14.11.2005
Stein: Die Erinnerung soll wach bleiben
Gestern wurde das Ehrenmal für Gefallene und Vermisste am neuen Standort in Appenweier geweiht


Von: lö

Appenweier (lö). Das Ehrenmal für Gefallene und Vermisste erinnert an die Opfer beider Weltkriege. 207 Namen aus der Appenweierer Bevölkerung stehen auf den Tafeln. Die Erinnerung soll wach bleiben, deshalb wurde es näher zur Kirche, zur Bevölkerung gerückt. Gestern fand die Einweihung am neuen Standort statt.

»Eindrucksvolle Schilderungen von ehemaligen Kriegsteilnehmern haben den Bezirksbeirat überzeugt, dass der neue Standort besser dem Gedenken gerecht werden kann als der bisherige auf dem Friedhof«, sagte Bürgermeister Hansjürgen Stein. »Ohne Josef Grumer«, so Stein, »wäre die Verlegung nie zustande gekommen«, erinnerte der Bürgermeister an die Initiative von Josef Grumer. Diese Initiative, Spenden in Höhe von rund 20 000 Euro zu sammeln, sei ein Musterbeispiel an bürgerschaftlichem Engagement. Auf dieses gemeinsame Engagement könne er als Gemeindeoberhaupt stolz sein. »Ein Mahnmal kann seine Wirkung nur entfalten, wenn es jeden Tag im Blickpunkt steht«, meinte Stein, und bezeichnete den alten Standort in einer Ecke des Friedhofes als ungute Symbolik. Die Verbrechen des Dritten Reichs, die Schrecken des ersten und zweiten Weltkrieges, sollten nicht ins Eck verdrängt werden.

Bei der Einweihungsfeier hallten Böllerschüsse aus einer alten Kanone, die saniert wurde. Sie wurde von ausgebildeten Mitgliedern des Schützenvereins – Uwe Weinacker und Hermann Siefert – gezündet, während die Trachtenkapelle das Lied vom »Guten Kameraden« intonierte.

Während eines Empfangs für die finanziell und ideell engagierten Bürger, der im Bürgersaal des Rathauses stattfand, erinnerte Hansjürgen Stein an fünf Aktionen, die auf Initiative von Josef Grumer in den vergangenen Jahren durchgeführt wurden: die Beleuchtung des Kirchturms, der Gedenkstein für den alten Bahnhof, der Gedenkstein für den unbekannten Soldaten, die Ergänzung des Siegesdenkmals mit einem Adler und zuletzt die nicht billige Versetzung des Mahnmals. »Gemeinde und Bezirksbeirat mussten nur nicken, finanzielle Auswirkungen hatten die Maßnahmen dank der Sammelaktionen von Josef Grumer nicht«.

Josef Grumer, dessen Aktivitäten mit dem Ausscheiden aus dem Gemeinderat keinesfalls erledigt sind, erinnerte an die Gespräche, die er mit den Spendern geführt hatte. Viele Personen hatten die Absicht, das Mahnmal zu versetzen, nicht nur finanziell sondern auch ideell unterstützt.


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