01.07.2005
Neue Wasserversorgung fürs Illental
Ortschaftsrat fasst einstimmigen Beschluss / Beregnung für den Weinberg wird noch überprüft
 

Im Mittelpunkt der Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend in Nesselried stand die Wasserversorgung im Bereich Kohlstatt-Illental. Sie hatte in den letzten Jahren zunehmend Sorge bereitet. Die Anlage soll nun erneuert werden.

Von: Peter Meier

Appenweier-Nesselried. Ortsvorsteher Klaus Sauer, der zur Sitzung am Mittwoch ein halbes Dutzend Bürger begrüßen konnte, verdeutlichte, dass die Wasserversorgungsanlage Kohlstatt-Illental aus den frühen 70er-Jahren stamme. Sie sei abgewirtschaftet und marode. Immer wieder komme es zu Wasserrohrbrüchen, auch das Zwischenpumpwerk und der Hochbehälter seien undicht. Mehrfach waren Notmaßnahmen zur Sicherung der Wasserversorgung über den mobilen Desinfektionseinsatz erforderlich. »Es herrscht dringender Sanierungsbedarf«, so Sauer. Das Ingenieurbüro Zink hatte verschiedene Lösungsmöglichkeiten erarbeitet und acht Varianten im Hinblick auf technische und wirtschaftliche Vorteile untersucht. Wolfgang Faller (Büro Zink) rechnete vor, dass die Kosten zwischen 353 000 und 636 000 Euro liegen. Untersucht wurden auch eine zentrale Lösung mit einer gemeinsamen Versorgung über den Hochbehälter Heidewald, aber auch Varianten mit Pumpwerken oder Druckerhöhungsanlagen mit und ohne Hochbehälter sowie unterschiedliche Leitungstraßen.
Das betreffende Versorgungsgebiet liegt auf einer Höhe von 200 Metern über Normalnull im Bereich Kohlstatt sowie 290 Metern im Illental. Der Wasserbedarf bewegt sich zwischen 3500 und 4600 Kubikmetern im Jahr, insgesamt sind drei Druckzonenbereiche zu verzeichnen, so Fallert.
Bei der Untersuchung zeigte sich jene Lösung als technisch beste und wirtschaftlichste, die den Bau einer neuen Anlage vorsieht. Die Trasse führt vom Hochbehälter Heidewald über die Kohlstatt mit Zwischenpumpwerk und Druckerhöhungsanlage zum Illental. Die Sanierung der vorhandenen Anlage wäre teurer gewesen, da während der Bauzeit eine Zwischenlösung zur Sicherung der Wasserversorgung hätte geschaffen werden müsste. So fallen keine Provisorien an. Zuleitungen, Pumpwerk Druckerhöhung können parallel zum laufenden Betrieb gebaut werden.
Da auf einen Hochbehälter verzichtet wird, sorgt ein Notstromaggregat bei der Druckerhöhungsanlage für Versorgungssicherheit. Durch eine Erhöhung der Pumpleistung und eine Aufdimensionierung der Versorgungsleitungen könne auch die Löschwasserversorgung gesichert werden. Die Kosten bezifferte Fallert mit 353 000 Euro, für insgesamt 385 000 Euro könne zudem die Löschwasserversorgung gesichert werden. Ein Investitionsvolumen in dieser Größenordnung werde sich mit 6 Cent je Kubikmeter auf die Wasserpreise für die Gesamtgemeinde niederschlagen.
In der Diskussion schätzte Fallert die Betriebsdauer einer solchen Pumpanlage auf zehn Jahre. Eine zentrale Versorgung über den Hochbehälter Heidehof käme wesentlich teurer. Josef Roth, der wie Karl Sauer an den Vorbesprechungen teilgenommen hatte, in denen die einzelnen Varianten diskutiert wurden, fragte, ob man eine Weinbauberegnung einplanen könnte. Unterstützt wurde er dabei von Karl Sauer. Die reine Bauzeit schätzt Fallert auf ein halbes Jahr.
Der Ortschaftsrat beschloss einstimmig, diese als technisch beste und wirtschaftlichste Variante weiterzuverfolgen und die Möglichkeiten einer Weinbergberegnung in die Überlegungen einzubeziehen.


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