|
Entgegen der äußerst knappen Entscheidung des
Bezirksbeirates gegen den Bau eines Brunnens auf dem Platz vor dem Rathaus
II entschied der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag mehrheitlich, den
Platz doch mit Wasser aufzuwerten und einen Brunnen zu bauen.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Über eine Stunde wurde diskutiert, dann ließ
Bürgermeister Hansjürgen Stein über die Neugestaltung des Platzes rund um
das Rathaus II abstimmen. Der Antrag von Hans-Peter Wiedemer auf Vertagung
der Entscheidung bis zur Vorlage von Alternativvorschlägen bekam nur zwei
Stimmen. Der Antrag, die vorgeschlagene Platzgestaltung einschließlich
Brunnen zu übernehmen, fiel mit sechs Ja- und zwölf Neinstimmen durch.
Angenommen wurde dagegen mit 14 Stimmen der Vorschlag, die Platzgestaltung
des Ingenieurs zu übernehmen, für den Brunnen aber einen anderen Standort zu
suchen. Drei Ratsmitglieder waren dagegen, eines enthielt sich. Der Rest
sprach sich dafür aus.
Gebaut werden sollen Pflasterrinnen, in denen das Oberflächenwasser ablaufen
kann. Mit 9:8 Stimmen votierte der Gemeinderat knapp dafür, die Rinnen durch
den Brunnen zu speisen, damit der Wasserlauf ständig geflutet ist. Wasser
auf dem Rathaushof soll eine gute Atmosphäre schaffen.
Mit dieser Entscheidung kann Planer Ralf Siggelkow an die Ausschreibung der
Arbeiten gehen, nach den Sommerferien soll mit der Gestaltung des Platzes
begonnen werden. Zehn Monate werden die Arbeiten in Anspruch nehmen, so
Siggelkow.
Für Klemens Sauer hätte es keiner neuen Aussprache bedurft, »wir haben
ausreichend im Bezirksbeirat diskutiert«, meinte er. Ob aber, wie neu in die
Diskussion gebracht, der Erhalt einer alten Stützmauer zu den westlich
gelegenen Nachbargrundstücken sinnvoll sei, das wollte Sauer nicht
unterstreichen. Die Nachbarn hatten Einspruch gegen die geplanten
Drahtschotterkörbe eingelegt und wollten wegen des auf der rückwärtigen
Seite des Rathauses II beheimateten Jugendtreffs einen zwei Meter hohen Zaun
zu ihren Grundstücken haben. Jetzt wird ein neuer Zaun gebaut.
Nur beratende Funktion
Hans-Peter Wiedemer sprach ein deutliches Wort zum Bezirksbeirat, der einen
Brunnen auf dem Platz abgelehnt hatte. Nach der Gesetzeslage kann der
Bezirksbeirat nichts beschließen, so der Ratsherr. »Nicht ein Satz über
Beschlüsse steht in den Gesetzen«, machte Wiedemer deutlich. Der
Bezirksbeirat ist zu hören, er kann lediglich die Gremien beraten, so
Wiedemer, der beiden Räten angehört. Deshalb ist der Beschluss, keinen
Brunnen zu bauen, für den Gemeinderat nicht bindend.
Für Bürgermeister Hansjürgen Stein wäre ein Nein zum Brunnen bedauerlich, er
kündigte an für einen Brunnen zu stimmen. Auch für Klemens Sauer wäre ein
Brunnen eine tolle Sache, allerdings beim Rathaus I. Die Parkflächen beim
ehemaligen Schulhof vor dem Rathaus II seien stark frequentiert, sie würden
jeden Brunnen abschotten.
Fritz Sälinger verteidigte seine Meinung, einen Brunnen zu bauen, Siegfried
Stettenbenz erinnerte an andere Orte, die sich verschönern, ein Brunnen
könnte auch in Appenweier dazu beitragen. Für Petra Salenbacher bringt ein
Brunnen zusammen mit Autos nichts, und für Harald Braun sind Ausgaben in
Höhe von 30 000 Euro zu viel, wenn man nichts sieht. Hermann Knopf und Ute
Hohmann-Klose sprachen sich dafür aus, den Brunnen vom Platzmittelpunkt zur
Seite zu verrücken.
Finanziell abgesichert ist die Maßnahme Rathaushof II, das machte Kämmerer
Helmut Martin deutlich. Der Brunnen wird durch eine länger zurückliegende
Zahlung des Golfclubs finanziert. Das Geld wird in allen drei Ortsteilen zur
Dorfverschönerung eingesetzt. In Urloffen wurde dafür der Meerrettichmann
gestaltet, in Nesselried soll es (ebenfalls) ein Brunnen werden.
|