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Appenweier (red). Der Verwaltungshaushalt 2005 der Gemeinde
Appenweier hat ein Volumen von 13 915 000 Euro und liegt damit um 2,4
Prozent über dem des Vorjahres (13 583 000 Euro). Der Gemeindeanteil an der
Einkommensteuer wurde nach den Prognosen des Finanzministeriums im
Haushaltserlass 2005 berechnet. Er liegt mit 2 716 000 Euro um 206 000 Euro
unter dem Vorjahresansatz.
Mit dieser Einnahmequelle werden 25,5 Prozent (Vorjahr 28,0 Prozent) der
bereinigten Ausgaben (ohne kalkulatorische Kosten und innere Verrechnungen)
des Verwaltungshaushaltes bestritten.
Die Zuweisungen nach dem Finanzausgleichsgesetz betragen 1 119 000 Euro und
überschreiten damit den letztjährigen Ansatz um 232 000 Euro. Ihr Anteil an
den bereinigten Gesamteinnahmen des Verwaltungshaushaltes beträgt 10,5
Prozent (Vorjahr 8,5 Prozent).
Den Gewerbesteueransatz hat Kämmerer Helmut Martin unter Berücksichtigung
des positiven Ergebnisses 2003 und des sich abzeichnenden Ergebnisses 2004
auf der Grundlage der zum Zeitpunkt der Planaufstellung vorliegenden
Steuermessbescheide um zehn Prozent auf 2 200 000 Euro erhöht.
Zusätzliche Ausgaben
Die Steuerkraftsumme als Bemessungsgrundlage für die Finanzausgleichsumlage
und die Kreisumlage habe sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 3,4 Prozent
vermindert. Trotzdem ergeben sich bei diesen Ausgabepositionen deutliche
Mehrausgaben, da das Land Baden-Württemberg zur Konsolidierung des
Haushaltes unter anderem eine Erhöhung des Umlagesatzes um voraussichtlich
zwei Prozent und der Ortenaukreis zum Ausgleich gestiegener Sozialausgaben
eine Hebesatzerhöhung von ca. 3,95 Prozent angekündigt hat. Dies bedeutet
für die Gemeinde Appenweier Zusatzausgaben von rund 480 000 Euro. Die beiden
Umlagen mit zusammen 4 211 000 Euro (Vorjahr 4 003 000 Euro) entsprechen
knapp 40 Prozent des »bereinigten« Gesamtvolumens des Verwaltungshaushaltes.
Die Personalausgaben liegen mit 2 997 150 Euro um 21 600 Euro über dem
Vorjahresansatz.
Etatausgleich möglich
»Trotz bescheidener Schlüsselzuweisungen und einem geringeren
Einkommenssteueranteil hätte die Gemeinde den Verwaltungshaushalt
ausgleichen können. Die drastische Erhöhung der Finanzausgleichs- und
Kreisumlage mit einer Mehrbelastung von 480 000 Euro habe dies jedoch
unmöglich gemacht«, erklärte Kämmerer Helmut Martin. Trotz Ausgabekürzungen,
»Einfrieren« von Ansätzen und höchstmöglicher Veranschlagung der Einnahmen,
konnte der Verwaltungsetat 2005 mit laufenden Einnahmen nicht ausgeglichen
werden, zumal im Hinblick auf die angespannte wirtschaftliche Lage auf
Steuer- und Gebührenerhöhungen verzichtet wurde. »Eine Zuführung vom
Vermögenshaushalt von 413 000 Euro war daher unumgänglich.«
Der Vermögenshaushalt hat ein Volumen von 5 731 000 Euro. Dies bedeutet
gegenüber dem Etat des Vorjahres einen Anstieg um 116 000 Euro. 2005 sollen
Hoch- und Tiefbaumaßnahmen (einschließlich Landessanierungsprogramm) für
über 4,5 Millionen Euro durchgeführt werden. Die Renovierung der Zimmerer
Kirche und Sanierungsmaßnahmen am Kindergarten St. Martin sind mit weiteren
Raten und Verpflichtungsermächtigungen finanziert. Der Investitionszuschuss
für den Neubau des Altenpflegeheimes in Urloffen ist mit einem Teilbetrag
und einer Verpflichtungsermächtigung berücksichtigt.
Für die Eisenbahnkreuzungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Neubaustrecke
der Deutschen Bahn AG wurden 2004 keine Mittel von Seiten der Bahn
abgerufen, so dass der Vorjahresansatz von 593 000 Euro als Haushaltsrest
verfügbar ist. »Nachdem seitens der Bahn die Schlussabrechnung für 2005 in
Aussicht gestellt wurde, sind die gemäß Vereinbarung erforderlichen
Restmittel als Haushaltsansatz und Verpflichtungsermächtigung eingeplant«,
informierte Martin weiter.
Nachdem die detaillierten Kosten für die Generalsanierung der
Schwarzwaldhalle ermittelt sind (wir berichteten) und deutlich geworden ist,
dass eine Realisierung in mehreren Abschnitten kaum möglich, zumindest aber
mit erheblichen Mehrkosten verbunden wäre, hat der Gemeinderat beschlossen,
diese Maßnahme mit einer ersten Rate und einer Verpflichtungsermächtigung in
den Haushalt 2005 aufzunehmen.
Im Rahmen des Landessanierungsproramms sollten weitere Maßnahmen im Bereich
»Ortsmitte Appenweier« realisiert werden. Die im Herbst 2003 begonnene
Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Appenweier wird voraussichtlich im Mai
abgeschlossen werden.
Keine Kreditaufnahme
Zur Finanzierung des Vermögenshaushaltes erwartet der Kämmerer
Grundstückserlöse von 365 000 Euro (6,37 Prozent), Zuweisunen und Zuschüsse
von 2 325 000 Euro (40,57 Prozent) sowie Beiträge und Darlehensrückflüsse
von 295 000 Euro (5,15 Prozent). Nachdem keine Zuführung vom
Verwaltungshaushalt zur Verfügung steht wird die verbleibende Lücke von 2
746 000 Euro vollständig durch eine Rücklagenentnahme (Sparbuch der
Gemeinde) geschlossen. Kreditaufnahmen sieht der Haushalt 2005 nicht vor, so
dass die Verschuldung am Ende des Jahres um 296 000.
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