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Vor genau zehn Jahren erfolgte der erste Spatenstich für das Vereinsheim der
Kleintierzüchter in Appenweier. Dem Vorsitzenden Richard Hettig gelang es,
mit dem Bau nicht nur den Züchtern ein Heim zu schaffen, das Haus steht
breiten Kreisen der Bevölkerung und Vereinigungen in der Region zur
Verfügung.
Von: Wolfgang Löhnig
Appenweier. Dicht an dicht gibt es im Vereinsheim der Kleintierzüchter
Veranstaltungen. So findet am kommenden Sonntag eine Schau mit Kaninchen der
Preisrichter aus Baden statt. Sicher für den Fachmann, aber auch für den
Laien eine Veranstaltung, die man sich nicht entgehen lassen sollte, denn
die Tiere der Fachleute entsprechen gewiss den höchsten Anforderungen. Im
Oktober ist eine Feh-Clubschau geplant und im November findet der Höhepunkt
eines jeden Züchterjahres statt: die Lokalschau des Kleintierzuchtvereins C
453 Appenweier. Eine Veranstaltung, die bereits Tradition hat und die am
Ende auch Anlass war, ein eigenes Vereinsheim zu bauen.
Richard Hettig erinnert sich: Schon immer fand die Lokalschau am
Totensonntag statt, die Schwarzwaldhalle war der Austragungsort. Und das gab
immer Stress. Zwei Tage lang war die Halle für den Verein, der sich zu
Beginn nur der Kaninchenzucht angenommen hatte, gesperrt.
Diskussionen gab es mit der Schule wegen Einschränkungen des Schulsports,
Diskussionen gab es aber auch mit anderen Vereinen, die just zum gleichen
Termin die Halle für sich reklamierten. Doch energisch trat Richard Hettig
immer wieder für seinen Kaninchenzuchtverein – später Kleintierzuchtverein –
ein, schlug so manche Bresche.
Und daran konnte zum Beispiel auch der Athletensportverein Urloffen
nichts ausrichten, der just am Totensonntag Endkämpfe um die Deutsche
Mannschaftsmeisterschaft bestreiten musste. Wegen der besseren
Platzverhältnisse wollte der Verein in die Schwarzwaldhalle umziehen. Die
Mittelbadische Presse titelte: »Still vor sich hin mümmelnde Kaninchen
verhindern begeisterte Ringerfans«. Trotzdem, Hettig setzte sich durch, die
Lokalschau wurde durchgeführt, die Ringer mussten nach Willstätt ausweichen.
All dies gab zu Überlegungen Anlass, sich ein eigenes Vereinsheim zu
bauen. Vor allem Richard Hettig, der die Führung des Vereins am 30. April
1975 von Robert Hummel (er wurde Preisrichter) übernahm und sie seither mit
nur einer Unterbrechung inne hat, war der Motor zum Bau eines eigenen Heims.
1993 wurden erste Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Siegfried Götz
über das Grundstück geführt.
Stattlicher Grundstock
Gespräche bis hinauf zum Landwirtschaftsminister Gerhard Weisser waren
erforderlich, um die Finanzierung des Vereinsheims zu gewährleisten, blickt
Hettig zurück. Die Gemeinde tat das Ihrige dazu, und ein stattlicher
Grundstock war auf dem Konto des Vereins.
Gebaut wurde das Heim mit rund 100 Quadratmetern, 180 Quadratmeter
Ausstellungsfläche kamen hinzu. Außer den Zimmermannsarbeiten für das Dach
wurde alles in Eigenleistung erledigt, versicherte der Vorsitzende nicht
ohne Stolz. Heute ist das Gebäude mit 250 000 Euro bei der Versicherung
gelistet, eine enorme Leistung für den eher kleinen Verein.
Als Hettig den von August Meidinger 1924 gegründeten Verein übernommen
hatte, gab es 25 Züchter, die ihr Hobby ausüben wollten. Heute sind es 50.
Darunter sind acht Jugendzüchter, die sich überwiegend rege für die Zucht
einsetzen. Heute kommen die Mitglieder aus den Ortsteilen, aber auch von
auswärts, informierte Hettig über den dem Kreisverband Kehl angeschlossenen
Verein.
Schriftführerin Andrea Wiedemer sorgt für die Organisation zahlreicher
Veranstaltungen in Appenweier, Mechthilde Hettig für das leibliche Wohl der
Gäste, die vom Bodensee bis nach Mannheim immer wieder gern in Appenweier
einkehren, in einem »der schönsten Kleintierzüchter-Vereinsheime Badens«.
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