|
Von: Kerstin Handsteiner
Um mehr Platz für die Vereine zu schaffen, haben die Nesselrieder ihren
ehemaligen Farrenstall umgebaut. Und das mit viel ehrenamtlichem Engagement.
Im Interview spricht Ortsvorsteher Klaus Sauer über den Enstehungsprozess –
von der ursprünglichen Idee, über die Arbeiten bis zur Einweihungsfeier, die
am Sonntag, 26. Juni, ab 10.30 Uhr, stattfindet.
Ω Der Umbau des ehemaligen Farrenstalls zum Vereinshus ist
größtenteils fertig. Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?
Klaus Sauer: Mit dem Ergebnis, so denke ich, können alle Beteiligten
zufrieden sein. Auch wir, von Seiten des Ortschaftsrates, sind stolz auf das
Erreichte, insbesondere auf die vielen freiwilligen Helfer. Wir können am
26. Juni sicherlich ein gelungenes Werk einweihen.
Ω Bei den Räumen des Heimatvereins hat man bewusst auf den Endausbau
verzichtet, um mehr Gestaltungsspielraum beim Einrichten des Museums zu
haben. Wie konkret sind mittlerweile die Pläne?
Sauer: Die Räume des Heimatvereins sollten nicht in der Art und Weise
ausgebaut werden, wie bei den »Friends of Twins« oder dem Musikverein. Sie
stellen eine Art von Ausstellungsräumen dar. Dies war von Anfang an so
geplant. Wie genau die Pläne des Heimatvereins im Detail aussehen, ist mir
so nicht bekannt. Es ist allerdings nach meinem Kenntnisstand kein
eigentliches Museum vorgesehen. Die vom Heimatverein bislang gesammelten
historischen Gegenstände sollen in den Räumen aufbewahrt werden. Sicherlich
soll es auch möglich sein, diese zu besonderen Anlässen der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Ein Museum mit festen Öffnungszeiten wird es aber
meines Wissens vorerst nicht geben.
Ω Werfen wir kurz einen Blick auf die Geschichte des Hauses.
Sauer: Das Haus wurde 1955 gebaut. Damals wurden der Zuchteber und der
Zuchtstier für die Nesselrieder Landwirte darin untergebracht. Über dem
Stall war ein Heustall vorhanden. Nachdem der Zuchteber und der Zuchtstier
abgeschafft wurden, stand das Gebäude eigentlich leer und wurde als
Lagerfläche von den örtlichen Vereinen sowie als Bar an Fasnacht benutzt. Im
Juni 1994 wurde der letzte Zuchteber im Farrenstall abgeschafft.
Ω Wie kam man eigentlich auf die Idee, den Stall in ein Vereinshus
umzubauen?
Sauer: Die Idee entwickelte sich aus den Reihen des Ortschaftsrates. Zum
einen stand der alte Farrenstall leer und zum anderen hatten verschiedene
Vereine Platzbedarf. Insbesondere der Musikverein konnte auf Grund der
vielen nachrückenden Jungmusiker nicht mehr im alten Probelokal üben, da es
zu klein wurde. Entgegen kam natürlich auch der Umstand, dass wir noch über
das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum Zuschüsse bekamen.
Ω Wie viele Vereine beherbergt das Haus nun?
Sauer: Insgesamt sind im Vereinshus nun fünf Vereine untergebracht. Der
Radsportverein und die Feuerwehr waren mit ihren Vereinsräumen schon im
alten Zustand in dem Haus beheimatet. Neu hinzugekommen sind die »Friends of
Twins«, der Heimat- und Musikverein.
Ω Wie stark waren die Vereine in den Umbau eingebunden?
Sauer: Insbesondere die drei neu hinzugekommenen Vereine haben mit über 5000
Helferstunden dazu beigetragen, dass dieses Projekt überhaupt zu Stande kam.
Aber alle Vereine brachten sich mit viel Engagement ein und haben durch ihre
Arbeit eine Einsparung von ca. 75 000 Euro ermöglicht. Ganz besonders möchte
ich Tatkraft der »Friends of Twins« hervorheben, die ja besonders schnell
arbeiteten und bereits ein halbes Jahr in ihrem neuen Domizil anzutreffen
sind.
Ω Wie hoch waren die Kosten insgesamt?
Sauer: Die Gesamtkosten für das Projekt lagen bei ca. 380 000 Euro. Hiervon
flossen 104 000 Euro in Form des Zuschusses vom Land wieder an die Gemeinde
zurück. In den genannten Gesamtkosten sind die 75 000 Euro Eigenleistung der
Vereine noch nicht enthalten.
Ω Am 26. Juni findet die Einweihung statt. Wie schaut das Programm
aus?
Sauer: Die Einweihung nimmt – als besonderer Gast – Minister Willi Stächele
zusammen mit Bürgermeister Hansjürgen Stein vor. Umrahmt wird sie vom
Musikverein. Die beteiligten Vereine bieten ein Mittagessen an.
Selbstverständlich ist für Musik und Unterhaltung gesorgt. Geplant sind
Auftritte des Gesangvereins und der Jugendkapelle des Musikvereins.
Mitglieder des Ortschaftsrats organisieren ein Kinderprogramm und die
Feuerwehr und »Friends of Twins« stellen ihre Fahrzeuge aus. Zur Abrundung
hält die benachbarte Raiffeisengenossenschaft einen Tag der offenen Tür ab.
Es wird also einiges geboten sein
|