10.05.2005
»Noch mehr Service für die Bürger«
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Polizeiposten eingeweiht / Appenweier nach 32 Jahren wieder ins Polizeirevier Kehl eingegliedert

Gestern Vormittag wurde der Polizeiposten Appenweier offiziell eingeweiht. Bereits im April waren die Beamten aus Willstätt in das nun gemeinsame Dienstgebäude eingezogen.

Von: Kerstin Handsteiner

Appenweier/Willstätt. »Noch mehr Service für die Bürger« versprach Jürgen Neff, Leiter des Polizeireviers Kehl, gestern Vormittag bei der offiziellen Einweihung des umgebauten Polizeipostens in Appenweier und verwies auf verlängerte Öffnungszeiten (»vier Stunden mehr pro Tag«) und personelle Verstärkung für den Bereich Appenweier-Willstätt (»eine Stelle mehr«).
»Nach 32 Jahren ist nun Appenweier wieder organisatorisch an das Polizeirevier Kehl angeschlossen«, so Neff. Bereits vor der Gemeindereform von 1973 habe Appenweier nämlich zu dem Dienstbereich gehört. Neffs Revier habe sich nun durch die erneute Eingliederung Appenweiers um ein Fünftel vergrößert, so dass fast 10 000 Bürger mehr zu betreuen seien.
Zwei Gewinner
»Bei einer Reform gibt es in der Regel einen, der gewinnt und einen anderen, der verliert«, sagte Willstätts Bürgermeister Artur Kleinhans und war überzeugt: »Appenweier ist zwar Hauptgewinner, aber wir in Willstätt sind auch Gewinner.« Kleinhans verwies auf anfängliche Befürchtungen in Willstätt, man erleide »einen Verlust an der Infrastruktur«, zeigte sich aber zuversichtlich, dass »tatsächlich eintritt, was man sich von der Reform erwartet«. Insgesamt wünschte er sich weiterhin Polizeipräsenz in seiner Gemeinde, vor allem an den »berüchtigten Brennpunkten«.
Dass Willstätt keinen Nachteil erleidet, sah auch Appenweiers Bürgermeister Hansjürgen Stein so und freute sich: »Mit der Polizeireform ging auch ein Aufbau der Personalstruktur einher. Mehr Polizisten für unseren Großraum, damit wurde eine alte Forderung endlich zum Teil berücksichtigt.« Als »Idealfall« bezeichnete Stein das Gebäude, da am bisherigen Standort weitere Räume dazubekommen werden konnten. Insgesamt hätten der Gemeinde Umbau und Renovierung 40 000 Euro gekostet.
Gemeinsame Einsätze
Als nunmehr »Gast« sprach Heinz Rith, Leiter des Polizeireviers Achern-Oberkirch, dem Appenweier bislang angehörte, Grußworte, ließ aber keine Zweifel offen, dass man auch künftig Einsätz gemeinsam zu bewältigen habe – so etwa am 9. Juli bei der Tour de France.
»Ich habe mich anfangs auf der Verliererseite gefühlt«, gestand schließlich Helmut Breithaupt-Menser, ehemaliger Leiter des Willstätter Postens und nun Stellvertreter in Appenweier. In den vergangenen Tagen habe sich allerdings »alles zum Besseren gewendet«.

Der neue Polizeiposten
Durch die Verwaltungsreform des Landes Baden-Württemberg wurden die bislang selbstständigen Polizeiposten Appenweier und Willstätt mit 1. April zusammengelegt und Appenweier in das Polizeirevier Kehl eingegliedert. Die Beamten aus Willstätt sind bereits am 12. April in das nun gemeinsame Dienstgebäude in der Ortenauer Straße 40 in Appenweier eingezogen. Dieses hat verlängerte Öffnungszeiten – und zwar von Montag bis Freitag, 6.30 bis 19.30 Uhr (bisher 7.30 bis 16.30 Uhr). Nach 19.30 Uhr bzw. an den Wochenenden ist der Posten geschlossen. Das Gebiet Appenweier-Willstätt wird dann durch den Streifendienst des Polizeireviers Kehl versorgt.
Der Bereich Appenweier (bisher vier Beamte) und Willstätt (bisher drei Beamte) wurde personell um eine Stelle verstärkt. Leiter des Polizeipostens ist Polizeihauptkommissar Hermann Rau, Stellvertreter Polizeioberkommissar Helmut Breithaupt-Menser. keh

 


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