14.05.2005
Neues Revier mit gewohnten Erfolgen
Die Polizei im Raum Achern/Oberkirch klärt fast 60 Prozent der 2004 begangenen Straftaten auf
 

Zwischen Appenweier und Lauf geschehen durchschnittlich weniger Straftaten als im Landkreis – und das bei einer höheren Aufklärungsquote als in der Ortenau. Dennoch ist die Zahl der Vergehen im Polizeirevier Achern/Oberkirch deutlich gestiegen. Statistisch gesehen waren zwei von fünf Delikten Diebstähle.

Von: Matthias Heidinger

Achern/Oberkirch. Die Reform des Polizeireviers Achern/Oberkirch ist seit dem 1. April weitgehend abgeschlossen. Die Beamten aus Oberkirch, Kappelrodeck und Renchen bilden nun in Achern eine Einheit, der Bereich Appenweier ist seit diesem Jahr Kehl zugeordnet. Dadurch haben die Acherner zehn Prozent weniger Einwohner und 8,5 Prozent weniger Fläche zu betreuen.
Das machten Revierleiter Heinz Rith und sein Stellvertreter Wolfgang Becker am Donnerstag klar, als sie die Kriminalitätsstatistik 2004 (ohne Verkehrsunfälle) vorstellten. Mehr Straftaten (plus 18,5 Prozent) bei konstant hoher Aufklärungsquote (59,2 Prozent) wurden konstatiert. Hinter Kehl und Offenburg liegt Achern bei den Großen Kreisstädten in der Kriminalitätsbelastung vor Lahr und Oberkirch, das das mit Abstand geringste Aufkommen hat. Dabei wurde in Oberkirch verstärkt in der Drogenszene ermittelt (155 Delikte 2004, 66 in 2003).
Manche Zahlen werden von Delikten, die der Bundesgrenzschutz in Zügen feststellt, oder die an der Autobahnraststätte Renchtal geschehen, in der Statistik nach oben gedrückt. 585 der 970 Straftaten in Appenweier gehen etwa darauf zurück. Und auch die Acherner Zahlen werden durch 189 solcher Delikte beeinflusst.
Fünf verletzte Beamte
Die Polizei nahm 505 Menschen fest, davon 151 auf behördliche Anweisung, 83 Bürger wurden in Gewahrsam genommen. Fünf Polizisten wurden 2004 im Dienst verletzt. Der Ausländeranteil bei den Straftätern lag in Achern bei 36,6, in Oberkirch bei 18,4, in Renchen bei 29,1 und in Appenweier aus den genannten Gründen bei 74,9 Prozent (Ortenaukreis 39,6 Prozent). Der Anteil der Spätaussiedler an den Straftätern liegt in den fünf Gemeinden zwischen 4,9 und 14,7 Prozent (Ortenaukreis 10,2 Prozent).
Von den 2700 Tatverdächtigen (Vorjahr 2235) waren 1917 Erwachsene, 373 Heranwachsende, 300 Jugendliche und 110 Kinder. In Oberkirch lag die Anzahl der unter 21-jährigen Verdächtigen mit 39,1 Prozent über dem Revierschnitt von 29 Prozent. Heinz Rith führt das auf Ermittlungserfolge zurück.
Schwerpunktermittlungen des Teams »Spritze« im Renchtal, in Kappelrodeck und Appenweier sind auch für den Anstieg der Rauschgiftdelikte verantwortlich, die auf 518 anwuchsen (Vorjahr 446). In Renchen und Achern sanken die Zahlen. Insgesamt wurden 4,5 Kilo Drogen beschlagnahmt.
2250 Diebstähle wurden im Revier begangen (Vorjahr 1839), das sind 40 Prozent aller Delikte. Darunter sind allein 481 gestohlene Fahrräder. Doch auch Handtaschen in Einkaufswagen oder unabgeschlossene Büroräume seien begehrte, aber vermeidbare Objekte von Dieben. Statistisch kaum ins Gewicht fallen die 85 Wohnungseinbrüche (1,5 Prozent) und die 22 Raubdelikte (0,39 Prozent).
Betrunkene Randalierer
326 Körperverletzungen wurden registriert (5,8 Prozent) und 516 Sachbeschädigungen (9,2 Prozent). Speziell bei nächtlichen Heimmärschen betrunkener Discothekenbesucher würden immer wieder Autos oder Straßenschilder beschädigt. Die Betreiber der Tanzlokale und auch Vereinsverantwortliche werden von der Polizei aufgefordert, gewaltbereite Besucher anzuzeigen, um sie polizeilich zu erfassen.
103 Fälle von Haus- oder Familienstreitereien hat es gegeben (Vorjahr 180), davon 38 in Achern. »Die rote Karte hat sich bewährt. Wiederholungstäter bleiben aus«, so Heinz Rith. 157 Straftaten wurden im Umfeld von Schulen begangen.


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