02.03.2007
Welche Perspektive für die Bauern? - Klaus Brodbeck beim Landfrauentag
Über 300 Teilnehmerinnen kamen am Mittwochnachmittag zum Ortenauer Landfrauentag in die Schwarzwaldhalle von Appenweier. Landrat Klaus Brodbeck gab eine Stanortbestimmung für die Land- und Forstwirtschaft im Kreis.
 

Die Wein-, Land- und Forstwirtschaft nimmt noch immer eine sehr bedeutsame Rolle in der Ortenau ein. Das betonte Landrat Klaus Brodbeck beim Landfrauen-Nachmittag in Appenweier. Gleichzeitig gebe es jedoch Anlass zur Sorge, fügte er hinzu. Da in den oberen Tallandschaften die Flächen zum Teil zu über 90 Prozent mit Wald bedeckt seien, »wachsen die Täler zu« und würden an Attraktivität für Touristen verlieren. Mit der Viehwirtschaft könne man gegensteuern, so Brodbeck: »Doch benötigen die Landwirte die Hilfe der Politik.«
Abhilfe schaffen könne man durch Dachorganisationen und Netzwerke, die von Erzeugern und Vermarktern getragen werden, betonte der Landrat. Über 50 Prozent der Bevölkerung würde Nahrungsmittel aus der Region bevorzugen. Das neue Markenzeichen »Schwarzwälder Weiderind« hält Brodbeck für ein gutes Mittel. Man müsse erreichen, dass auch junge Leute mit Überzeugung den Beruf des Landwirts ergreifen und dann ihre Fmilie ernähren können.

Die stellvertretende Vorsitzende des Landfrauenverbandes Südbaden, Luise Blattmann, lud die Teilnehmerinnen zu überregionalen Fortbildungsveranstaltungen ein, die mit einem »Haushaltsführerschein« abgeschlossen werden. Karl Silberer, Vizepräsident des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes, forderte wie der Landrat »eine faire Honorierung der Arbeit« und erklärte, dass die jetzt noch gegebene wirtschaftliche Stabilität der Dörfer erhalten bleiben muss.

Hans Lauppe geehrt
Die Organisatorin des Tages, Barbara Hering vom Offenburger Amt für Landwirtschaft, hatte als Referenten Stephan Bischoff von der Universität Stuttgart-Hohenheim gewonnen. Er sprach zum Thema »Lebensmittelallergien – krank durch essen?« und erklärte, dass die Nahrungsmittelunverträglichkeit nur einen geringen Teil der Allergien ausmache. Die meisten kämen über die Atemwege und seien umweltbedingt. Da jede Allergie einen anderen Verlauf habe, komme es auf eine gute Diagnose und Therapie an.

Zum Abschluss wurde Hans Lauppe aus Neumühl durch den Bezirkslandfrauenverband Kehl für seine zahlreichen Verdienste um die Bauern mit einer Erntekrone geehrt.

Eine Erntekrone gab es für Hans Lauppe (Mitte) und seine Frau Sabine (links daneben). Mit im Bild (von links): Doris Hurst, Vorsitzende der Landfrauen von Kehl, Barbara Hering, Landwirtschaftsamt, und Landrat Klaus Brodbeck.
© Hans Kasper


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