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Im Mittelpunkt der Ortschaftsratssitzung am
Mittwochabend in Nesselried stand die Wasserversorgung im Bereich
Kohlstatt-Illental. Sie hatte in den letzten Jahren zunehmend Sorge
bereitet. Die Anlage soll nun erneuert werden.
Von: Peter Meier
Appenweier-Nesselried. Ortsvorsteher Klaus Sauer, der zur
Sitzung am Mittwoch ein halbes Dutzend Bürger begrüßen konnte,
verdeutlichte, dass die Wasserversorgungsanlage Kohlstatt-Illental aus den
frühen 70er-Jahren stamme. Sie sei abgewirtschaftet und marode. Immer wieder
komme es zu Wasserrohrbrüchen, auch das Zwischenpumpwerk und der
Hochbehälter seien undicht. Mehrfach waren Notmaßnahmen zur Sicherung der
Wasserversorgung über den mobilen Desinfektionseinsatz erforderlich. »Es
herrscht dringender Sanierungsbedarf«, so Sauer. Das Ingenieurbüro Zink
hatte verschiedene Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und acht Varianten im
Hinblick auf technische und wirtschaftliche Vorteile untersucht. Wolfgang
Faller (Büro Zink) rechnete vor, dass die Kosten zwischen 353 000 und 636
000 Euro liegen. Untersucht wurden auch eine zentrale Lösung mit einer
gemeinsamen Versorgung über den Hochbehälter Heidewald, aber auch Varianten
mit Pumpwerken oder Druckerhöhungsanlagen mit und ohne Hochbehälter sowie
unterschiedliche Leitungstraßen.
Das betreffende Versorgungsgebiet liegt auf einer Höhe von 200 Metern über
Normalnull im Bereich Kohlstatt sowie 290 Metern im Illental. Der
Wasserbedarf bewegt sich zwischen 3500 und 4600 Kubikmetern im Jahr,
insgesamt sind drei Druckzonenbereiche zu verzeichnen, so Fallert.
Bei der Untersuchung zeigte sich jene Lösung als technisch beste und
wirtschaftlichste, die den Bau einer neuen Anlage vorsieht. Die Trasse führt
vom Hochbehälter Heidewald über die Kohlstatt mit Zwischenpumpwerk und
Druckerhöhungsanlage zum Illental. Die Sanierung der vorhandenen Anlage wäre
teurer gewesen, da während der Bauzeit eine Zwischenlösung zur Sicherung der
Wasserversorgung hätte geschaffen werden müsste. So fallen keine Provisorien
an. Zuleitungen, Pumpwerk Druckerhöhung können parallel zum laufenden
Betrieb gebaut werden.
Da auf einen Hochbehälter verzichtet wird, sorgt ein Notstromaggregat bei
der Druckerhöhungsanlage für Versorgungssicherheit. Durch eine Erhöhung der
Pumpleistung und eine Aufdimensionierung der Versorgungsleitungen könne auch
die Löschwasserversorgung gesichert werden. Die Kosten bezifferte Fallert
mit 353 000 Euro, für insgesamt 385 000 Euro könne zudem die
Löschwasserversorgung gesichert werden. Ein Investitionsvolumen in dieser
Größenordnung werde sich mit 6 Cent je Kubikmeter auf die Wasserpreise für
die Gesamtgemeinde niederschlagen.
In der Diskussion schätzte Fallert die Betriebsdauer einer solchen
Pumpanlage auf zehn Jahre. Eine zentrale Versorgung über den Hochbehälter
Heidehof käme wesentlich teurer. Josef Roth, der wie Karl Sauer an den
Vorbesprechungen teilgenommen hatte, in denen die einzelnen Varianten
diskutiert wurden, fragte, ob man eine Weinbauberegnung einplanen könnte.
Unterstützt wurde er dabei von Karl Sauer. Die reine Bauzeit schätzt Fallert
auf ein halbes Jahr.
Der Ortschaftsrat beschloss einstimmig, diese als technisch beste und
wirtschaftlichste Variante weiterzuverfolgen und die Möglichkeiten einer
Weinbergberegnung in die Überlegungen einzubeziehen.
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