20.07.2005
Ligrufa will Kinderhort doch bauen
Der 80-jährige Investor Julian Schleutermann will jedoch nicht unbedingt die Gerichte bemühen
 

Im August beginnt der zweite Bauabschnitt des Objekts »Altenbetreutes Wohnen Römerhof« in Appenweier. Rund ein Jahr werden die Bauarbeiten dauern, dann können die ersten Bewohner einziehen, erklärte Architekt Ottmar Brudy.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier (lö). Nicht ganz rund läuft es mit der geplanten Einrichtung eines Kinderhorts im Rahmen eines dritten Bauabschnitts im »Römerhof«. Das wurde im Rahmen der Bezirksbeiratssitzung am Montag im Rathaus Appenweier deutlich. Ein am Donnerstag eingeworfener Brief der Baubetreuungsgesellschaft »Ligrufa« konnte von der Verwaltung erst am Montag zur Kenntnis genommen werden, da sich die Bediensteten am Freitag auf einem Amtsausflug befanden. Das Schreiben hatte zum Inhalt, dass »Ligrufa«-Geschäftsführer Julian Schleutermann an seiner Absicht, einen Kinderhort einzurichten, festhält.
In einer vorangegangenen Diskussionsrunde mit Einsprechern und Gemeindeverwaltung hatte der 80-jährige Investor erklärt, wegen der Sache nicht vor Gericht ziehen zu wollen. Gerichtliche Auseinandersetzungen drohen ihm allerdings von Anliegern, die »energisch protestieren« und sich vehement gegen einen Kinderhort in ihrer Nachbarschaft aussprechen. Bürgermeister Hansjürgen Stein sah dies als eine mündliche Rücknahme des Bauantrags für einen Kinderhort.
Für ihn sei das jetzt eingegangene Schreiben als neuer Bauantrag zu werten, so Stein. Und für dessen Bearbeitung habe man vor den Sommerferien keine Termine mehr frei. Nach der Sommerpause, und zwar im September, werde er das Thema wieder auf die Tagesordnung setzen. Für die Sitzung am Montag hatte Bürgermeister Stein lediglich eine abschließende Information des Bezirksbeirates über alle Vorgänge angekündigt.
Platz für »Vogelnest«
Das »Vogelnest e.V.«, eine private Kindertageseinrichtung, sucht dringend Räume. Die Nachfrage nach Plätzen sowohl aus den Ortsteilen als auch aus der näheren Umgebung (Offenburg, Kehl, Berghaupten) ist nach wie vor ungebrochen, das »Vogelnest« müsse dringend erweitern. Und das ist im Neubau der »Ligrufa« vorgesehen.
Damit die Leiterin der Einrichtung, Katharina Lating, planen kann, war es für Klemens Sauer unabdingbar, ein Zeichen zu setzen. Er wollte abstimmen lassen, ob sich der Bezirksbeirat mit einem Kinderhort im Römerhof anfreunden könnte. Ersatzweise beantragte er eine Sondersitzung. Die beteiligten »Unternehmen haben ein Anrecht darauf, zu wissen, in welche Richtung die Entscheidungen laufen«, unterstrich Sauer. Für eine Sondersitzung sah Hansjürgen Stein kurz vor seinem Urlaub aus zeitlichen Gründen keine Möglichkeit mehr. Eher billigte er Sauer zu, in der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag nichtöffentlich noch einmal über das Thema zu beraten, um zumindest einen Trend bei den Räten auszumachen.
»Es sollte dann aber keine Rückverweisung in den Bezirksbeirat verlangt werden«, so Stein.
Räume im St. Elisabeth?
Nach einer peniblen Aufzählung aller Vorgänge kam es trotz der nur angekündigten Information zu Diskussionsbeiträgen der Räte, wobei der Bürgermeister dann informierte, dass er mit Brigitte Mans (Pfarrgemeinderats-Vorsitzende) im Gespräch über eine Ersatzlösung für das »Vogelnest« sei. Eine der Möglichkeiten wäre im »St. Elisabeth« in der Bachstraße, war aus gut informierter Quelle zu erfahren.

zurück