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Nesselried im Schnelldurchgang. Nur 90 Minuten
hatte die Expertenkommission Zeit, die im Rahmen des Wettbewerbs »Unser Dorf
hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden« am Dienstag den Appenweierer
Ortsteil bewertete. Mit Nordrach, Oberharmersbach und Erlach bereiste sie am
selben Tag noch drei weitere Gemeinden.
Von: Heinz Hättig
Appeneier-Nesslried. Die Expertenkommission, die am
Dienstag im Rahmen des Wettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll
schöner werden« Nesselried bewertete, war hochkarätig besetzt. Sie bestand
aus der Landfrauen-Vertreterin Hilda Zimpfer (Helmlingen), Architekt
Heinrich Meyer (Offenburg), Bürgermeister Klaus-Peter Mungenast
(Kappelrodeck), Landwirtschaftsdirektor Henning Pohle (Offenburg),
Museums-Geschäftsführer Dr. Jürgen Weisser (Gutach) und dem Obstbauberater
Hansjörg Haas (Offenburg) als Leiter. Appenweier war durch Bürgermeister
Hansjürgen Stein und Nesselried durch Ortsvorsteher Klaus Sauer und seinen
Stellvertreter Franz Bähr vertreten.
Der Auftakt fand bei einer Tasse Kaffee im Rathaus statt, wo Klaus Sauer die
Ortschaft mit ihren knapp 1400 Einwohnern in einer gelungenen
Power-Point-Präsentation vorstellte. »Strukturen, die greifen« hatte er
seine Schau betitelt, will heißen, dass die wichtigsten Einrichtungen am Ort
sind und die meisten in das Vereinsleben eingebettet sind. »90 Prozent der
Jugendlichen sind in Vereinen aktiv. Wir brauchen keinen Sozialarbeiter. Das
kriegen wir selbst gebacken«, unterstrich Klaus Sauer. Pro Jahr würden die
Vereine 7000 ehrenamtliche Stunden im Dienste der Jugend aufbringen.
Insgesamt verfügt die Ortschaft über zwölf Vereine, wobei Sauer auch das
Vereinsheim nannte, das mit einigen tausend Stunden Eigenarbeit aus dem
ehemaligen Farrenstall entstand.
Das waren wichtige Aussagen, denn die Kommission schaut längst nicht mehr
nur auf den Blumenschmuck, sondern verstärkt auch auf das gute Zusammenleben
der Einwohner. »Wie werden die Neubürger integriert?« wollte etwa
Klaus-Peter Mungenast wissen.
Ortsmittelpunkt
Das geschieht nach Sauers Ansicht über die Kinder, die sich in den Vereinen
begegnen und dabei manchmal auch die Eltern im Schlepptau haben. Zudem habe
man mit Kirche, Rathaus, Kindergarten, Schule, der Rebstockhalle und dem
Vereinsheim einen echten Ortsmittelpunkt. Andererseits sei Nesselried,
eingebettet zwischen Obst und Reben, ein Dorf in schöner Landschaft.
Eindrucksvolle Bilder unterstrichen dies, wobei an schmucken Bildstöckchen
und Flurkreuzen auch der viel beschworene Bürgersinn sichtbar wurde.
Wohlfühlgefühl
Den ersten Teil der Begehung machte die Kommission zu Fuß. Dann stieg man in
einen Kleinbus, um die weitere Ortschaft zu »bereisen«. Dabei richtete sich
der Blick auch in die Zukunft. Auf die Frage, wo Nesselried in fünf Jahren
stehen wolle, antwortete Sauer, dass man nicht vorhabe, übermäßig zu
wachsen, sondern vorrangig die bestehenden Strukturen, den Zusammenhalt und
das Wohlfühlgefühl erhalten wolle. Die Kommissionsmitglieder machten eifrig
Notizen. Wie sie Nesselried bewerteten, wo sie Pluspunkte und wo Minuspunkte
machten, verrieten sie nicht.
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