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Den Beitritt zum Ortenauer Bündnis für Familien hat der Gemeinderat
Appenweier in seiner Sitzung am Montagabend beschlossen. Rat und
Bürgermeister wollen die Familien politisch stärken.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier. »Wir brauchen uns in Appenweier wirklich nicht verstecken«,
sagte Bürgermeister Hansjürgen Stein am Montagabend in der
Gemeinderatssitzung in Hinblick auf die Familienfreundlichkeit der drei
Ortsteile und gab einen Überblick darüber, was in den letzten vier Jahren
gelaufen sei: Sechs Spielplätze wurden in Appenweier, Urloffen und
Nesselried saniert bzw. neu angelegt, zwei Kindergärten (St. Elisabeth in
Appenweier, St. Martin in Urloffen) »aufwändig saniert«. Er erinnerte an das
neue Kindergartengesetz und die Kommunalisierung der Kindergärten zum 1.
Januar 2004 und meinte stolz: »Unsere Mitarbeiter bringen eine gute Leistung
im Kindergarten mit einem eigenen hohen Anspruch.«
Qualitätsoffensive
Gegen Stimmen, die immer wieder laut würden und meinten, es gäbe nur einen
wirklich guten Kindergarten, verwahrte sich der Bürgermeister. »Jetzt geht
es weiter, wir haben die Qualitätsoffensive eingeläutet«, so Hansjürgen
Stein. Alle Kindergärten hätten schriftlich pädagogische Richtlinien
erarbeitet. Positiv hob er das »Vogelnest« hervor (»Dadurch hat sich die
Trägervielfalt in Appenweier erhöht.«) und ging auf Leistungen in der
Kinderbetreuung vor Ort ein. Diese decke von der Regelgruppe über
verlängerte Öffnungszeiten bis zur verlässlichen Grundschule, Hausaufgaben-
und Ferienbetreuung so ziemlich alles ab. Als »Krönung« sah Stein die jüngst
beschlossene Ganztagsbetreuung im Kindergarten (wir berichteten mehrfach)
an.
Aber nicht nur durch Angebote für Kinder würden die Familien unterstützt,
auch durch die wohnortnahe Betreuung der älteren Bürger – wie im Betreuten
Wohnen oder in den Pflegeheimen. »Es ist ein wichtiges Ziel, die Familien
politisch zu stärken«, plädierte Bürgermeister Stein für einen Beitritt zum
Ortenauer Bündnis für Familien. »Wir können uns dort einbringen und
Informationen erhalten«, verspricht sich Stein.
In der Diskussion wurde quer durch die Bank rasch klar, dass die
Gemeinderäte einem Beitritt positiv gegenüberstehen, auch wenn anfangs eine
eventuelle finanzielle Belastung befürchtet wurde. Der Bürgermeister
versicherte allerdings: »Falls es Geld kostet, kommt das Thema wieder in den
Gemeinderat.« Und Karl Sauer (SPD) meinte: »Wenn es etwas kostet, wird es
die Gemeinde nicht gleich ins Schlingern bringen.«
Standort-Vorteil
»Keine großen Kosten, dafür eine gute Informationsquelle« erhoffte sich auch
Petra Salenbacher (CDU) von dem Bündnis. Als »Ideenbörse, in der man
Anregungen erhält, was man tun kann, um auch als wirtschaftlicher Standort
familienfreundlich zu sein«, charakterisierte Ludwig Kornmeier (Grüne) den
kreisweiten Zusammenschluss. Am Ende votierten die Räte einstimmig für einen
Beitritt.
Hintergrund
Bereits im November 2004 wurde das Ortenauer Bündnis für Familien
gegründet. Die Mitglieder, darunter Kommunen, Kirchen, Wirtschaft,
verpflichten sich, in den kommenden Jahren gemeinsam familienfreundliche
Angebote und Strukturen im Kreis auszubauen und aufeinander abzustimmen –
Beispiel Ausbau der Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Als einer der Partner
bringt der Kreis 70 000 Euro für die Koordinierung. Projekte und
Öffentlichkeitsarbeit auf.
Mit Stand Februar 2004 waren 24 Gemeinden dem Bündnis beigetreten, nun folgt
auch Appenweier nach dem jüngsten Gemeinderatsbeschluss. keh
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