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Zwischen Appenweier und Lauf geschehen
durchschnittlich weniger Straftaten als im Landkreis – und das bei einer
höheren Aufklärungsquote als in der Ortenau. Dennoch ist die Zahl der
Vergehen im Polizeirevier Achern/Oberkirch deutlich gestiegen. Statistisch
gesehen waren zwei von fünf Delikten Diebstähle.
Von: Matthias Heidinger
Achern/Oberkirch. Die Reform des Polizeireviers Achern/Oberkirch
ist seit dem 1. April weitgehend abgeschlossen. Die Beamten aus Oberkirch,
Kappelrodeck und Renchen bilden nun in Achern eine Einheit, der Bereich
Appenweier ist seit diesem Jahr Kehl zugeordnet. Dadurch haben die Acherner
zehn Prozent weniger Einwohner und 8,5 Prozent weniger Fläche zu betreuen.
Das machten Revierleiter Heinz Rith und sein Stellvertreter Wolfgang Becker
am Donnerstag klar, als sie die Kriminalitätsstatistik 2004 (ohne
Verkehrsunfälle) vorstellten. Mehr Straftaten (plus 18,5 Prozent) bei
konstant hoher Aufklärungsquote (59,2 Prozent) wurden konstatiert. Hinter
Kehl und Offenburg liegt Achern bei den Großen Kreisstädten in der
Kriminalitätsbelastung vor Lahr und Oberkirch, das das mit Abstand geringste
Aufkommen hat. Dabei wurde in Oberkirch verstärkt in der Drogenszene
ermittelt (155 Delikte 2004, 66 in 2003).
Manche Zahlen werden von Delikten, die der Bundesgrenzschutz in Zügen
feststellt, oder die an der Autobahnraststätte Renchtal geschehen, in der
Statistik nach oben gedrückt. 585 der 970 Straftaten in Appenweier gehen
etwa darauf zurück. Und auch die Acherner Zahlen werden durch 189 solcher
Delikte beeinflusst.
Fünf verletzte Beamte
Die Polizei nahm 505 Menschen fest, davon 151 auf behördliche Anweisung, 83
Bürger wurden in Gewahrsam genommen. Fünf Polizisten wurden 2004 im Dienst
verletzt. Der Ausländeranteil bei den Straftätern lag in Achern bei 36,6, in
Oberkirch bei 18,4, in Renchen bei 29,1 und in Appenweier aus den genannten
Gründen bei 74,9 Prozent (Ortenaukreis 39,6 Prozent). Der Anteil der
Spätaussiedler an den Straftätern liegt in den fünf Gemeinden zwischen 4,9
und 14,7 Prozent (Ortenaukreis 10,2 Prozent).
Von den 2700 Tatverdächtigen (Vorjahr 2235) waren 1917 Erwachsene, 373
Heranwachsende, 300 Jugendliche und 110 Kinder. In Oberkirch lag die Anzahl
der unter 21-jährigen Verdächtigen mit 39,1 Prozent über dem Revierschnitt
von 29 Prozent. Heinz Rith führt das auf Ermittlungserfolge zurück.
Schwerpunktermittlungen des Teams »Spritze« im Renchtal, in Kappelrodeck und
Appenweier sind auch für den Anstieg der Rauschgiftdelikte verantwortlich,
die auf 518 anwuchsen (Vorjahr 446). In Renchen und Achern sanken die
Zahlen. Insgesamt wurden 4,5 Kilo Drogen beschlagnahmt.
2250 Diebstähle wurden im Revier begangen (Vorjahr 1839), das sind 40
Prozent aller Delikte. Darunter sind allein 481 gestohlene Fahrräder. Doch
auch Handtaschen in Einkaufswagen oder unabgeschlossene Büroräume seien
begehrte, aber vermeidbare Objekte von Dieben. Statistisch kaum ins Gewicht
fallen die 85 Wohnungseinbrüche (1,5 Prozent) und die 22 Raubdelikte (0,39
Prozent).
Betrunkene Randalierer
326 Körperverletzungen wurden registriert (5,8 Prozent) und 516
Sachbeschädigungen (9,2 Prozent). Speziell bei nächtlichen Heimmärschen
betrunkener Discothekenbesucher würden immer wieder Autos oder
Straßenschilder beschädigt. Die Betreiber der Tanzlokale und auch
Vereinsverantwortliche werden von der Polizei aufgefordert, gewaltbereite
Besucher anzuzeigen, um sie polizeilich zu erfassen.
103 Fälle von Haus- oder Familienstreitereien hat es gegeben (Vorjahr 180),
davon 38 in Achern. »Die rote Karte hat sich bewährt. Wiederholungstäter
bleiben aus«, so Heinz Rith. 157 Straftaten wurden im Umfeld von Schulen
begangen.
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