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Der erste Abschnitt in Urloffen wurde in Windeseile abgeschlossen /
Gemeinde investiert 65 000 Euro
Die Kanalsanierung in Urloffen erweckte internationales Interesse: Eine
Delegation aus Südkorea nahm die Arbeiten unter die Lupe.
Von: red/keh
Appenweier-Urloffen (red/keh). Bereits im September 2002 hat der
Gemeinderat Appenweier ein Kanalsanierungskonzept beschlossen. Im Zuge der
Eigenkontrollverordnung wurden in Urloffen Teilabschnitte des Kanalsystems
von rund 4500 Metern überprüft. Die Auswertung der Untersuchungen mit einem
Kanalfernauge (einer mobilen, beweglichen Kamera) durch das Ingenieurbüro
Vogel (Kappelrodeck) dokumentiert als Hauptschadensbilder insbesondere
undichte Rohrverbindungen sowie Längs- und Querrisse. Aus statischer und
hydraulischer Sicht war ein Austausch der Leitungen nicht erforderlich. Mit
speziellen Innensanierungstechniken wurden die Schäden behoben, ohne die
Straßendecke zu öffnen.
Undichte Stellen
Der erste Sanierungsabschnitt war der ca. 500 Meter lange Anschlusskanal der
BAB-Raststätte »Renchtal-West« auf Gemarkung Urloffen. Punktuell beschädigte
Rohre und Verbindungen wurden bereits mit der »Janssen-Injektionstechnik«
repariert. Mit der Injektion von Polyurethanharz in die Schadstellen wurden
hierbei undichte Stellen behoben und die Tragfähigkeit der Rohrabschnitte
wiederhergestellt. Da dieses Verfahren für die Renovierung einer größeren
Strecke unwirtschaftlich ist, hat man ca. 100 Meter mit einem
»Schlauchliner« saniert.
Wie funktioniert das? Nach der Grundreinigung wurde das Schadensbild erneut
durch ein Fernauge überprüft, der Kanal auf Hindernisse abgesucht. Ein
nahtloser Schlauch aus glasfaserverstärktem Kunststoff wurde durch den
Kanalschacht in das Rohr eingebracht, das zunächst flexible Gewebe von
digitalen Messgeräten kontrolliert und unter Druck und Hitze ausgehärtet.
Ohne Eingriffe in die Straßenoberfläche konnten so an einem Tag die Arbeiten
fertig gestellt werden. Personal- und Maschinenkosten seien dementsprechend
gering, heißt es in einer Pressemitteilung der Gemeinde Appenweier.
Insgesamt investiert die Gemeinde ca. 65 000 Euro in diesen ersten
Abschnitt. »Mit der Kanalsanierung schützen wir auch das Grundwasser und die
Natur nachhaltig vor schädlichen Einträgen«, verweist Bürgermeister
Hansjürgen Stein, dass es auch vorkommen könne, dass ein undichter Kanal
Schmutzwasser ins Grundwasser abgibt.
Besuch aus Asien: Eine Delegation aus Südkorea begleitete die
Kanalsanierungsarbeiten in Urloffen. Jürgen Alexander, Geschäftsführer der
ausführenden Firma, reiste mit der Delegation hierfür von der 14.
Internationalen Fachmesse für Wasser-Abwasser-Abfall-Recycling (IFAT) aus
München an. Das System soll auf dem Markt in Südkorea eingeführt werden.
Neben dem Messebesuch der Vertreter stand die Besichtigung der Baustelle auf
dem Programm.
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