20.05.2006
Vorerst keine Veränderung geplant
Agnes Gahbler und Jörg Allgeier übernehmen heute die Pfarrsstelle in Appenweier
 

Nach etwas mehr als einem halben Jahr Vakanz hat Appenweier gleich zwei evangelische Pfarrer. Agnes Gahbler und ihr Ehemann Jörg Allgeier teilen sich die Pfarrstelle. Sie werden am heutigen Samstag, 20. Mai, während eines Gottesdienstes in ihr Amt eingeführt.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Mit Freude nimmt das Ehepaar Agnes Gahbler und Jörg Allgeier seinen Dienst auf. Appenweier sei mit seinen 1800 evangelischen Christen eine noch junge Gemeinde, in der die Arbeit sicher Spaß machen werde, zeigten sich beide überzeugt. Während Waldshut-Tiengen wie Appenweier evangelische Diaspora sei, feiere die Kirche dort in diesem Jahr bereits ihr 100-jähriges Bestehen. Sie habe festgefügte Strukturen. Das sei in Appenweier sicher noch nicht so ausgeprägt, denn hier bestehe die Kirchengemeinde erst seit zehn Jahren. Eine junge Kirche mit umgänglichen Menschen, wie der erste Empfang in Appenweier gezeigt habe, erwarte sie.

Erste Kontakte
Auch wenn man in Appenweier auf dem Land lebe, im Umfeld gebe es zahlreiche Städte mit einem großen kulturellen Angebot. So besuche die neunjährige Tochter bereits die Musikschule in Oberkirch und habe Nachbarskinder kennen gelernt. Wie die Tochter haben auch die Eltern schon erste Kontakte geknüpft und wurden gut aufgenommen. Es habe gut geklappt mit dem Umzug, freute sich das Pfarrersehepaar nach ersten Tagen in Appenweier.

Agnes Gahbler (42) wurde in Lübeck geboren, sie wohnt sein 1992 in Baden-Württemberg, hat in Göttingen, Bethel, Marburg und Kiel studiert. 1993 bis 1995 verbrachte sie ihre Lehrvikariatszeit in Freiburg-Landwasser und übernahm 1996 ihre erste Pfarrstelle in Waldshut-Tiengen. Nach einer Familienauszeit absolvierte sie ihre Pfarrvikariatszeit von 2003 bis 2005 in Bad Säckingen und hat jetzt in Appenweier ihre erste eigene Pfarrstelle. Mit Freude werde sie ihre Arbeit in Appenweier aufnehmen, zumal ihr die Menschen sehr freundlich entgegenkommen – sei’s beim Einkaufen oder bei anderen Gelegenheiten. Sie habe bisher nur positive Eindrücke gewonnen.

Ehemann Jörg Allgeier (42), mit dem sie die Pfarrstelle teilen wird, ist in Karlsruhe geboren und in der Nähe von Pforzheim aufgewachsen. Seine theologischen Studien absolvierte er in Heidelberg, Marburg. Er war in Meißenheim tätig, verbrachte seine Pfarrvikarszeit in Freiburg und hatte ebenfalls in Waldshut-Tiengen seine erste Pfarrstelle. Der Entscheidung für Appenweier ging ein längerer Orientierungsprozess voraus, betonte Allgeier, der nach zehn Jahren an der bisherigen Pfarrstelle eine neue Herausforderung gesucht hatte. Die Offenheit, mit der ihn die Verantwortlichen der Kirchengemeinde hier empfingen, gab schließlich den Ausschlag, sich zu bewerben.

Veränderungen in der Leitung der Pfarrei stehen vorerst nicht auf dem Programm. Beide Pfarrer sind überzeugt davon, dass sie die Menschen und den Ort erst kennen lernen wollen, ehe sie – wenn erforderlich – Veränderungen angehen, das alles aber nur in enger Zusammenarbeit mit dem Kirchengemeinderat und den anderen Aktiven.

In einer Diaspora werde man sich immer mit der Ökumene befassen müssen, betonte das Ehepaar auf Nachfrage. Allerdings wisse es um die Schwierigkeiten, die die katholischen Priester derzeit durch die Einrichtung der Seelsorgeeinheiten haben. Neue Strukturen erfordern viel Zeit. Mehrere Pfarreien zusammenzuführen lasse oft für weitergehende Pläne kaum den erforderlichen Raum. In jedem Fall werde man offen auf die andere Konfession zugehen. Es gebe viele Gelegenheiten, mit einer gemeinsamen Stimme zu sprechen, wo sie wichtig ist.

Veranstaltung
Am heutigen Samstag, 20. Mai, wird das neue Pfarrersehepaar der evangelischen Kirchengemeinde Appenweier in sein Amt eingeführt. Beginn ist um 16 Uhr. Dazu ist die gesamte Bevölkerung ebenso eingeladen, wie zu einem anschließenden gegenseitigen Kennenlernen im Gemeindesaal.


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