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Unter dem Motto »Gäste bringen Segen« kommen vom
11. bis 15. August junge Menschen aus allen Erdteilen in deutsche Pfarreien.
In Appenweier, Urloffen und Nesselried laufen die Vorbereitungen dafür seit
Monaten auf Hochtouren.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier. Woher die 100 Jugendlichen kommen, die vor
dem Kölner Weltjugendtag (WJT) in Appenweier, Urloffen und Nesselried das
Leben in einer deutschen Familie kennen lernen, weiß noch niemand. »Wir
haben keinen Wunsch geäußert«, sagt Martin Borho vom Appenweierer WJT-Team.
Und die Idee, Jugendliche aus der peruanischen Partnergemeinde einzuladen,
sei rasch am Geld gescheitert: »Wir hätten das selbst finanzieren müssen.«
So bleibt es bis zur Entscheidung am 1. Juni spannend und manche – wie Diana
Kornmeier oder Rita Riesner – dürfen ein wenig hoffen: »Spanisch, das wär’
mal etwas anderes als Französisch«, meinen die beiden.
Doch eigentlich scheint die Nationalität der 16- bis 30-Jährigen, die vom
11. bis 15. August kommen, egal zu sein. Hauptsache, sie fühlen sich hier
wohl. Dafür wird seit vergangenen Herbst auch mit großem Elan geplant und
organisiert. »Wir liegen gut in der Zeit«, sagt Borho und freut sich, dass
in Appenweier bereits für alle 40 Gäste Unterkünfte gefunden wurden: »Es war
uns wichtig, dass sie familiären Anschluss haben und wir sie nicht in die
Halle legen müssen.« Das Gros der Jugendlichen ist auch in Urloffen
(ebenfalls 40) und Nesselried (20) untergebracht, dennoch fehlen in beiden
Orten noch jeweils vier bis fünf Betten. Bei der Auswahl der Gastfamilien
ist den Organisatoren eine »bunte Mischung« wichtig. »Es sollen nicht nur
Leute sein, die jeden Tag unmittelbar mit Kirche zu tun haben«, so Borho.
Im kleinen Rahmen
»Sinn und Zweck der Begegnungstage sind, dass die jungen Leute richtig
Kontakt mit der Bevölkerung, der Struktur und Kultur in unserem Land
bekommen«, erklärt Riesner. Erst sollen die Familien und Gemeinden erkundet
werden, ehe es in den Schwarzwald oder zum Dekanatstreffen an den Gifiz in
Offenburg geht. Familiär soll’s in Appenweier, Urloffen und Nesselried
ablaufen, denn die Massenveranstaltung kommt hinterher in Köln, wo etwa 800
000 Teilnehmer erwartet werden. Höhepunkt: die Begegnung mit Papst Benedikt
XVI. am Sonntag.
Gemeindepraktikantin Claudia Schimmer sieht den WJT »als gute Gelegenheit,
den neuen Papst kennen zu lernen« an. »Ich selbst hab es noch nie erlebt,
aber es soll ergreifend sein«, beruft sich Borho auf Schilderungen. »Die
Welt ist groß, so schnell werden wir den WJT nicht wieder in Deutschland
haben«, meint auch Ursula Boschert. Zwei Appenweiererinnen, die diese Chance
auf jeden Fall nutzen: Borhos Tochter Laura und Anne Föll.
Auch Felix Fiederling wollte eigentlich nach Köln, allerdings nicht als
Teilnehmer, sondern als Volonteer (freiwilliger Helfer): »Man muss vorab an
einer Einweisung teilnehmen und die überschneidet sich leider mit unserm
Zeltlager«, bedauert er. Dennoch: Für ihn wie Flora Ortiz und Diana
Kornmeier sei auch die Arbeit hier in der Gemeinde spannend: »Man sieht, wie
alles entsteht, kommt mit den Jugendlichen direkt in Kontakt und kann
hinterher sagen, ‘wir haben es geschafft’.«
Lose verkauft
Interkulturellen Kontakt, Gemeinsamkeiten und Unterschiede diskutieren, den
eigenen Horizont erweitern – das alles sollen die Tage der Begegnung in
Appenweier, Urloffen und Nesselried bringen. Doch das kostet auch Geld. »Die
politische Gemeinde stellt zwar Sachmittel wie die Halle zur Verfügung, aus
dem Losverkauf konnten wir 140 Euro einnehmen«, rechnet Borho für den
Kernort Appenweier vor. Aber das reiche hinten und vorne nicht. Und so sind
die Organisatoren derzeit noch in allen drei Ortsteilen auf der Suche nach
Sponsoren.
Ω Heute, 11. Mai, findet um 19.30 Uhr im Pfarrheim St. Michael für alle
Appenweierer Gastfamilien ein Informationsabend statt. Termine für Urloffen
und Nesselried folgen.
Info & Kontakt
Die Vorbereitung der Tage der Begegnung (11. bis 15. August) in Appenweier,
Urloffen und Nesselried sind seit Monaten im Gang. Zum Organisations-Team
gehören in Appenweier: Laura und Martin Borho, Felix Fiederling, Flora
Ortiz, Anne Föll, Diana und Marcela Kornmeier, Ursula Boschert; Team
Urloffen: Frank Köhli, Ursel Kramer, Lothar Huber, Hubert Schneider, Rita
Riesner; Team Nesselried: Tobias Knopf, Carola Katzmann. Verstärkung ist
jederzeit willkommen. Zudem wird in Urloffen und Nesselried noch Unterkunft
für jeweils vier bis fünf Jugendliche gesucht und die Organisatoren hoffen
noch auf Sponsoren. Information und Kontakt unter anderem bei
Gemeindepraktikantin Claudia Schimmer,
π 07805/91 84 -22.
Wer zum 20. Weltjugendtag (16. bis 21. August) nach Köln fahren möchte, kann
sich noch bis zum 6. Juni bei Michaela Lampert im katholischen Jugendbüro
des Dekanats Offenburg informieren und anmelden: michaela.lampert@jubue.de
oder π 0781/92 50 36. Eine Teilnahme ist von 16 bis 30 Jahren möglich,
15-Jährige müssen in Begleitung eines Volljährigen sein. Die Kosten von 205
Euro beinhalten Busfahrt, Unterkunft, Vollverpflegung, Nahverkehrsticket und
Solidaritätsbeitrag.
Informationen rund um den Weltjugendtag erhält man auch im Internet:
www.wjt2005.de. keh
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