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Die Klagen von Anwohnern der Zimmerer Straße über zu schnell fahrende
Autofahrer werden ernst genommen. So ist eine Entscheidung des
Bezirksbeirates zu verstehen, der zuerst das gemeindeeigene
Geschwindigkeits-Messgerät aufstellen lassen möchte und anschließend durch
die Polizei blitzen lassen will.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. In der Bezirksbeiratssitzung am Montag wurde über
einen Antrag von Anwohnern, die im Hochhaus wohnen und sich über zu schnelle
Fahrzeuge mokieren, beraten. Das Ansinnen wurde Bürgermeister Hansjürgen
Stein vorgetragen, wie aus der Beratungsunterlage hervorgeht. Im Rahmen von
Verhandlungen über den Kauf von Fläche zur Verlängerung des Radwegs entlang
der Ortenauer Straße (B 3) wurden von Anwohnern heftige Klagen darüber
geführt, dass die Autos mit stark überhöhter Geschwindigkeit fahren.
Die Schnittstelle von erlaubten 50 km/h auf 30 km/h wird von den
Fahrzeugführern offensichtlich nicht akzeptiert, mit hoher Geschwindigkeit
wird weitergefahren.
Die Ausgestaltung der Straße mit »Berliner Kissen« (eine 6,5 Zentimeter
starke Erhöhung in der Straße) würde die Autofahrer zu geringerer
Geschwindigkeit veranlassen, war die Meinung des Bürgermeisters und der im
Zuhörerraum anwesenden Anwohner des Hochhauses. Busse und Lastkraftwagen
könnten ohne Behinderung das Kissen passieren. Ihre breitere Bauweise
verhindert ein Überfahren der Hindernisse und damit ein Durchrütteln der
Fahrgäste oder der Ladung. Skater- und Radfahrer könnten dem Hindernis
ausweichen, so dass am Ende lediglich die Pkw-Fahrer abbremsen müssten.
Über Lärm beschwert
Für Ludwig Kornmeier ist diese Art der Verhinderung zu schnellen Fahrens
nicht akzeptabel. Das »Blob-blob« der Fahrzeuge würde nach seiner Meinung
die Nachbarn stören, bei mehreren Kissen gäbe es sogar ein »Blob-blob-blob-blob«
und eine noch größere Störung. Auch Fritz Sälinger sprach sich gegen eine
derartige Geschwindigkeitsbegrenzung aus: »In Willstätt wurde das erst
abgebaut, da sich die Bewohner über den Lärm beschwerten.«
Siegfried Stettenbenz erinnerte daran, dass in der Römerstraße nach
heißen Diskussionen Hindernisse abgelehnt wurden. Petra Salenbacher kam als
erste Bezirksbeirätin mit dem Vorschlag, die Geschwindigkeit zu messen, für
Hans-Peter Wiedemer gab es nur eine Lösung: »Blitzen und kassieren.« Er bat
Stein, das Oberkircher Blitzgerät anzufordern. Stefan Bügler erinnerte an
die Haftung, wenn ein »Tiefflieger« die Stelle passiert und an seinem
Fahrzeug ein Schaden auftritt.
Am Ende stand fest, dass »Berliner Kissen« als erste Lösung ausscheiden,
andere Möglichkeiten werden gesucht, unter anderem auch eine Verengung der
Einfahrt von der B 3 zur Zimmerer Straße. Die Bauarbeiten könnten im
Zusammenhang mit dem neuen Radweg, der demnächst kommen soll, erledigt
werden.
Während der Fragestunde äußerte sich eine Zuhörerin. Beim Hochhaus gebe
es einfach zu wenig Parkplätze. Deshalb parkten viele Bewohner auf der
öffentlichen Straße. Das führe zu Problemen bei der Ausfahrt aus dem
Grundstück, die ohnedies nahe zu einer Kurve liege. Und nicht die kleinen
Fahrzeuge störten, sondern die großen Familienkutschen. Zur
Unübersichtlichkeit trägt auch noch bei, dass Lkw, die das Autohaus Geiger
bedienen, in der Kurve abladen. Aber woanders könnten die Fahrzeuge entladen
werden.
Eine Verengung der Einfahrt zur Zimmerer Straße setzt eine Verkehrsschau
voraus, und die will die Gemeinde beantragen. |