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Nach etwas mehr als einem halben Jahr Vakanz hat Appenweier
gleich zwei evangelische Pfarrer. Agnes Gahbler und ihr Ehemann Jörg
Allgeier teilen sich die Pfarrstelle. Sie werden am heutigen
Samstag, 20. Mai, während eines Gottesdienstes in ihr Amt
eingeführt.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Mit Freude nimmt das Ehepaar Agnes Gahbler und Jörg
Allgeier seinen Dienst auf. Appenweier sei mit seinen 1800
evangelischen Christen eine noch junge Gemeinde, in der die Arbeit
sicher Spaß machen werde, zeigten sich beide überzeugt. Während
Waldshut-Tiengen wie Appenweier evangelische Diaspora sei, feiere
die Kirche dort in diesem Jahr bereits ihr 100-jähriges Bestehen.
Sie habe festgefügte Strukturen. Das sei in Appenweier sicher noch
nicht so ausgeprägt, denn hier bestehe die Kirchengemeinde erst seit
zehn Jahren. Eine junge Kirche mit umgänglichen Menschen, wie der
erste Empfang in Appenweier gezeigt habe, erwarte sie.
Erste Kontakte
Auch wenn man in Appenweier auf dem Land lebe, im Umfeld gebe es
zahlreiche Städte mit einem großen kulturellen Angebot. So besuche
die neunjährige Tochter bereits die Musikschule in Oberkirch und
habe Nachbarskinder kennen gelernt. Wie die Tochter haben auch die
Eltern schon erste Kontakte geknüpft und wurden gut aufgenommen. Es
habe gut geklappt mit dem Umzug, freute sich das Pfarrersehepaar
nach ersten Tagen in Appenweier.
Agnes Gahbler (42) wurde in Lübeck geboren, sie wohnt sein 1992
in Baden-Württemberg, hat in Göttingen, Bethel, Marburg und Kiel
studiert. 1993 bis 1995 verbrachte sie ihre Lehrvikariatszeit in
Freiburg-Landwasser und übernahm 1996 ihre erste Pfarrstelle in
Waldshut-Tiengen. Nach einer Familienauszeit absolvierte sie ihre
Pfarrvikariatszeit von 2003 bis 2005 in Bad Säckingen und hat jetzt
in Appenweier ihre erste eigene Pfarrstelle. Mit Freude werde sie
ihre Arbeit in Appenweier aufnehmen, zumal ihr die Menschen sehr
freundlich entgegenkommen – sei’s beim Einkaufen oder bei anderen
Gelegenheiten. Sie habe bisher nur positive Eindrücke gewonnen.
Ehemann Jörg Allgeier (42), mit dem sie die Pfarrstelle teilen
wird, ist in Karlsruhe geboren und in der Nähe von Pforzheim
aufgewachsen. Seine theologischen Studien absolvierte er in
Heidelberg, Marburg. Er war in Meißenheim tätig, verbrachte seine
Pfarrvikarszeit in Freiburg und hatte ebenfalls in Waldshut-Tiengen
seine erste Pfarrstelle. Der Entscheidung für Appenweier ging ein
längerer Orientierungsprozess voraus, betonte Allgeier, der nach
zehn Jahren an der bisherigen Pfarrstelle eine neue Herausforderung
gesucht hatte. Die Offenheit, mit der ihn die Verantwortlichen der
Kirchengemeinde hier empfingen, gab schließlich den Ausschlag, sich
zu bewerben.
Veränderungen in der Leitung der Pfarrei stehen vorerst nicht auf
dem Programm. Beide Pfarrer sind überzeugt davon, dass sie die
Menschen und den Ort erst kennen lernen wollen, ehe sie – wenn
erforderlich – Veränderungen angehen, das alles aber nur in enger
Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat und den anderen Aktiven.
In einer Diaspora werde man sich immer mit der Ökumene befassen
müssen, betonte das Ehepaar auf Nachfrage. Allerdings wisse es um
die Schwierigkeiten, die die katholischen Priester derzeit durch die
Einrichtung der Seelsorgeeinheiten haben. Neue Strukturen erfordern
viel Zeit. Mehrere Pfarreien zusammenzuführen lasse oft für
weitergehende Pläne kaum den erforderlichen Raum. In jedem Fall
werde man offen auf die andere Konfession zugehen. Es gebe viele
Gelegenheiten, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, wo sie
wichtig ist.
Veranstaltung
Am heutigen Samstag, 20. Mai, wird das neue Pfarrersehepaar der
evangelischen Kirchengemeinde Appenweier in sein Amt eingeführt.
Beginn ist um 16 Uhr. Dazu ist die gesamte Bevölkerung ebenso
eingeladen, wie zu einem anschließenden gegenseitigen Kennenlernen
im Gemeindesaal. |