|
Eingefleischte Fußballfans gibt es auch unter den
Verwaltungsmitarbeitern in Appenweier und Renchen. Fernsehen während
der Dienstzeit gibt’s aber auch in WM-Zeiten nicht, bestätigen die
Rathauschefs, die in den kommenden Wochen dennoch das eine oder
andere Auge zudrücken.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier/Renchen. »Fernsehen ist während der Dienstzeit nicht
gestattet«, sagt der Appenweierer Bürgermeister Hansjürgen Stein auf
Anfrage der Mittelbadischen Presse. Auch nicht in WM-Zeiten. Auch
nicht bei einem fußballbegeisterten Rathauschef. »Die Spiele der
Deutschen kriegt man mit Gleitzeit hin«, hat Stein schon mal
vorsorglich ausgerechnet.
Keiner was dagegen
Dennoch will er nicht ganz so streng sein. Wenn jemand ab und zu mal
im Internet nachguckt und sich bei einem interessanten Spiel über
den Stand informiert, »da hat keiner was dagegen«, sagt der
Bürgermeister, der die Betonung allerdings auf »ab und zu« legt.
»Sonst wäre es wie Fernsehgucken.« Stein weiß aber, was er an seinen
Mitarbeitern hat: »Die Leute leisten so viel nebenher«, verweist er
auf freiwillige Überstunden und meint: »Da kann man ruhig einmal ein
Auge zudrücken.«
Größere Termine und Ratssitzungen hat er zudem schon frühzeitig
auf die Weltmeisterschaft abgestimmt – und das vorsorglich bis zum
Endspiel: »Gleich, als der WM-Kalender herausgekommen ist«, gesteht
Stein.
»Mit Gemeinderatssitzungen und Spielen der Deutschen wird es keine
Probleme geben – auch wenn wir weiterkommen«, freut sich ebenfalls
der Renchener Schultes Bernd Siefermann, der sagt: »Je weiter die
Deutschen kommen, umso mehr werde ich vom Fußballvirus infiziert.«
Auch Siefermann duldet mit Verweis auf die Deutschlandspiele und
Gleitzeit keinen Fernseher in seinem Rathaus. Mit einer Ausnahme:
Beim letzten Gruppenspiel am 20. Juni, 16 Uhr, werde man das Match
der Deutschen via Beamer auf eine Leinwand im Sitzungssaal
übertragen. »Für die Mitarbeiter war es allerdings
selbstverständlich, dass sie dafür Gleitzeit nehmen«, freut sich der
Chef und meint zum Spiel: »Das wird ein tolles
Gemeinschaftserlebnis.«
Im Übrigen werde im Renchener Rathaus auch eifrig getippt. Wer
auf welche Mannschaft setzt, wollte Siefermann allerdings nicht
verraten. |