30.07.2006
»Der Bürger hat gewonnen«
Verwaltungsreform bei Polizeidirektion bald abgeschlossen / Verantwortliche zeigen sich befriedigt
 

Mit dem Umzug des Wolfacher Polizeireviers nach Haslach und der Eröffnung eines Dienstgebäudes in Neuried werden im kommenden Monat die Veränderungen im Rahmen der Verwaltungsreform bei der Polizeidirektion Offenburg abgeschlossen. Wie die Verantwortlichen betonen, fühle man sich jetzt für die künftigen Aufgaben gerüstet.

»Wir sind jetzt besser aufgestellt als zuvor, sind schlagkräftiger, haben zusätzliches Personal in die Polizeiposten geschoben und sind wesentlich länger für den Bürger erreichbar«: Das erklärte jetzt der Chef der für den Ortenaukreis zuständigen Polizeidirektion Offenburg, Reinhard Renter. Dabei habe es im Vorfeld Bedenken gegeben, als klar wurde, dass von ehemals 20 Polizeiposten nur zehn bleiben. Auch der Umzug der Polizei von Wolfach nach Haslach habe nicht überall Zustimmung gefunden, so Renter. Doch die Ängste seien in der Regel unbegründet gewesen.

Neuried: Neues Gebäude
Einen Teil der Reformen konnte die Polizei recht schnell verwirklichen. Insbesondere dort, wo die bisherigen Postenbeamten in die Ermittlungsdienste der Reviere integriert wurden. Doch andernorts waren Umbaumaßnahmen nötig. In Neuried hat die Gemeinde sogar ein neues Gebäude errichtet. Dort ziehen Ende August die Beamten ein, die bisher noch getrennt in Schutterwald und in Altenheim tätig sind.

Im Süden des Kreises wurden die Polizeiposten Kippenheim, Kappel-Grafenhausen und Ettenheim zu einer Einheit zusammengelegt, die nach umfangreichen Umbaumaßnahmen im Ettenheimer Postengebäude jetzt offiziell ihren Dienst aufnimmt.

Im Kinzigtal zieht Mitte August das Polizeirevier von Wolfach in ein neues Dienstgebäude nach Haslach um. Im mittleren Kinzigtal ist man mehr im Zentrum des Dienstbereichs. Damit werden die Anfahrtszeiten kürzer und die Polizei ist schneller beim Bürger. Ferner gibt es dort mehr Unfälle. Bei dieser Gelegenheit wird in Wolfach ein Polizeiposten mit sieben Mann eingerichtet, der für Wolfach, Oberwolfach, Hornberg, Gutach und Hausach zuständig sein wird.

Posten verstärkt
»Der Bürger hat mit der Verwaltungsreform im Polizeibereich gewonnen«, so Renter. Anstatt wie von vielen befürchtet, Personal abzuziehen, habe man in der Regel sogar die Posten verstärkt. In den Polizeiposten Appenweier/Willstätt und Neuried/Schutterwald kam ein Mann dazu, in Hohberg werden statt wie bisher drei in Zukunft fünf Beamte ihren Dienst verrichten. Eklatant ist die Verstärkung nach Renters Angaben im Süden. Hatten bisher Kippenheim, Kappel-Grafenhausen und Ettenheim zusammen zwölf Beamte, werden im neuen Polizeiposten 16 Männer und Frauen tätig sein.

Der Zusammenschluss kleinerer Einheiten zu größeren schlagkräftigen Dienststellen führt auch dazu, dass die Polizei die Posten länger geöffnet halten kann. Statt bis um 16.30 Uhr haben die größeren Posten in der Regel bis 19 Uhr, 21 Uhr (Ettenheim) oder sogar bis 22 Uhr (Oberkirch und Gengenbach) geöffnet. Die Bürger müssen trotz der Fusionen auf ihre gewohnten Ansprechpartner nicht verzichten. Die Polizeibeamten, die bisher einen Postenbereich betreuten, werden auch in Zukunft von ihrem neuen Dienstsitz aus hauptsächlich in diesen Gemeinden auf Streife sein, erklärte Renter.

Auch für die Polizei hat sich die Sache gerechnet. Nicht nur die Tatsache zählt, dass die Verwaltungsaufgaben, die auch bei kleinen Dienststellen anfallen, konzentriert wurden. Man ist auch beim Einsatz von Geräten und Fahrzeugen effizienter geworden. Und: Man muss für weniger Gebäude Miete bezahlen.

Die Verwaltungsreform brachte für die Polizeidirektion aber noch andere Veränderungen. So erweitern jetzt die Wasserschutzpolizeistation in Kehl und das Autobahnpolizeirevier in Offenburg das Spektrum der polizeilichen Tätigkeiten im Ortenaukreis.

Ein Wermutstropfen ist für einige immer noch die Auflösung des Wirtschaftskontrolldienstes (WKD). Von den damals 20 WKD-Männern wurden acht zum Landratsamt abgeordnet, um dort beim Aufbau der Lebensmittelkontrolle zu helfen. Sechs weitere arbeiten in der Schwerpunktgruppe für Gewerbe- und Umweltrecht, die übrigen sechs Beamten haben neue Aufgabenfelder bei den Revieren oder der Kripo gefunden. Insgesamt gibt es bei der Offenburger Polizeidirektion jetzt rund 800 Mitarbeiter.


zurück