11.02.2005
»Adlerhorst« ist Gameboy-freie Zone
Seit 10. Januar gibt es in Appenweier als Ergänzung der Verlässlichen Grundschule einen Schülerhort

 

2002 hat Katharina Lating das »Vogelnest« in Trägerschaft eines Vereins eröffnet, in dem Kleinkinder betreut werden. Seit 10. Januar schaut sie mit ihren Mitarbeiterinnen im »Adlerhorst« auch auf Schüler.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier. »Das ist für uns eine neue Herausforderung«, sagt Katharina Lating über den Schülerhort »Adlerhorst«, der seit 10. Januar in der Schwarzwaldschule eingerichtet ist. »Wichtig ist für uns eine Betreuung an der Schule und nicht an einer anderen Stelle, weil dies der Lebensbereich der Kinder ist und man ihnen keine langen Wege zumuten kann.« Begonnen hat man im »Adlerhorst« mit vier Kindern, mittlerweile sind es neun, wobei zwei Kinder einmal in der Woche eine Stunde Einzelbetreuung erhalten. Das heißt intensive Unterstützung in verschiedenen Fächern. »Wir sind noch in der Aufbauphase, die Gruppenbindung muss sich erst finden, der Raum wohnlich gestaltet werden, damit die Kinder auch gerne kommen«, sagt Lating. Denn, die Schüler sollten gerne kommen und den Hort nicht als lästige Pflicht empfinden.

Sinnvolle Freizeit
Um die Schüler kümmern sich zwei ausgebildete Fachkräfte. »Wichtig ist uns die Hausaufgabenbetreuung«, so Lating, die damit die Eltern entlasten will. Zum Angeobt (siehe dazu »Betreuung«) gehört auch eine sinnvolle Freizeitgestaltung. »Gerade in der heutigen Zeit müssen Kinder erkennen, dass es auch noch andere Dinge neben Computer und Gameboy gibt«, sagt die Erzieherin. So werden unter anderem öffentliche Einrichtungen besucht und die Freude, Motivation und Begeisterung der Kinder gefördert.
Der »Adlerhorst« liegt in der Trägerschaft vom »Vogelnest e. V.«, in dem derzeit 39 Kleinkinder (das jüngste ist ein Jahr alt) betreut werden. »Wir haben im Juni 2002 mit unserem ‘Vogelnest’ begonnen. Es war viel Eigeninitiative und Kampf. Doch die Gemeinde, Bürgermeister Hansjürgen Stein und Hauptamtsleiter Fritz Langenecker haben uns positiv unterstützt und in die Bedarfsplanung aufgenommen. Von daher wussten wir, wofür wir kämpfen«, freut sich Lating und verweist: »Der ‘Adlerhorst’ ist eine Ergänzung zur Verlässlichen Grundschule der Gemeinde Appenweier, das heißt, wir legen großen Wert auf die Kooperation mit der Gemeinde.«
Die Betriebserlaubnis gilt für 20 anwesende Kinder. Die Zeiteinteilung ist flexibel und wird von den Eltern bestimmt. Da man derzeit noch freie Kapazitäten hat, wirbt Lating um weitere Anmeldungen: »Wir nehmen auch Kinder aus anderen Schulen und Gemeinde auf. Betreuung in den Ferien oder an schulfreien Tagen ist gewährleistet, wir sind immer bis 18 Uhr da und nach Absprache länger.«
Übrigens: »Vogelnest« und »Adlerhorst«, die beiden Namen waren ihre Ideen: »Wie ein Vogel den kleinen Vöglen den Weg zeigt, gibt uns und den Eltern dieses Leitbild Orientierung über unsere pädagogische Arbeit sowie Bildungs- und Erziehungsziele. Wir wünschen unseren Kindern, dass unser »Vogelnest« und der ‘Adlerhorst’ für sie ein kleines Nest sind, in dem sie Schutz und Wärme finden und aus dem sie eines Tages in die Freiheit des eigenen Lebens fliegen können.«

Betreuung

Im Schülerhort »Adlerhorst« an der Appenweierer Schwarzwaldschule wird Kindern im Schulalter Folgendes geboten:
Ω Individuelle Förderung von Entwicklungsprozessen
Ω Hilfe und Unterstützung bei den Hausaufgaben
Ω Sinnvolle und Freizeitgestaltung
Ω Förderung der Sozialkompetenzen
Ω Unterstützung der Eltern bei Erziehungsfragen
Ω Zusammenarbeit mit Schule und Kindergarten
Ω Ausgewogene Mahlzeiten

Weitere Informationen erteilt Katharina Lating unter
π 07805/807 oder π 07805/911488.

Infoabend
Am kommenden Mittwoch, 16. Februar, findet um 20 Uhr in der Appenweierer Grundschule (2. Obergeschoss) ein Elternabend statt, bei dem das Konzept des Schülerhorts »Adlerhorst«, der in Kooperation von »Vogelnest«, Gemeinde und Schule eingerichtet wurde, vorgestellt wird.


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