21.07.2005
Sauer: »Das kriegen wir selbst gebacken«
Jury des Dorfverschönerungs-Wettbewerbs in Nesselried / Vereine leisten wichtige Jugendarbeit
 

Nesselried im Schnelldurchgang. Nur 90 Minuten hatte die Expertenkommission Zeit, die im Rahmen des Wettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden« am Dienstag den Appenweierer Ortsteil bewertete. Mit Nordrach, Oberharmersbach und Erlach bereiste sie am selben Tag noch drei weitere Gemeinden.

Von: Heinz Hättig

Appeneier-Nesslried. Die Expertenkommission, die am Dienstag im Rahmen des Wettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft - Unser Dorf soll schöner werden« Nesselried bewertete, war hochkarätig besetzt. Sie bestand aus der Landfrauen-Vertreterin Hilda Zimpfer (Helmlingen), Architekt Heinrich Meyer (Offenburg), Bürgermeister Klaus-Peter Mungenast (Kappelrodeck), Landwirtschaftsdirektor Henning Pohle (Offenburg), Museums-Geschäftsführer Dr. Jürgen Weisser (Gutach) und dem Obstbauberater Hansjörg Haas (Offenburg) als Leiter. Appenweier war durch Bürgermeister Hansjürgen Stein und Nesselried durch Ortsvorsteher Klaus Sauer und seinen Stellvertreter Franz Bähr vertreten.
Der Auftakt fand bei einer Tasse Kaffee im Rathaus statt, wo Klaus Sauer die Ortschaft mit ihren knapp 1400 Einwohnern in einer gelungenen Power-Point-Präsentation vorstellte. »Strukturen, die greifen« hatte er seine Schau betitelt, will heißen, dass die wichtigsten Einrichtungen am Ort sind und die meisten in das Vereinsleben eingebettet sind. »90 Prozent der Jugendlichen sind in Vereinen aktiv. Wir brauchen keinen Sozialarbeiter. Das kriegen wir selbst gebacken«, unterstrich Klaus Sauer. Pro Jahr würden die Vereine 7000 ehrenamtliche Stunden im Dienste der Jugend aufbringen. Insgesamt verfügt die Ortschaft über zwölf Vereine, wobei Sauer auch das Vereinsheim nannte, das mit einigen tausend Stunden Eigenarbeit aus dem ehemaligen Farrenstall entstand.
Das waren wichtige Aussagen, denn die Kommission schaut längst nicht mehr nur auf den Blumenschmuck, sondern verstärkt auch auf das gute Zusammenleben der Einwohner. »Wie werden die Neubürger integriert?« wollte etwa Klaus-Peter Mungenast wissen.
Ortsmittelpunkt
Das geschieht nach Sauers Ansicht über die Kinder, die sich in den Vereinen begegnen und dabei manchmal auch die Eltern im Schlepptau haben. Zudem habe man mit Kirche, Rathaus, Kindergarten, Schule, der Rebstockhalle und dem Vereinsheim einen echten Ortsmittelpunkt. Andererseits sei Nesselried, eingebettet zwischen Obst und Reben, ein Dorf in schöner Landschaft. Eindrucksvolle Bilder unterstrichen dies, wobei an schmucken Bildstöckchen und Flurkreuzen auch der viel beschworene Bürgersinn sichtbar wurde.
Wohlfühlgefühl
Den ersten Teil der Begehung machte die Kommission zu Fuß. Dann stieg man in einen Kleinbus, um die weitere Ortschaft zu »bereisen«. Dabei richtete sich der Blick auch in die Zukunft. Auf die Frage, wo Nesselried in fünf Jahren stehen wolle, antwortete Sauer, dass man nicht vorhabe, übermäßig zu wachsen, sondern vorrangig die bestehenden Strukturen, den Zusammenhalt und das Wohlfühlgefühl erhalten wolle. Die Kommissionsmitglieder machten eifrig Notizen. Wie sie Nesselried bewerteten, wo sie Pluspunkte und wo Minuspunkte machten, verrieten sie nicht.


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