29.04.2005
Kanalsanierung schützt die Umwelt
DRK Urloffen und Ortsvorsteher Spengler ehrten Blutspender / Manfred Schermann war 100-mal dabei

 

Der erste Abschnitt in Urloffen wurde in Windeseile abgeschlossen / Gemeinde investiert 65 000 Euro

Die Kanalsanierung in Urloffen erweckte internationales Interesse: Eine Delegation aus Südkorea nahm die Arbeiten unter die Lupe.

Von: red/keh

Appenweier-Urloffen (red/keh). Bereits im September 2002 hat der Gemeinderat Appenweier ein Kanalsanierungskonzept beschlossen. Im Zuge der Eigenkontrollverordnung wurden in Urloffen Teilabschnitte des Kanalsystems von rund 4500 Metern überprüft. Die Auswertung der Untersuchungen mit einem Kanalfernauge (einer mobilen, beweglichen Kamera) durch das Ingenieurbüro Vogel (Kappelrodeck) dokumentiert als Hauptschadensbilder insbesondere undichte Rohrverbindungen sowie Längs- und Querrisse. Aus statischer und hydraulischer Sicht war ein Austausch der Leitungen nicht erforderlich. Mit speziellen Innensanierungstechniken wurden die Schäden behoben, ohne die Straßendecke zu öffnen.
Undichte Stellen
Der erste Sanierungsabschnitt war der ca. 500 Meter lange Anschlusskanal der BAB-Raststätte »Renchtal-West« auf Gemarkung Urloffen. Punktuell beschädigte Rohre und Verbindungen wurden bereits mit der »Janssen-Injektionstechnik« repariert. Mit der Injektion von Polyurethanharz in die Schadstellen wurden hierbei undichte Stellen behoben und die Tragfähigkeit der Rohrabschnitte wiederhergestellt. Da dieses Verfahren für die Renovierung einer größeren Strecke unwirtschaftlich ist, hat man ca. 100 Meter mit einem »Schlauchliner« saniert.
Wie funktioniert das? Nach der Grundreinigung wurde das Schadensbild erneut durch ein Fernauge überprüft, der Kanal auf Hindernisse abgesucht. Ein nahtloser Schlauch aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurde durch den Kanalschacht in das Rohr eingebracht, das zunächst flexible Gewebe von digitalen Messgeräten kontrolliert und unter Druck und Hitze ausgehärtet.
Ohne Eingriffe in die Straßenoberfläche konnten so an einem Tag die Arbeiten fertig gestellt werden. Personal- und Maschinenkosten seien dementsprechend gering, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Appenweier.
Insgesamt investiert die Gemeinde ca. 65 000 Euro in diesen ersten Abschnitt. »Mit der Kanalsanierung schützen wir auch das Grundwasser und die Natur nachhaltig vor schädlichen Einträgen«, verweist Bürgermeister Hansjürgen Stein, dass es auch vorkommen könne, dass ein undichter Kanal Schmutzwasser ins Grundwasser abgibt.

Besuch aus Asien: Eine Delegation aus Südkorea begleitete die Kanalsanierungsarbeiten in Urloffen. Jürgen Alexander, Geschäftsführer der ausführenden Firma, reiste mit der Delegation hierfür von der 14. Internationalen Fachmesse für Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling (IFAT) aus München an. Das System soll auf dem Markt in Südkorea eingeführt werden. Neben dem Messebesuch der Vertreter stand die Besichtigung der Baustelle auf dem Programm.

 


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