Die
Gemeinde Appenweier wird auch 2005 investieren. Das stellte
Bürgermeister Hansjürgen Stein beim Neujahrsempfang am
vergangenen Sonntag (wir berichteten) deutlich heraus. »Wir
müssen aber an unsere Reserven«, kündigte der Schultes dabei
an und meinte damit die Rücklagen (das Sparbuch) der
Kommune.
Von: Fritz
Bierer
Appenweier. »Es ist unsere Pflicht, als Kommune zu
investieren.« Die letzten Jahre habe man sich hierbei
vorbildlich verhalten, lobte Hansjürgen Stein die
Entscheidungen von Verwaltungsspitze und Gemeinderat. Denn:
»Durch unsere Investitionen haben wir unglaublich viel Geld
gespart, einmal durch günstige Ausschreibungen und durch die
letzte Chance, noch für irgend etwas Zuschüsse vom Land zu
bekommen, denn damit wird bald Schluss sein.«
Die ersten Auswirkungen seien schon zu spüren, erklärte
Stein – im Gemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz sind die
Zuschüsse zurückgefahren worden. »Wir sind im Zuge der
Rückbaumaßnahme Bundesstraße 3 noch drin – wahrscheinlich
eine der letzten Maßnahmen, die so finanziert wurden, wenn
nicht sogar die letzte«, freute sich der Schultes über den
noch erhaltenen Geldsegen von Bund und Land.
Zum richtigen Zeitpunkt
Auch bei der Kläranlage hatten Verwaltungsspitze und
Gemeinderat einen »guten Riecher«: Die Einschaltung eines
Controllers habe zwei Millionen Euro gespart, weil ein
Rückhaltebecken nicht gebaut wurden musste. Denn die
Zuschussseite auch bei den Kläranlagen allgemein habe sich
dramatisch verschlechtert, berichtete Stein. »Wer jetzt noch
Euro vom Land will, der muss seine Preise für Wasser und
Abwasser auf schwindelnde Höhen setzen und selbst dann ist
nicht gewiss, ob überhaupt noch eine Förderung gewährt wird,
weil das Land den Haushaltsansatz für diese Zuschüsse
dramatisch zurückgefahren hat. Eine Verschiebung der
Baumaßnahme hätte uns sehr viel Geld gekostet«, so Stein,
der Appenweiers Zuschuss auf 1,86 Millionen Euro bezifferte.
Auch die Entscheidung, das Pflegeheim in Urloffen zu bauen,
war Geld wert: »Denn wäre erst jetzt Spatenstich, wären 750
000 Euro weniger Zuschuss geflossen«, rechnete der Schultes
vor. Auch 2005 wird Appenweier die notwendigen Investitionen
anpacken, erklärte Stein. Es sind erneut große Brocken:
Allein die Sanierung der Schwarzwaldhalle kostet brutto 3,5
Millionen Euro. Eine weitere Maßnahme ist das Rathaus II in
der Ortsmitte von Appenweier, die Sanierungsarbeiten werden
bald abgeschlossen sein. »Dann erstrahlt das Gebäude in
neuem Glanz mit einem Revolutionsbild als i-Tüpfelchen auf
der Außenfassade«, ist Hansjürgen Stein überzeugt. Und die
sanierte Ortsdurchfahrt soll mit einem großen Fest ihre
Weihe bekommen – durch die Tour de France, die im Sommer
durch Appenweier rollt.
Ohne Frage: Die Appenweierer haben es sich wirklich
verdient, ein Faß aufzumachen. |