20.07.2006
Waldbrandgefahr: »Ursache ist meist der Mensch«
Landratsamt Ortenaukreis mahnt die Bürger zur Vorsicht
 

Akute Brandgefahr besteht wegen der heißen Witterung in den Ortenauer Wäldern. Das Landratsamt und Kreisbrandmeister Reinhard Kirr mahnen deswegen die Bürger zur Vorsicht.

Von: Reinhard Reck

Ortenau. Wegen der anhaltenden Sommerhitze und der geringen Niederschläge ist die Waldbrandgefahr im Ortenaukreis enorm hoch. Das Landratsamt warnt deswegen vor unüberlegten Handlungen.

»Die Ursache ist meist der Mensch«, betonte Kreisbrandmeister Reinhard Kirr gegenüber der Mittelbadischen Presse. Nicht nur durch das Wegwerfen von glühenden Zigarettenkippen könne ein Großbrand entfacht werden. Auch bei auf dem Boden liegende Flaschen könne sich unter gleißender Sonne ein »Brennglaseffekt« entwickeln. Nur selten hingegen gebe es natürliche Brandursachen wie Blitzschlag, so Kirr.

Das Landratsamt bittet alle Waldbesucher um erhöhte Vorsicht und um Beachtung der bestehenden Vorschriften. So besteht für die Zeit zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober ein striktes Rauchverbot im Wald. Feuermachen ist nur an offiziellen, gekennzeichneten Feuerstellen erlaubt. Das Grillen auf mitgebrachten Grillgeräten ist ebenfalls nicht gestattet. Offenes Feuer muss 100 Meter vom Waldrand entfernt sein. Bei dieser Trockenheit sollte auch auf Acker- und Wiesenflächen generell kein offenes Feuer entzündet werden.

»Wir sind gut vorbereitet«, erklärte Reinhard Kirr. Man habe schon vor längerer Zeit in Zusammenarbeit mit allen Städten und Gemeinden im Ortenaukreis so genannte Waldalarmpläne aufgestellt. In denen sei genau festgelegt, welche Feuerwehren einzugreifen haben, wenn bei einem Ort ein Waldbrand bemerkt wird. Auch das Amt für Waldwirtschaft sei miteinbezogen worden.

Denn bei einem Waldbrand sind besondere Vorkehrungen zu treffen, da diese oft weitab von Verkehrswegen entstehen und man in der Regel keine Hydranten oder Teiche für die Versorgung mit Löschwasser zur Verfügung habe, so Kirr. Bei einem Alarm transportiert man möglichst viel Wasser, braucht dazu aber mehrere Tanklöschfahrzeuge. Ein Gefährt kann rund 2500 Liter transportieren. »Wenn wir 5000 bis 7000 Liter Wasser zur Verfügung haben, reicht das in aller Regel bei kleineren Bränden aus«, erläutert der Kreisbrandmeister. Andernfalls müssen – manchmal kilometerlange – Schlauchverbindungen gelegt werden. Allerdings ist die Ortenau nach Kirrs Angaben in den vergangenen Jahren von größeren Waldbränden verschont geblieben. Das liege auch daran, dass die Bevölkerung in hohem Maße sensibilisiert sei.

Entdeckt jemand einen Brand, sollte er die Notrufnummer 112 wählen, worauf er mit der Integrierten Leitstelle in Offenburg verbunden wird. Wichtig sind für die Feuerwehr-Strategen möglichst genaue Angaben darüber, wo es brennt und wie groß die Brandfläche ist. Wie Kirr betonte, sollte man sich keinesfalls in Gefahr begeben, um das Feuer selbst zu löschen. Besser sei es, den anrückenden Feuerwehrleuten beratend zur Seite zu stehen.

Der Forstbezirk Oberkirch hat ein generelles Verbot fürs Feuermachen in diesem Bereich ausgesprochen. Ausgenommen sind die offiziellen Feuerstellen im Auewald auf der Gemarkung von Achern, Renchen, Appenweier und Rheinau.


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