13.01.2005
Die Gemeinde Appenweier bleibt
Schultes Stein ist überzeugt: Durch die Investitionen in den letzten Jahren wurde viel Geld gespart
 
Die Gemeinde Appenweier wird auch 2005 investieren. Das stellte Bürgermeister Hansjürgen Stein beim Neujahrsempfang am vergangenen Sonntag (wir berichteten) deutlich heraus. »Wir müssen aber an unsere Reserven«, kündigte der Schultes dabei an und meinte damit die Rücklagen (das Sparbuch) der Kommune.
 

Von: Fritz Bierer

Appenweier. »Es ist unsere Pflicht, als Kommune zu investieren.« Die letzten Jahre habe man sich hierbei vorbildlich verhalten, lobte Hansjürgen Stein die Entscheidungen von Verwaltungsspitze und Gemeinderat. Denn: »Durch unsere Investitionen haben wir unglaublich viel Geld gespart, einmal durch günstige Ausschreibungen und durch die letzte Chance, noch für irgend etwas Zuschüsse vom Land zu bekommen, denn damit wird bald Schluss sein.«
Die ersten Auswirkungen seien schon zu spüren, erklärte Stein – im Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz sind die Zuschüsse zurückgefahren worden. »Wir sind im Zuge der Rückbaumaßnahme Bundesstraße 3 noch drin – wahrscheinlich eine der letzten Maßnahmen, die so finanziert wurden, wenn nicht sogar die letzte«, freute sich der Schultes über den noch erhaltenen Geldsegen von Bund und Land.
Zum richtigen Zeitpunkt
Auch bei der Kläranlage hatten Verwaltungsspitze und Gemeinderat einen »guten Riecher«: Die Einschaltung eines Controllers habe zwei Millionen Euro gespart, weil ein Rückhaltebecken nicht gebaut wurden musste. Denn die Zuschussseite auch bei den Kläranlagen allgemein habe sich dramatisch verschlechtert, berichtete Stein. »Wer jetzt noch Euro vom Land will, der muss seine Preise für Wasser und Abwasser auf schwindelnde Höhen setzen und selbst dann ist nicht gewiss, ob überhaupt noch eine Förderung gewährt wird, weil das Land den Haushaltsansatz für diese Zuschüsse dramatisch zurückgefahren hat. Eine Verschiebung der Baumaßnahme hätte uns sehr viel Geld gekostet«, so Stein, der Appenweiers Zuschuss auf 1,86 Millionen Euro bezifferte. Auch die Entscheidung, das Pflegeheim in Urloffen zu bauen, war Geld wert: »Denn wäre erst jetzt Spatenstich, wären 750 000 Euro weniger Zuschuss geflossen«, rechnete der Schultes vor. Auch 2005 wird Appenweier die notwendigen Investitionen anpacken, erklärte Stein. Es sind erneut große Brocken: Allein die Sanierung der Schwarzwaldhalle kostet brutto 3,5 Millionen Euro. Eine weitere Maßnahme ist das Rathaus II in der Ortsmitte von Appenweier, die Sanierungsarbeiten werden bald abgeschlossen sein. »Dann erstrahlt das Gebäude in neuem Glanz mit einem Revolutionsbild als i-Tüpfelchen auf der Außenfassade«, ist Hansjürgen Stein überzeugt. Und die sanierte Ortsdurchfahrt soll mit einem großen Fest ihre Weihe bekommen – durch die Tour de France, die im Sommer durch Appenweier rollt.
Ohne Frage: Die Appenweierer haben es sich wirklich verdient, ein Faß aufzumachen.


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