmung gefunden, so
Renter. Doch die Ängste seien in der Regel unbegründet gewesen.
Neuried: Neues Gebäude
Einen Teil der Reformen konnte die Polizei recht schnell
verwirklichen. Insbesondere dort, wo die bisherigen Postenbeamten in
die Ermittlungsdienste der Reviere integriert wurden. Doch
andernorts waren Umbaumaßnahmen nötig. In Neuried hat die Gemeinde
sogar ein neues Gebäude errichtet. Dort ziehen Ende August die
Beamten ein, die bisher noch getrennt in Schutterwald und in
Altenheim tätig sind.
Im Süden des Kreises wurden die Polizeiposten Kippenheim,
Kappel-Grafenhausen und Ettenheim zu einer Einheit zusammengelegt,
die nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Ettenheimer Postengebäude
jetzt offiziell ihren Dienst aufnimmt.
Im Kinzigtal zieht Mitte August das Polizeirevier von Wolfach in
ein neues Dienstgebäude nach Haslach um. Im mittleren Kinzigtal ist
man mehr im Zentrum des Dienstbereichs. Damit werden die
Anfahrtszeiten kürzer und die Polizei ist schneller beim Bürger.
Ferner gibt es dort mehr Unfälle. Bei dieser Gelegenheit wird in
Wolfach ein Polizeiposten mit sieben Mann eingerichtet, der für
Wolfach, Oberwolfach, Hornberg, Gutach und Hausach zuständig sein
wird.
Posten verstärkt
»Der Bürger hat mit der Verwaltungsreform im Polizeibereich
gewonnen«, so Renter. Anstatt wie von vielen befürchtet, Personal
abzuziehen, habe man in der Regel sogar die Posten verstärkt. In den
Polizeiposten Appenweier/Willstätt und Neuried/Schutterwald kam ein
Mann dazu, in Hohberg werden statt wie bisher drei in Zukunft fünf
Beamte ihren Dienst verrichten. Eklatant ist die Verstärkung nach
Renters Angaben im Süden. Hatten bisher Kippenheim,
Kappel-Grafenhausen und Ettenheim zusammen zwölf Beamte, werden im
neuen Polizeiposten 16 Männer und Frauen tätig sein.
Der Zusammenschluss kleinerer Einheiten zu größeren
schlagkräftigen Dienststellen führt auch dazu, dass die Polizei die
Posten länger geöffnet halten kann. Statt bis um 16.30 Uhr haben die
größeren Posten in der Regel bis 19 Uhr, 21 Uhr (Ettenheim) oder
sogar bis 22 Uhr (Oberkirch und Gengenbach) geöffnet. Die Bürger
müssen trotz der Fusionen auf ihre gewohnten Ansprechpartner nicht
verzichten. Die Polizeibeamten, die bisher einen Postenbereich
betreuten, werden auch in Zukunft von ihrem neuen Dienstsitz aus
hauptsächlich in diesen Gemeinden auf Streife sein, erklärte Renter.
Auch für die Polizei hat sich die Sache gerechnet. Nicht nur die
Tatsache zählt, dass die Verwaltungsaufgaben, die auch bei kleinen
Dienststellen anfallen, konzentriert wurden. Man ist auch beim
Einsatz von Geräten und Fahrzeugen effizienter geworden. Und: Man
muss für weniger Gebäude Miete bezahlen.
Die Verwaltungsreform brachte für die Polizeidirektion aber noch
andere Veränderungen. So erweitern jetzt die
Wasserschutzpolizeistation in Kehl und das Autobahnpolizeirevier in
Offenburg das Spektrum der polizeilichen Tätigkeiten im
Ortenaukreis.
Ein Wermutstropfen ist für einige immer noch die Auflösung des
Wirtschaftskontrolldienstes (WKD). Von den damals 20 WKD-Männern
wurden acht zum Landratsamt abgeordnet, um dort beim Aufbau der
Lebensmittelkontrolle zu helfen. Sechs weitere arbeiten in der
Schwerpunktgruppe für Gewerbe- und Umweltrecht, die übrigen sechs
Beamten haben neue Aufgabenfelder bei den Revieren oder der Kripo
gefunden. Insgesamt gibt es bei der Offenburger Polizeidirektion
jetzt rund 800 Mitarbeiter. |