30.06.2005
Kühle Köpfe bei hitzigem Sport
180 Ordner und 120 Polizisten sollen am 9. Juli für eine reibungslose Etappe der Tour de France sorgen
 

Wolfgang Becker ist ein Radsportfan. Doch der stellvertretende Leiter des Polizeireviers Achern/Oberkirch darf sich die Tour de France am 9. Juli nicht live anschauen. Er sitzt in der Einsatzzentrale in der Martinstraße und hält beim Großkampftag die Fäden zusammen.

Von: Matthias Heidinger

schnitt Ortenau Nord zwischen Sasbach und Appenweier sind bei der Durchfahrt der Tour de France am 9. Juli 40 hiesige Polizeibeamte, 85 Bereitschaftspolizisten und rund 180 Ordner im Einsatz. Sie müssen ab 11 Uhr die gesperrte B 3 freihalten, die Sicherheit der Zuschauer im Auge haben und können davon ausgehen, dass auch schon mittags mancher Gast einen über den Durst getrunken hat. Aber sie wollen auch keine Spielverderber sein und die Begeisterung der Zuschauer nicht schmälern.
Mit Worten kämpfen
Am Dienstagabend schulte Polizeihauptkommissar Wolfgang Becker im Bürgersaal einen Großteil der bei dem Spektakel eingesetzten Ordnungskräfte von Feuerwehr, THW, Stadtverwaltung sowie den Sportvereinen aus Önsbach und Fautenbach. »Die beste Waffe ist das gesprochene Wort gepaart mit konsequentem Verhalten«, sagte Becker. Wie er freuen sich auch die mit Westen oder Uniform ausgerüsteten Ordner auf die Tour. Becker macht bei ihnen einen gewissen Stolz aus, bei diesem Großereignis dabei zu sein.
Schwierige Situationen werden nicht zu vermeiden sein, Menschen etwa, die unerlaubt die B 3 queren wollen. Oder Zeitgenossen, die in Rennrichtung an den Zuschauern vorbeifahren und sich feiern lassen wollen. Da würde die Polizei aber sofort eingreifen. Wolfgang Becker wünscht sich, dass sich die Verkehrsteilnehmer am Samstag – auch nach Ende der Tour – eine vorsichtige Fahrweise zulegen.
Vielen sei vielleicht immer noch nicht bewusst, so Becker, dass sie sich wirklich überlegen müssen, wie sie am 9. Juli zwischen 11 und 15 Uhr von A nach B kommen. Um von einer Seite der Stadt auf die andere zu kommen, muss ein großer Bogen über die L 87 eingeplant werden – die einzige Querungschance.
Am frühen Samstagmorgen werden, falls nötig, die letzten an der B 3 parkenden Autos abgeschleppt, denn die Strecke muss frei sein – das gilt übrigens auch für den schmalen Acherner Höhenweg, der während der Tour Rettungsweg zum Kreiskrankenhaus ist. Alle Banner und Werbeplakate neben und über der Strecke, die ins Blickfeld der Kameras geraten könnten, werde die Tourleitung entfernen, heißt es. Nicht nur an der B 3, sondern auch etwas zurückversetzt werden Einsatzkräfte bereit stehen.
Volksfest in Kernstadt
Die Fahrt am Acherner Rathausplatz entlang sei auch für die 198 Radler sicher etwas Besonderes, glaubt Becker. Dort werden tausende Menschen auf die Profis warten, nachdem sie lange Zeit eher durch ländliche Gegenden gefahren sind. Zudem könnte nach der Sprintwertung in Sasbach auch deren Tempo etwas gemäßigter sein.
Sobald der Tross durch ist und ein Streifenwagen die grüne Fahne schwenkt, sind die Ordner angehalten, die Straßen schnell wieder frei zu machen – mit Ausnahme der Acherner Hauptstraße vom Wilden Mann bis zur Lammbrücke, die wegen des Stadtfestes gesperrt bleibt.
Jetzt hofft Becker, dass zwischen dem Eintreffen des Trosses in Sasbach gegen 11.50 Uhr (Radler gegen 13.06 Uhr) und dem Tourende in Appenweier gegen 14 Uhr (Radler gegen 13.24 Uhr) alles glatt verläuft und dass auch danach in Sasbach, Achern, Fautenbach und Önsbach friedlich an den Buden und Ständen gefeiert wird.


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