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Wolfgang Becker ist ein Radsportfan. Doch der
stellvertretende Leiter des Polizeireviers Achern/Oberkirch darf sich die
Tour de France am 9. Juli nicht live anschauen. Er sitzt in der
Einsatzzentrale in der Martinstraße und hält beim Großkampftag die Fäden
zusammen.
Von: Matthias Heidinger
schnitt Ortenau Nord zwischen Sasbach und Appenweier sind
bei der Durchfahrt der Tour de France am 9. Juli 40 hiesige Polizeibeamte,
85 Bereitschaftspolizisten und rund 180 Ordner im Einsatz. Sie müssen ab 11
Uhr die gesperrte B 3 freihalten, die Sicherheit der Zuschauer im Auge haben
und können davon ausgehen, dass auch schon mittags mancher Gast einen über
den Durst getrunken hat. Aber sie wollen auch keine Spielverderber sein und
die Begeisterung der Zuschauer nicht schmälern.
Mit Worten kämpfen
Am Dienstagabend schulte Polizeihauptkommissar Wolfgang Becker im Bürgersaal
einen Großteil der bei dem Spektakel eingesetzten Ordnungskräfte von
Feuerwehr, THW, Stadtverwaltung sowie den Sportvereinen aus Önsbach und
Fautenbach. »Die beste Waffe ist das gesprochene Wort gepaart mit
konsequentem Verhalten«, sagte Becker. Wie er freuen sich auch die mit
Westen oder Uniform ausgerüsteten Ordner auf die Tour. Becker macht bei
ihnen einen gewissen Stolz aus, bei diesem Großereignis dabei zu sein.
Schwierige Situationen werden nicht zu vermeiden sein, Menschen etwa, die
unerlaubt die B 3 queren wollen. Oder Zeitgenossen, die in Rennrichtung an
den Zuschauern vorbeifahren und sich feiern lassen wollen. Da würde die
Polizei aber sofort eingreifen. Wolfgang Becker wünscht sich, dass sich die
Verkehrsteilnehmer am Samstag – auch nach Ende der Tour – eine vorsichtige
Fahrweise zulegen.
Vielen sei vielleicht immer noch nicht bewusst, so Becker, dass sie sich
wirklich überlegen müssen, wie sie am 9. Juli zwischen 11 und 15 Uhr von A
nach B kommen. Um von einer Seite der Stadt auf die andere zu kommen, muss
ein großer Bogen über die L 87 eingeplant werden – die einzige
Querungschance.
Am frühen Samstagmorgen werden, falls nötig, die letzten an der B 3
parkenden Autos abgeschleppt, denn die Strecke muss frei sein – das gilt
übrigens auch für den schmalen Acherner Höhenweg, der während der Tour
Rettungsweg zum Kreiskrankenhaus ist. Alle Banner und Werbeplakate neben und
über der Strecke, die ins Blickfeld der Kameras geraten könnten, werde die
Tourleitung entfernen, heißt es. Nicht nur an der B 3, sondern auch etwas
zurückversetzt werden Einsatzkräfte bereit stehen.
Volksfest in Kernstadt
Die Fahrt am Acherner Rathausplatz entlang sei auch für die 198 Radler
sicher etwas Besonderes, glaubt Becker. Dort werden tausende Menschen auf
die Profis warten, nachdem sie lange Zeit eher durch ländliche Gegenden
gefahren sind. Zudem könnte nach der Sprintwertung in Sasbach auch deren
Tempo etwas gemäßigter sein.
Sobald der Tross durch ist und ein Streifenwagen die grüne Fahne schwenkt,
sind die Ordner angehalten, die Straßen schnell wieder frei zu machen – mit
Ausnahme der Acherner Hauptstraße vom Wilden Mann bis zur Lammbrücke, die
wegen des Stadtfestes gesperrt bleibt.
Jetzt hofft Becker, dass zwischen dem Eintreffen des Trosses in Sasbach
gegen 11.50 Uhr (Radler gegen 13.06 Uhr) und dem Tourende in Appenweier
gegen 14 Uhr (Radler gegen 13.24 Uhr) alles glatt verläuft und dass auch
danach in Sasbach, Achern, Fautenbach und Önsbach friedlich an den Buden und
Ständen gefeiert wird.
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