Für neun Gemeinderäte fand am Montagabend (so sie nicht bei der nächsten Wahl erneut kandidieren) die letzte Sitzung statt. Als Schlusspunkt stand ihre feierliche Verabschiedung auf der Tagesordnung.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier. »Wir können sehr stolz sein auf das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam geschaffen haben«, dankte Bürgermeister Hansjürgen Stein den scheidenden Gemeinderäten für die Zusammenarbeit. Acht Ratsherren und eine
-dame werden in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr dabei sein. »Sie sind mir alle ans Herz gewachsen«, sagte Stein etwas wehmütig und meinte schließlich: »Aber auch wenn ich auf die direkte Zusammenarbeit künftig verzichten muss, hoffe ich doch, dass ich weiterhin mit Ihnen als Ratgeber und Wegbegleiter rechnen darf.«
Ehrenbecher überreicht
»Als Dank und Anerkennung für die Verdienste im Gemeinderat« überreichte Stein Daniela Wiedemer – wie auch den anderen – einen Ehrenbecher und Präsente. Wiedemer war von 2000 bis 2004 im Gemeinderat und hatte, so Stein, »prozentual gesehen, das meiste von mir«. Von 1999 bis 2004 reichte die Amtszeit von Konrad Brudy (er fehlte) und Theo Walz. »Mit seinem Humor hat er es immer wieder geschafft, verhärtete Fronten aufzuweichen«, so Stein.
Für 15 Jahre Ratstätigkeit (1989 bis 2004) sehe er noch recht unverbraucht aus, meinte Stein zu Thomas Duttenhöfer. »In rechtlichen Dingen war sein Fingerzeig immer eine Beruhigung für mich«, erinnerte sich der Bürgermeister an manche Formulierung Duttenhöfers. Ebenfalls von 1989 bis 2004 wirkte Roland Oser im Gemeindeparlament. Der Urloffener, der auch als Ortsvorsteher und Ortschaftsrat fungierte, erhielt für 20 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit die Ehrennadel des Gemeindetags Baden-Württemberg. »Er war ein Vertreter der Urloffener Seite, der dennoch nich die Gesamtgemeinde aus dem Blick verlor«, lobte der Bürgermeister.
Sichtlich schwer fiel Stein der Abschied von Uli Herdt, der für ihn »nicht nur Gemeinderat (1984 bis 2004)« gewesen sei: »Ich verliere mit ihm einen sagenhaft guten ersten Stellvertreter«, lobte Stein vor allem Herdts Engagement während Siegfried Götz’ Krankheit. »Er hat die Stellvertretung nicht nur erledigt, sondern gelebt.« Wie Oser erhielt auch Herdt zum Ehrenbecher die Nadel des Gemeindetags.
Weniger herzliche Worte fand der Bürgermeister indes für Nesselrieds Ortsvorsteher Berthold Vollmer (von 1972 bis 2004 im Gemeinderat). »Die drei Jahre, die wir zusammen, teilweise auch gegeneinander, gegangen sind, waren trotzdem für Nesselried erfolgreich«, so Stein, der bedauerte, dass Vollmers Amtszeit in »Missstimmung« ende. »Als ehrlich und standhaft« charakterisierte er Otto Brudy, der von 1971 bis 1972 sowie 1980 bis 2004 im Gemeindeparlament wirkte. »Ich habe ihn als engagierten Mann kennen gelernt, der mir machmal den Kopf in die richtige Richtung gerichtet hat«, sagte der Bürgermeister grinsend.
»Heute geht auch eine Ära zu Ende«, leitete Stein schließlich auf den Abschied von Josef Grumer über (siehe dazu weiteren Bericht), der in den vergangenen Jahrzehnten ein außergewöhnliches Engagement gezeigt hat: 45 Jahre war der 78-Jährige im Gemeinderat akiv. Dafür erhielt das »legendäre Urgestein« (Stein) vom Gemeindetag einen Pokal, von der Gemeinde den Ehrenteller für »seine Arbeit zum Wohle Appenweiers und seiner Bürger« überreicht. |