11.06.2005
»Wir sind alle stolz auf das Erreichte«  
Klaus Sauer über den Farrenstall, dessen Umbau und die Einweihung vom neuen »Vereinshus«
 

Von: Kerstin Handsteiner
Um mehr Platz für die Vereine zu schaffen, haben die Nesselrieder ihren ehemaligen Farrenstall umgebaut. Und das mit viel ehrenamtlichem Engagement. Im Interview spricht Ortsvorsteher Klaus Sauer über den Enstehungsprozess – von der ursprünglichen Idee, über die Arbeiten bis zur Einweihungsfeier, die am Sonntag, 26. Juni, ab 10.30 Uhr, stattfindet.
Ω Der Umbau des ehemaligen Farrenstalls zum Vereinshus ist größtenteils fertig. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Klaus Sauer: Mit dem Ergebnis, so denke ich, können alle Beteiligten zufrieden sein. Auch wir, von Seiten des Ortschaftsrates, sind stolz auf das Erreichte, insbesondere auf die vielen freiwilligen Helfer. Wir können am 26. Juni sicherlich ein gelungenes Werk einweihen.
Ω Bei den Räumen des Heimatvereins hat man bewusst auf den Endausbau verzichtet, um mehr Gestaltungsspielraum beim Einrichten des Museums zu haben. Wie konkret sind mittlerweile die Pläne?
Sauer: Die Räume des Heimatvereins sollten nicht in der Art und Weise ausgebaut werden, wie bei den »Friends of Twins« oder dem Musikverein. Sie stellen eine Art von Ausstellungsräumen dar. Dies war von Anfang an so geplant. Wie genau die Pläne des Heimatvereins im Detail aussehen, ist mir so nicht bekannt. Es ist allerdings nach meinem Kenntnisstand kein eigentliches Museum vorgesehen. Die vom Heimatverein bislang gesammelten historischen Gegenstände sollen in den Räumen aufbewahrt werden. Sicherlich soll es auch möglich sein, diese zu besonderen Anlässen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Museum mit festen Öffnungszeiten wird es aber meines Wissens vorerst nicht geben.
Ω Werfen wir kurz einen Blick auf die Geschichte des Hauses.
Sauer: Das Haus wurde 1955 gebaut. Damals wurden der Zuchteber und der Zuchtstier für die Nesselrieder Landwirte darin untergebracht. Über dem Stall war ein Heustall vorhanden. Nachdem der Zuchteber und der Zuchtstier abgeschafft wurden, stand das Gebäude eigentlich leer und wurde als Lagerfläche von den örtlichen Vereinen sowie als Bar an Fasnacht benutzt. Im Juni 1994 wurde der letzte Zuchteber im Farrenstall abgeschafft.
Ω Wie kam man eigentlich auf die Idee, den Stall in ein Vereinshus umzubauen?
Sauer: Die Idee entwickelte sich aus den Reihen des Ortschaftsrates. Zum einen stand der alte Farrenstall leer und zum anderen hatten verschiedene Vereine Platzbedarf. Insbesondere der Musikverein konnte auf Grund der vielen nachrückenden Jungmusiker nicht mehr im alten Probelokal üben, da es zu klein wurde. Entgegen kam natürlich auch der Umstand, dass wir noch über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum Zuschüsse bekamen.
Ω Wie viele Vereine beherbergt das Haus nun?
Sauer: Insgesamt sind im Vereinshus nun fünf Vereine untergebracht. Der Radsportverein und die Feuerwehr waren mit ihren Vereinsräumen schon im alten Zustand in dem Haus beheimatet. Neu hinzugekommen sind die »Friends of Twins«, der Heimat- und Musikverein.
Ω Wie stark waren die Vereine in den Umbau eingebunden?
Sauer: Insbesondere die drei neu hinzugekommenen Vereine haben mit über 5000 Helferstunden dazu beigetragen, dass dieses Projekt überhaupt zu Stande kam. Aber alle Vereine brachten sich mit viel Engagement ein und haben durch ihre Arbeit eine Einsparung von ca. 75 000 Euro ermöglicht. Ganz besonders möchte ich Tatkraft der »Friends of Twins« hervorheben, die ja besonders schnell arbeiteten und bereits ein halbes Jahr in ihrem neuen Domizil anzutreffen sind.
Ω Wie hoch waren die Kosten insgesamt?
Sauer: Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei ca. 380 000 Euro. Hiervon flossen 104 000 Euro in Form des Zuschusses vom Land wieder an die Gemeinde zurück. In den genannten Gesamtkosten sind die 75 000 Euro Eigenleistung der Vereine noch nicht enthalten.
Ω Am 26. Juni findet die Einweihung statt. Wie schaut das Programm aus?
Sauer: Die Einweihung nimmt – als besonderer Gast – Minister Willi Stächele zusammen mit Bürgermeister Hansjürgen Stein vor. Umrahmt wird sie vom Musikverein. Die beteiligten Vereine bieten ein Mittagessen an. Selbstverständlich ist für Musik und Unterhaltung gesorgt. Geplant sind Auftritte des Gesangvereins und der Jugendkapelle des Musikvereins. Mitglieder des Ortschaftsrats organisieren ein Kinderprogramm und die Feuerwehr und »Friends of Twins« stellen ihre Fahrzeuge aus. Zur Abrundung hält die benachbarte Raiffeisengenossenschaft einen Tag der offenen Tür ab. Es wird also einiges geboten sein

 


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