06.07.2005
Appenweier investiert wieder kräftig
Gemeinderat vergab am Montagabend Aufträge über 3 Millionen Euro / »Zukunftsfähigkeit sichern«
 

Eine Reihe von Aufträgen vergab der Appenweierer Gemeinderat in seiner Sitzung am Montagabend für die Schwarzwaldhalle, das Klärwerk und die Sanierung der Bachmauer in Nesselried.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier. »Das wird die teuerste Sitzung des Jahres«, eröffnete Bürgermeister Hansjürgen Stein am Montagabend die Gemeinderatssitzung und verwies: »Damit kommen wir aber sehr viel weiter, um Appenweier zukunftsfähig zu gestalten.« Das Gremium schloss sich den Verwaltungsvorschlägen an und so wurden insgesamt Aufträge von ca. 3,17 Millionen Euro vergeben. Zudem weitere 380 000 Euro verplant.
Der größte Brocken: die Sanierung der Schwarzwaldhalle mit zwanzig Gewerken und einer Gesamtvergabesumme von über 2,5 Millionen Euro (siehe auch »Aufträge«). Stein lobte die »sehr gute Kostenberechnung«, die nur 0,1 Prozent von der Planung abweiche und rechnete vor, dass 2,11 Millionen der Investitionen in der Region blieben und immerhin ca. 200 000 Euro im Ort. »Das ist eine sehr befriedigende Ausschreibung.«
Mit den Arbeiten werde in dreieinhalb Wochen begonnen, so Architekt Gerhard Lehmann: »Wir haben einen ganz strammen Terminplan.« Bereits Ende März kommenden Jahres soll die Halle fix und fertig sein. Ein vorzeitiger Übungsbeginn, nach dem sich Ludwig Kornmeier erkundigt hatte, sei nicht möglich. Zum einen, weil der Boden erst zum Schluss ausgelegt werde, zum anderen aus Sicherheitsbestimmungen auf der Baustelle.
Drei Gewerke vergab der Gemeinderat auch für den Ausbau der Kläranlage in Urloffen – und zwar: Stahlbauarbeiten für die Werkstatt und die Schlammhalle (ca. 124 800 Euro), Arbeiten für den Schlammlagerplatz und die Schachtbauwerke (ca. 340 600 Euro) sowie Estrich- und Fliesenarbeiten für die Schlammhalle (ca. 19 000 Euro). Wolfgang Griebel (Arcadis Consult GmbH) legte den Räten außerdem eine Gesamkostenkontrolle vor: »Wir haben noch ca. 250 000 bis 300 000 Euro Luft.« Dies erklärte er damit, dass man beim Zuschussantrag seinerzeit etwas vorsichtiger kalkuliert habe. »Wir wollten auf der sicheren Seite sein, sind die Töpfe erst einmal zu, gibt es nichts mehr«, so Giebler.
Neben den Millionenprojekten stand auch die Vergabe der Arbeiten für die neue Bachmauer beim Nesselrieder »Vereinshus« auf der Tagesordnung. Die Auftragssumme: knapp 128 400 Euro. Baubeginn sei laut Uli Brudy, Leiter des Bauamtes, nach den Handwerkerferien.
Handlungsbedarf
Die Weichen stellte der Rat schließlich für eine weitere Maßnahme in Nesselried, die Sanierung der maroden Wasserversorgung im bereich Kohlstatt/Illenau. »Handlungsbedarf an allen Ecken und Enden« sah Wolfgang Fallert vom Büro Zink, der wie schon im Ortschaftsrat vergangene Woche (wir berichteten bereits ausführlich) die Planung vorstellte.
Nachdem eine Debatte über Beregnungsanlagen und Wasserentnahmen für die Landwirtschaft in Gang gekommen war, erinnerte Bürgermeister Stein, dass vorerst nur das Konzept für die Wasserversorgung und den Brandschutz (weg vom Hochbehälter, hin zu einer Druckerhöhungsanlage) auf der Tagesordnung stehe.
Dass – nicht nur durch diese Maßnahme bedingt – im kommenden Haushalt die Wasserpreise angehoben werden, bestätigte schließlich Kämmerer Helmut Martin.

Aufträge

Für die Sanierung der Schwarzwaldhalle vergab der Appenweierer Gemeinderat die Aufträge für zwanzig Gewerke: Erd-, Beton- und Maurerarbeiten (ca. 308 000 Euro), Holzbauarbeiten (ca. 66 200 Euro), Stahlbauarbeiten (ca. 87 300 Euro), Gerüstbauarbeiten (ca. 27 800 Euro), Dachabdichtungsarbeiten (ca. 296 800 Euro), Verglasung (ca. 192 800 Euro), Prallwände und Springtore (ca. 139 300 Euro), Trockenbauarbeiten (ca. 184 000 Euro), Sportboden (ca. 72 300 Euro), Estrich (ca. 21 000 Euro), Putz- und Stuckarbeiten (ca. 14 300 Euro), Fliesenarbeiten (ca. 50 500 Euro), Malerarbeiten (ca. 76 000 Euro), Bodenbelagsarbeiten (ca. 25 000 Euro), Sonnenschutz (ca. 6200 Euro), Lüftung (ca. 262 500 Euro), Sanitärinstallation (ca. 73 700 Euro), Elektroarbeiten (ca. 325 600 Euro), Blitzschutzanlage (ca. 8000 Euro). Die Heizung (ca. 331 000 Euro) hatte man bereits im Vorfeld der Sitzung vergeben. ke


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