30.12.2004
Es geht kurz, aber heftig »dagege«
Appenweierer Narren stimmen sich in Berlin auf die frühe und kurze Kampagne 2005 ein
 
 
In diesem Winter geht’s Knall auf Fall. Kaum ist »Stille Nacht« verklungen, kann an Silvester die Stimme schon wieder für ein kräftiges »Hoorig isch die Katz« geölt werden. Aschermittwoch fällt auf den 9. Februar, den Fasnachtern bleibt nicht viel Zeit für die kurze Kampagne 2005.
 

Von: Fritz Bierer

Appenweier. Mit einem Auge den Weihnachtsbaum, mit dem anderen das Notebook auf dem Wohnzimmertisch im Visier. »In der linken Hand hatte ich heute Vormittag das Geschenk meines Sohnes (ein Rad-Tourenführer durch Deutschland), mit der anderen tastete ich schnell einen närrischen Gedankenblitz ins Laptop, denn Material für fasentliche Auftritte kann man nie genug haben«. Karl Hansert, Chef der Appenweierer Narrenzunft, war in den vergangenen Tagen mehrmals zwischen »Oh du Fröhliche« und »Narri Narro« hin- und hergerissen. Die Appenweierer Narren haben in diesem Jahr besonders früh die Köpfe zusammengesteckt, um Material und Themen zu sammeln für den Brauchtumsabend in der Schwarzwaldhalle, »Abbewihr im Narrenspiegel« (29. Januar), und für den Umzug. Kein Wunder, denn die närrischen Tage sind 2005 besonders früh und die Kampagne nur kurz.
Aktiver Nachwuchs
»Eine Reise um die Welt« lautet das Motto sowohl für den Brauchtumsabend in der Schwarzwaldhalle als auch eine Woche später, für den örtlichen Umzug am Fasentsonntag (6. Februar). Und Karl Hansert liegt’s am Herzen, dass noch mehr Narrennachwuchs bei diesen beiden Highlights rekrutiert wird. Deshalb hatte er Ende November Elternbeiräte und Lehrkräfte der Schulen im Zunfthaus versammelt und mit ihnen das Motto ausgelotet. Mit Erfolg, so glaubt Hansert, denn es sei ein dankbares Thema – »es werden schon Tänze und Auftritte einstudiert«.
Doch bevor in der Schwarzwaldhalle am 29. Januar ein närrisches Feuerwerk abgebrannt wird, sind 16 Aktive der Zunft drei Tage in der Bundeshauptstadt Berlin vertreten. »Wir haben in der Landesvertretung von Baden-Württemberg im Rahmen eines Besuchs des Ortenauer Narrenbundes (ONB) mit den Sandwängsten und dem traditionellen Rheinländer mehrere Auftritte. Das wird sicher ein stressiges, aber auch sehr interessantes Programm«, freut sich Karl Hansert, der gleichzeitig auch erster Vizepräsident des ONB ist.
Altweiberfasent
Die NZA hat ohnehin nicht nur närrische Auftritte in Appenweier geplant, auch bei befreundeten Fasentzünften in Mietersheim, Kuppenheim oder bei den Narros in Oberkirch ist man präsent, bevor’s dann in der Schwarzwaldhalle »dagege geht«. Närrische Hits in Appenweier sind auch die traditionelle Altweiberfasent am 1. Februar (mit Programm in der Schwarzwaldhalle sowie Athletenhalle, in einem großen Zelt und an den Buden und Ständen entlang der Straße) und der Rathaussturm in den frühen Morgenstunden des Schmutzigen Donnerstags (3. Februar).
Narren wollen Revanche
Und da ist man in Appenweier natürlich besonders gespannt, ob die Narren sich bei Bürgermeister Hansjürgen Stein für die diesjährige »Schlappe« revanchieren können. Denn bekanntlich ließ der Schultes in der Nacht zum »Schmutzigen« den bereits gezierten Narrenbaum, der traditionell vor dem Rathaus platziert wird, um danach das Gemeindeoberhaupt zu entmachten, verschwinden. »Da hat der Stein ganz ordentlich gepunktet«, muss Karl Hansert gestehen. Der Narren-Boss spricht aber auch von viel Glück des Bürgermeisters. »Denn in dem Hof, in dem der Baum geziert gelagert wurde, wachte früher immer ein Schäferhund, aber den gibt es nicht mehr.« Und Hansert ist auch sicher, dass es einen Deal zwischen Hansjürgen Stein und der Geschäftsfrau gegeben hat.
Doch die Revanche soll’s am kommenden »Schmutzigen« geben, so jedenfalls hofft der NZA-Boss. »Denn Spaß muss sein.« Und der ist 2005 nur kurz, denn am 9. Februar (Aschermittwoch) werden Sandwangst und Alde wieder in die Narrenkiste verstaut.

 

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