08.06.2005
Wasser soll gute Atmosphäre schaffen
Gemeinderat hat Neugestaltung des Platzes vorm Rathaus II beschlossen / Beginn nach dem Sommer
 

Entgegen der äußerst knappen Entscheidung des Bezirksbeirates gegen den Bau eines Brunnens auf dem Platz vor dem Rathaus II entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich, den Platz doch mit Wasser aufzuwerten und einen Brunnen zu bauen.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Über eine Stunde wurde diskutiert, dann ließ Bürgermeister Hansjürgen Stein über die Neugestaltung des Platzes rund um das Rathaus II abstimmen. Der Antrag von Hans-Peter Wiedemer auf Vertagung der Entscheidung bis zur Vorlage von Alternativvorschlägen bekam nur zwei Stimmen. Der Antrag, die vorgeschlagene Platzgestaltung einschließlich Brunnen zu übernehmen, fiel mit sechs Ja- und zwölf Neinstimmen durch. Angenommen wurde dagegen mit 14 Stimmen der Vorschlag, die Platzgestaltung des Ingenieurs zu übernehmen, für den Brunnen aber einen anderen Standort zu suchen. Drei Ratsmitglieder waren dagegen, eines enthielt sich. Der Rest sprach sich dafür aus.
Gebaut werden sollen Pflasterrinnen, in denen das Oberflächenwasser ablaufen kann. Mit 9:8 Stimmen votierte der Gemeinderat knapp dafür, die Rinnen durch den Brunnen zu speisen, damit der Wasserlauf ständig geflutet ist. Wasser auf dem Rathaushof soll eine gute Atmosphäre schaffen.
Mit dieser Entscheidung kann Planer Ralf Siggelkow an die Ausschreibung der Arbeiten gehen, nach den Sommerferien soll mit der Gestaltung des Platzes begonnen werden. Zehn Monate werden die Arbeiten in Anspruch nehmen, so Siggelkow.
Für Klemens Sauer hätte es keiner neuen Aussprache bedurft, »wir haben ausreichend im Bezirksbeirat diskutiert«, meinte er. Ob aber, wie neu in die Diskussion gebracht, der Erhalt einer alten Stützmauer zu den westlich gelegenen Nachbargrundstücken sinnvoll sei, das wollte Sauer nicht unterstreichen. Die Nachbarn hatten Einspruch gegen die geplanten Drahtschotterkörbe eingelegt und wollten wegen des auf der rückwärtigen Seite des Rathauses II beheimateten Jugendtreffs einen zwei Meter hohen Zaun zu ihren Grundstücken haben. Jetzt wird ein neuer Zaun gebaut.
Nur beratende Funktion
Hans-Peter Wiedemer sprach ein deutliches Wort zum Bezirksbeirat, der einen Brunnen auf dem Platz abgelehnt hatte. Nach der Gesetzeslage kann der Bezirksbeirat nichts beschließen, so der Ratsherr. »Nicht ein Satz über Beschlüsse steht in den Gesetzen«, machte Wiedemer deutlich. Der Bezirksbeirat ist zu hören, er kann lediglich die Gremien beraten, so Wiedemer, der beiden Räten angehört. Deshalb ist der Beschluss, keinen Brunnen zu bauen, für den Gemeinderat nicht bindend.
Für Bürgermeister Hansjürgen Stein wäre ein Nein zum Brunnen bedauerlich, er kündigte an für einen Brunnen zu stimmen. Auch für Klemens Sauer wäre ein Brunnen eine tolle Sache, allerdings beim Rathaus I. Die Parkflächen beim ehemaligen Schulhof vor dem Rathaus II seien stark frequentiert, sie würden jeden Brunnen abschotten.
Fritz Sälinger verteidigte seine Meinung, einen Brunnen zu bauen, Siegfried Stettenbenz erinnerte an andere Orte, die sich verschönern, ein Brunnen könnte auch in Appenweier dazu beitragen. Für Petra Salenbacher bringt ein Brunnen zusammen mit Autos nichts, und für Harald Braun sind Ausgaben in Höhe von 30 000 Euro zu viel, wenn man nichts sieht. Hermann Knopf und Ute Hohmann-Klose sprachen sich dafür aus, den Brunnen vom Platzmittelpunkt zur Seite zu verrücken.
Finanziell abgesichert ist die Maßnahme Rathaushof II, das machte Kämmerer Helmut Martin deutlich. Der Brunnen wird durch eine länger zurückliegende Zahlung des Golfclubs finanziert. Das Geld wird in allen drei Ortsteilen zur Dorfverschönerung eingesetzt. In Urloffen wurde dafür der Meerrettichmann gestaltet, in Nesselried soll es (ebenfalls) ein Brunnen werden.


zurück