09.06.2006
Trotz WM kein TV in Rathäusern
Dank Gleitzeit verpassen Appenweiers und Renchens Verwaltungsmitarbeiter kein Spiel der Deutschen
 

Eingefleischte Fußballfans gibt es auch unter den Verwaltungsmitarbeitern in Appenweier und Renchen. Fernsehen während der Dienstzeit gibt’s aber auch in WM-Zeiten nicht, bestätigen die Rathauschefs, die in den kommenden Wochen dennoch das eine oder andere Auge zudrücken.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier/Renchen. »Fernsehen ist während der Dienstzeit nicht gestattet«, sagt der Appenweierer Bürgermeister Hansjürgen Stein auf Anfrage der Mittelbadischen Presse. Auch nicht in WM-Zeiten. Auch nicht bei einem fußballbegeisterten Rathauschef. »Die Spiele der Deutschen kriegt man mit Gleitzeit hin«, hat Stein schon mal vorsorglich ausgerechnet.

Keiner was dagegen
Dennoch will er nicht ganz so streng sein. Wenn jemand ab und zu mal im Internet nachguckt und sich bei einem interessanten Spiel über den Stand informiert, »da hat keiner was dagegen«, sagt der Bürgermeister, der die Betonung allerdings auf »ab und zu« legt. »Sonst wäre es wie Fernsehgucken.« Stein weiß aber, was er an seinen Mitarbeitern hat: »Die Leute leisten so viel nebenher«, verweist er auf freiwillige Überstunden und meint: »Da kann man ruhig einmal ein Auge zudrücken.«

Größere Termine und Ratssitzungen hat er zudem schon frühzeitig auf die Weltmeisterschaft abgestimmt – und das vorsorglich bis zum Endspiel: »Gleich, als der WM-Kalender herausgekommen ist«, gesteht Stein.
»Mit Gemeinderatssitzungen und Spielen der Deutschen wird es keine Probleme geben – auch wenn wir weiterkommen«, freut sich ebenfalls der Renchener Schultes Bernd Siefermann, der sagt: »Je weiter die Deutschen kommen, umso mehr werde ich vom Fußballvirus infiziert.«

Auch Siefermann duldet mit Verweis auf die Deutschlandspiele und Gleitzeit keinen Fernseher in seinem Rathaus. Mit einer Ausnahme: Beim letzten Gruppenspiel am 20. Juni, 16 Uhr, werde man das Match der Deutschen via Beamer auf eine Leinwand im Sitzungssaal übertragen. »Für die Mitarbeiter war es allerdings selbstverständlich, dass sie dafür Gleitzeit nehmen«, freut sich der Chef und meint zum Spiel: »Das wird ein tolles Gemeinschaftserlebnis.«

Im Übrigen werde im Renchener Rathaus auch eifrig getippt. Wer auf welche Mannschaft setzt, wollte Siefermann allerdings nicht verraten.


zurück