07.09.2005
Enorme Leistung für kleinen Verein
Vor zehn Jahren hatten Appenweiers Kleintierzüchter beschlossen, ein eigenes Heim zu bauen


Vor genau zehn Jahren erfolgte der erste Spatenstich für das Vereinsheim der Kleintierzüchter in Appenweier. Dem Vorsitzenden Richard Hettig gelang es, mit dem Bau nicht nur den Züchtern ein Heim zu schaffen, das Haus steht breiten Kreisen der Bevölkerung und Vereinigungen in der Region zur Verfügung.

Von: Wolfgang Löhnig

Appenweier. Dicht an dicht gibt es im Vereinsheim der Kleintierzüchter Veranstaltungen. So findet am kommenden Sonntag eine Schau mit Kaninchen der Preisrichter aus Baden statt. Sicher für den Fachmann, aber auch für den Laien eine Veranstaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte, denn die Tiere der Fachleute entsprechen gewiss den höchsten Anforderungen. Im Oktober ist eine Feh-Clubschau geplant und im November findet der Höhepunkt eines jeden Züchterjahres statt: die Lokalschau des Kleintierzuchtvereins C 453 Appenweier. Eine Veranstaltung, die bereits Tradition hat und die am Ende auch Anlass war, ein eigenes Vereinsheim zu bauen.

Richard Hettig erinnert sich: Schon immer fand die Lokalschau am Totensonntag statt, die Schwarzwaldhalle war der Austragungsort. Und das gab immer Stress. Zwei Tage lang war die Halle für den Verein, der sich zu Beginn nur der Kaninchenzucht angenommen hatte, gesperrt.
Diskussionen gab es mit der Schule wegen Einschränkungen des Schulsports, Diskussionen gab es aber auch mit anderen Vereinen, die just zum gleichen Termin die Halle für sich reklamierten. Doch energisch trat Richard Hettig immer wieder für seinen Kaninchenzuchtverein – später Kleintierzuchtverein – ein, schlug so manche Bresche.

Und daran konnte zum Beispiel auch der Athletensportverein Urloffen nichts ausrichten, der just am Totensonntag Endkämpfe um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft bestreiten musste. Wegen der besseren Platzverhältnisse wollte der Verein in die Schwarzwaldhalle umziehen. Die Mittelbadische Presse titelte: »Still vor sich hin mümmelnde Kaninchen verhindern begeisterte Ringerfans«. Trotzdem, Hettig setzte sich durch, die Lokalschau wurde durchgeführt, die Ringer mussten nach Willstätt ausweichen.

All dies gab zu Überlegungen Anlass, sich ein eigenes Vereinsheim zu bauen. Vor allem Richard Hettig, der die Führung des Vereins am 30. April 1975 von Robert Hummel (er wurde Preisrichter) übernahm und sie seither mit nur einer Unterbrechung inne hat, war der Motor zum Bau eines eigenen Heims. 1993 wurden erste Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Siegfried Götz über das Grundstück geführt.

Stattlicher Grundstock
Gespräche bis hinauf zum Landwirtschaftsminister Gerhard Weisser waren erforderlich, um die Finanzierung des Vereinsheims zu gewährleisten, blickt Hettig zurück. Die Gemeinde tat das Ihrige dazu, und ein stattlicher Grundstock war auf dem Konto des Vereins.

Gebaut wurde das Heim mit rund 100 Quadratmetern, 180 Quadratmeter Ausstellungsfläche kamen hinzu. Außer den Zimmermannsarbeiten für das Dach wurde alles in Eigenleistung erledigt, versicherte der Vorsitzende nicht ohne Stolz. Heute ist das Gebäude mit 250 000 Euro bei der Versicherung gelistet, eine enorme Leistung für den eher kleinen Verein.

Als Hettig den von August Meidinger 1924 gegründeten Verein übernommen hatte, gab es 25 Züchter, die ihr Hobby ausüben wollten. Heute sind es 50. Darunter sind acht Jugendzüchter, die sich überwiegend rege für die Zucht einsetzen. Heute kommen die Mitglieder aus den Ortsteilen, aber auch von auswärts, informierte Hettig über den dem Kreisverband Kehl angeschlossenen Verein.

Schriftführerin Andrea Wiedemer sorgt für die Organisation zahlreicher Veranstaltungen in Appenweier, Mechthilde Hettig für das leibliche Wohl der Gäste, die vom Bodensee bis nach Mannheim immer wieder gern in Appenweier einkehren, in einem »der schönsten Kleintierzüchter-Vereinsheime Badens«.


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