»Ehrungen auf örtlicher Ebene sind die wichtigsten und ehrlichsten. Der Bundespräsident, der mir im Jahre 1994 das Bundesverdienstkreuz verliehen hat, kennt mich nicht. Er weiß nicht, was ich geleistet habe. In Appenweier ist das anders.« Das sagte Studiendirektor i.R. Karl Maier bei der Verleihung der Bürgermedaille, die ihm als erstem Bürger von Appenweier zuteil wurde.
Von: Heinz Hättig
Appenweier. Die von einem Kölner Künstler geschaffene Bürgermedaille zeigt auf der Vorderseite den Kirchenwinkel von Appenweier, der von jeweils zwei Motiven aus Urloffen, nämlich dem Meerrettichmann und der Zimmerer Kirche, sowie aus Nesselried durch die alte Schule und Weinreben umrankt wird. Auf der Rückseite finden sich die Wappen der drei Ortsteile mit dem Namen »Karl Maier« und dem Datum der Verleihung.
Die Bürgermedaille wurde von der Gemeinde für Persönlichkeiten gestiftet, die sich in besonderer Weise um Appenweier und die Bürgerschaft verdient gemacht und außergewöhnlichen Bürgersinn bewiesen haben.
Erster Träger ist Karl Maier (78), der die Medaille im Beisein zahlreicher Weggefährten sowie von Vertretern der Kommune und Vereine am Donnerstag durch Bürgermeister Hansjürgen Stein im Bürgersaal überreicht bekam. Stein hielt auch die Laudatio.
Karl Maier ist ein gebürtiger Appenweierer. Nach Krieg und Abitur studierte er das Lehramt. Einen Großteil seiner Berufstätigkeit widmete er dem Gymnasium Achern, das ihm seinerzeit eine »überragende pädagogische Kompetenz« bescheinigte. Darüber hinaus engagierte er sich in vielfältiger Weise für seine Heimatgemeinde, für die er von 1962 bis 1994 im Gemeinderat mitwirkte und an vielen grundlegenden Entscheidungen beteiligt war. Dazu gehörten die Kommunalreform sowie die Partnerschaft mit Montlouis sur Loire, die er mitbegründete.
Sein besonderes Engagement galt der Geschichte Appenweiers. Er betreut intensiv das Gemeindearchiv, verfasste historische Schriften über die Entwicklung von Kommune und Kirche und hielt wichtige Ereignisse der Gegenwart auf Fotos, Dias oder im Film fest. Stein: »Karl Maier ist kaum auf Bildern zu finden, weil er immer selbst fotografiert hat.«
Eine maßgebliche Rolle spielte er auch im Historischen Verein Appenweier, den er 1958 zusammen mit seinem Bruder Dr. Günther Maier ins Leben rief und lange Zeit führte. Auch viele Bände der »Ortenau«, deren Redakteur er war, tragen seine Handschrift. Ungezählt sind seine Dia- und Filmvorträge und seine sonstigen Aktivitäten.
Stein wies auf die Ehrungen hin, die Karl Maier im Laufe der Jahre erfuhr, zeigte sich aber überzeugt, dass er sich über die Bürgermedaille am meisten freuen werde. Der Geehrte bestätigte dies in seinen Dankesworten. Seine Frau Karolina, die oft auf ihn verzichtet hatte, wurde mit einem Blumengebinde bedacht.
Das Grußwort hatte Bürgermeister-Stellvertreter Ulli Herdt gesprochen. Den musikalischen Rahmen der Feierstunde schuf ein Bläserquartett der Trachtenkapelle Appenweier unter Leitung von Hans-Peter Wiedemer. |