18.11.2004
»Warme Liebesgefühle hat man auch in der kalten Jahreszeit«
Ilona Braunstein über das Konzert des Kirchenchors am Samstag
Von: Kerstin Handsteiner

Auf einen musikalischen Streifzug durch die Jahrhunderte rund um das Thema Liebe entführt der Kirchenchor am kommenden Samstag, 20. November, 20 Uhr, in der Nesselrieder Rebstockhalle. Dirigentin Ilona Braunstein verrät vorab im Interview, was es mit dem Motto »Liebeskarussell« auf sich hat, was die Besucher erwartet und welche Rolle die Musik für sie in der Liebe spielt.

Der Kirchenchor springt am Samstag – musikalisch – auf das »Liebeskarussell« auf. Aus wessen Feder stammt das Konzert-Motto?
Ilona Braunstein: Unsere zweite Vorsitzende, Claudia Männle, kam darauf, nachdem sie das Programm studierte und feststellte, dass sich praktisch jedes Lied dieses Abends um die Liebe dreht. Also entstand der Titel »Karussell der Liebe«.
Das Thema klingt weltlich, peppig und nach Frühling. Warum dieser Kontrast in der besinnlichen Jahreszeit?
Braunstein: Der Kirchenchor zeigt sich gerne mal von seiner peppigen Seite. Da spielen das Wetter draußen und die Jahreszeit keine Rolle. Schließlich hat man warme Liebesgefühle ja auch in der kalten, nassen Jahreszeit. Besinnlich wird es für den Chor nach dem Konzert, wenn die Proben für Weihnachten beginnen.
Was erwartet die Besucher am Samstag?
Braunstein: Da unser Konzert vor zwei Jahren sowohl bei den Sängern als auch beim Publikum ein sehr gutes Feedback erhielt, wollte ich darauf aufbauen. Deshalb singen wir auch dieses mal Lieder aus Musical, Chanson, Operette und Oper.
Sie holen sich auch Verstärkung. Wer ist alles mit dabei?
Braunstein: Das Konzert wird eröffnet vom Kinder- und Jugendchor Nesselried unter Leitung von Tobias Götz. Der hervorragende Pianist Thomas Strauss wird den Kirchenchor begleiten und Josef Meyer durch seine solistischen Beiträge auf der Trompete den Konzertabend noch abwechslungsreicher gestalten.
Auch Sie haben einen Solopart...
Braunstein: ... ja, ich werde drei bis vier Stücke aus verschieden Sparten singen. Mal mit chorischer Verstärkung und mal ohne. So zum Beispiel die »Habanera« aus der Oper Carmen mit Chor oder dann ohne Chor oder ein Medley von Edith Piaf.
Was ist das Glanzstück des Abends?
Braunstein: Einen Moment bitte, da muss ich kurz nachzählen. Also Kinder- und Jugendchor werden sieben Glanzstücke zu Gehör bringen und der Kirchenchor plus Solisten sogar 19. – Nein, Spaß beiseite, das kann ich so pauschal nicht sagen. Vielleicht der Sklavenchor aus Nabucco oder zwei Stücke aus der Oper Carmen?.
Rund um die Liebe wurde und wird viel gesungen. Welches ist das schönste Liebeslied?
Braunstein: Auch dies kann ich nicht eindeutig beantworten. Das schönste Liebeslied gibt es sicherlich nicht. Das ist doch rein subjektiv, außerdem hängt das von der momentanen Stimmung ab. Es gibt so unendlich viele, schöne Liebeslieder, klassische, poppige....
Ein Beispiel?
Braunstein: »Don’t let the sun go down on me« von George Michel und Elton John oder »What a wonderful world« von Louis Armstrong... oder aber viele Arien von Puccini – da geht immer mein Herz auf.
Welches Lied fällt Ihnen ein, wenn Sie an Ihre erste große Liebe denken?
Braunstein: Da muss ich spontan an sinnliche argentinische Tangomusik denken, aber an kein spezielles Liebeslied.
Sie sind Musikerin, Ihr Lebensgefährte, Joe Meyer, ist Musiker. Welche Rolle spielt für Sie die Musik in der Liebe?
Braunstein: Wir sind oft gemeinsam musikalisch unterwegs, reden dann viel über diese gemeinsam erlebte Musik, können sie auch wunderbar gemeinsam nachwirken lassen. Die Musik hat uns vor Jahren zusammengeführt und ist sicher auch zum Teil dafür verantwortlich, dass wir diese schöne, intensive Beziehung führen dürfen.

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