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Als »Zeichen des Dankes und der Anerkennung für all jene, die
sich stark für die Gesamtgemeinde einsetzen und die Appenweier voranbringen«
hatte Bürgermeister Hansjürgen Stein gestern Vertreter des öffentlichen
Lebens zum Neujahrsempfang geladen. Unter den Gästen war auch eine
Delegation aus Montlouis sowie Steins Freund, Frederic Gellert, vom
Staatsministerium in Stuttgart.
Von: Fritz Bierer
Appenweier. »2004 war für uns ein gutes Jahr und ich bin
mir sicher, dass auch 2005 ein gutes Jahr werden wird«, sagte Bürgermeister
Hansjürgen Stein im Bürgersaal des Rathauses, als er eine Reihe von
Maßnahmen Revue passieren ließ – darunter den Bau des Altenpflegeheims in
Urloffen, die Sanierungsarbeiten am St.-Martin- und den Endausbau des
Schauenburg-Kindergartens, den Umbau der Ortsdurchfahrt (B 3), den Endausbau
des Baugebietes »Mittelfeld«, die Großinvestition Wasserwerk Effentrich und
natürlich die Kommunalwahlen, bei denen nach 40 Jahren aktiver
Kommunalpolitik das »Urgestein« Josef Grumer verabschiedet wurde. »Seine
Beiträge sind Legende, seine Verdienste aufzuzählen, würde bis in den Abend
reichen. Ganze Generationen sind aufgewachsen, für die es selbstverständlich
war, der Grumer Sepp ist Gemeinderat, was sonst«, würdigte der Schultes die
Persönlichkeit und Tatkraft Grumers. Weitere Maßnahmen in 2004 war der
Endausbau des Gebietes »Winkel Süd« und »keine Neujahrsrede ohne
Kläranlage«, scherzte Stein, der mit nackten Zahlen jonglierte: 5,4
Millionen Euro Baukosten, 1,86 Millionen Euro erwarteter Zuschuss sowie der
gewaltige Gemeinde-Eigenanteil in Höhe von 3,54 Millionen Euro.
Arroganz der Macht
Stein erinnerte aber auch an das gute Ergebnis für die Gemeinde bei der
Polizeipostenreform – der Appenweierer Posten wurde mit den Beamten aus
Willstätt auf acht aufgestockt und dem Revier Kehl zugeordnet. »Leider haben
nicht alle die gleiche Einsicht, dass Appenweier ein hervorragender Standort
ist. Trotz meiner heftigsten Interventionen und Protestaktionen der Bürger
hat die Deutsche Post AG die mit eigenem Personal betriebene Filiale
Appenweier geschlossen. Ohne Wenn und Aber haben wir Bürger die Arroganz der
Macht zu spüren bekommen«, kritisierte Stein zum wiederholten Mal das
Filialschließungs-Konzept.
»Auch wenn uns Kommunen immer weniger Geld zur Verfügung gestellt wird –
Appenweier macht etwas damit.« Mit diesem Satz als Einleitung blickte das
Gemeindeoberhaupt auf die kommenden zwölf Monate. »Ein Jahr, in dem große
Investitionen getätigt werden. Wir nutzen die Rücklagen für die Dinge, für
die sie angelegt wurden und investieren in Werte – und nicht wie der Bund in
den Konsum.«
Pflicht-Investitionen
Stein vermutet jedoch, dass 2005 ein hartes Jahr wird. Man müsse die
Reserven angreifen. Aber es sei die Pflicht, als Kommune zu investieren,
gerade in Zeiten der zarten Wirtschaftserholung. »Denn«, so fragte Stein,
»wo soll das Geld herkommen, mit dem die Unternehmen wiederum Löhne
bezahlen?« Der Schultes ist überzeugt, dass sich Gemeinderat und Verwaltung
in den letzten Jahren vorbildlich verhalten haben, »wir haben investiert –
und dadurch viel Geld gespart durch günstige Ausschreibungen und durch die
letzte Chance, noch für irgend etwas Zuschüsse vom Land zu bekommen«. Denn
damit werde sehr bald Schluss sein, prognostizierte Hansjürgen Stein.
Ein Ster Holz
Für den verhinderten Bürgermeisters Jean-Jaques Filieul überbrachte dessen
Vertreterin Nicole Charrault charmant die Grüße der Partnerstadt
Montlouis-sur-Loire aus Frankreich. Ebenso wie der Vorsitzende des
Freundschaftskreises, Jean-Michel Moity-Blanchard, erinnerte sie an 30 Jahre
gelebte Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden und versprach: »Zur
großen Feier vom 26. bis 29. August werden viele Menschen aus Montlouis nach
Appenweier kommen.« Für Moity-Blanchard ist das Jubiläum gleichzeitig »ein
Neuanfang mit einer neuen Generation«.
Originell waren die Präsente, die Richard Hettich, Sprecher der Appenweierer
Vereine, Bürgermeister Stein als Dank für die gute Arbeit überreichte: einen
Ster Holz und eine Flasche »guten Geist«.
Der Konter des Gemeindeoberhauptes kam spontan: »Ihr könnt nächstes Jahr das
ganze noch toppen, indem ihr mir den Ster Holz sägt und danach noch
spaltet.« |