Hofpflasterung beim schmucken Vereinsheim
 
 
20.07.2004
Mitglieder des Kleintierzuchtvereins Appenweier sind glücklich / Viel Eigenarbeit und 125 000 Euro Materialkosten
 
Der Kleintierzuchtverein C 453 Appenweier ist am Ende seiner Wünsche angelangt. Jetzt wurde als letzte Maßnahme der Hof des schmucken Vereinsheims »Am Sportplatz 4« gepflastert, was wiederum mit einer kleinen Feierstunde verbunden war

Von: ru

Appenweier (ru). Der Kleintierzuchtverein Appenweier beschäftigt sich mit der Zucht von Kaninchen und Geflügel (Hühner, Enten, Gänse Tauben) und wurde 1924 gegründet. Zu einer Zeit also, als sich in Deutschland die große Wirtschaftsflaute breit machte. Da ging es wohl weniger um Ausstellungstiere, sondern mehr um die Ernährung der Menschen sicherzustellen.
Vorsitzender Richard Hettig, seit 1975 fast ununterbrochen im Amt, hatte schon immer einen Draht zur Gemeindeverwaltung. Nach ein paar vergeblichen Anläufen wurde schließlich 1995 mit dem Bau des Vereinsheims im Gewann beim Sportplatz begonnen. Etwa drei Jahre wurde in Eigenarbeit gewerkelt, bis das Haus dann bezugsfertig war. Die rund 50 Mitglieder packten kräftig an und hier kam dem Verein zugute, dass viele Handwerker gleichzeitig Mitglieder waren. 225 000 Mark (112 000 Euro) an Materialkosten hätten aufgebracht werden müssen, so Hettig, und der Verein sei heute schuldenfrei.
Jetzt wurde als letzte Maßnahme der Rest des Hofes gepflastert und so sei das Vereinsheim komplett. Ein Kinderspielplatz und eine Grillvorrichtung gehören ebenso dazu.
Der Vorsitzende lud die Mitglieder und Gäste am Samstag zu einem Rundgang ein. Zum Aufenthaltsraum, den man auch als Gaststätte bezeichnen kann, gehören noch ein Allzweck- und ein Ausstellungsraum mit etwa 40 Kleintierboxen.
Der Verein ist stets aktiv und so findet jeden ersten Samstag im Monat ab 16 Uhr ein Umschlagsmarkt statt, auf dem Kleintiere angeboten werden. Zum Teil zur Zucht, Ausstellung oder für den Kochtopf. Viele auswärtige Kunden sind Stammgäste. Da Appenweier sehr verkehrsgünstig liegt, finden auch Tagungen und Preisrichterschulungen statt. Und weiter sagte Richard Hettig: »Man kann auch mol zämme hocke.«
Viele Auszeichnungen erhielt der Verein bereits bei Ausstellungen. Die Wände des Vereinsheims sind mit Plaketten und Tellern gepflastert. Hettig selbst züchtet unter anderen auch »Belgische Riesen«, die während des Dritten Reiches in »Deutsche Hasen« umbenannt werden mussten. So wiegt ein Kaninchen schon mal locker zehn Kilogramm. Alt-Bürgermeister Siegfried Götz, Heiner Becker vom Rasseflügelzüchterkreisverband, Roland Müller (Kreiverband Offenburg), Lisbeth Margenfeld (Kreisverband Kehl) und André Beyer (Bischheim/Elsass) überbrachten Grußworte und lobten den tüchtigen Verein, der dieses Jahr noch sein 80-Jähriges feiert. Gehungert hat keiner der Besucher beim »Imbiss satt«.

 


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