Stefan Brudy hat es geschafft. Bei seinem zweiten Start bei einer
deutschen Meisterschaft im Wettpflügen holte er sich nun in
Mecklenburg-Vorpommern den Titel bei den Beetpflügern. Damit hat
sich der Appenweierer Landwirt auch für die nächstes Jahr in Litauen
stattfindenden Weltmeisterschaften qualifiziert.VON NICOLE
RENDLER
Appenweier. Bereits vor einigen Wochen hat der Appenweierer
Stefan Brudy damit begonnen, sich auf seine Teilnahme an der
deutschen Meisterschaft vorzubereiten. Stets an seiner Seite war
dabei der Willstätter Erfolgstrainer Hans Hörnel, der in
Mecklenburg-Vorpommern einen besonderen Hattrick landete. Denn alle
drei von ihm trainierten Aktiven haben sich auf vordersten Plätzen
behauptet. Diesem Erfolg war viel Arbeit vorausgegangen. So
trainierten die Ortenauer selbst in Iffezheim, da die dortigen
sandigen Böden am ehesten den Gegebenheiten an der Ostsee
entsprechen.
Sonderpreis
Nun zeigte sich Stefan Brudy top in Form, der in der Kategorie
der Beetpflüger an den Start gegangen war und für das aus Theorie
und Praxis beste Ergebnis aller knapp 50 teilnehmenden Aktiven in
beiden Kategorien sogar einen Sonderpreis erhielt. Damit tritt er in
die Fußstapfen des bislang besten Ortenauer Pflügers, dreifachen
deutschen Meisters und Bronzemedaillengewinners bei der WM in
Kanada, Thomas König aus Willstätt, der neben rund 20 weiteren Fans
und Helfern einige Tage in den Osten der Republik gefahren war, um
mit seiner Erfahrung weiterhelfen zu können. Dass dies bestens
geglückt ist, zeigen auch die beiden Vizemeistertitel von Sebastian
Hochwald (Beetpflügen) aus Willstätt und Hubert Rendler
(Drehpflügen) aus Windschläg, die nun gemeinsam 2008 zur WM in
Österreich fahren können. Der vierte Pflüger aus Baden-Württemberg
war auf einen neunten Platz gefahren.
Mit einem großen Empfang im Feuerwehrhaus in Appenweier würdigten
jetzt Vertreter aus Politik und Landwirtschaft die am gleichen Tag
heimgekehrten Aktiven. Hartmut Reichenbach, 2. Vorsitzender der
Pflügergemeinschaft Ortenau, würdigte den immensen Zeit- und
Arbeitsaufwand, den jeder der Beteiligten habe aufbringen müssen.
Das Abschneiden der Baden-Württemberger führte er auch auf die gute
Basisarbeit zurück, die in Baden schon bei der Landjugend beginne.
Rainer Moritz, Leiter des Landwirtschaftsamtes Offenburg, sieht in
dem deutschen Meister und den beiden Vizemeistern »einen Erfolg für
die Landwirtschaft im Ortenaukreis« und betonte die Wichtigkeit,
»dass solche Zeichen gesetzt werden«.
Noch nie erlebt
Der Vizepräsident des badischen landwirtschaftlichen
Hauptverbandes, Karl Silberer, stellte fest: »Das hat man noch nie
erlebt in der Ortenau. Die Pflüger sind unser Aushängeschild.«
Besonders würdigte er aber auch Hans Hörnel als »Vater des Erfolges
und Meistermacher.«
»Sympathie- und Imageträger« der Region nannte Marianne Anselm,
Vorsitzende des Südbadischen Landfrauenverbandes, die Titelträger.
Als gewohnt guter Redner bewies sich wieder einmal Appenweiers
Bürgermeister Hansjürgen Stein, der den Erfolg zum Jubel der
Anwesenden auf den Punkt brachte: »Deutschland braucht Baden.« |