Polizeiposten eingeweiht / Appenweier nach 32 Jahren wieder ins
Polizeirevier Kehl eingegliedert
Gestern Vormittag wurde der Polizeiposten Appenweier offiziell
eingeweiht. Bereits im April waren die Beamten aus Willstätt in das nun
gemeinsame Dienstgebäude eingezogen.
Von: Kerstin Handsteiner
Appenweier/Willstätt. »Noch mehr Service für die Bürger« versprach Jürgen
Neff, Leiter des Polizeireviers Kehl, gestern Vormittag bei der offiziellen
Einweihung des umgebauten Polizeipostens in Appenweier und verwies auf
verlängerte Öffnungszeiten (»vier Stunden mehr pro Tag«) und personelle
Verstärkung für den Bereich Appenweier-Willstätt (»eine Stelle mehr«).
»Nach 32 Jahren ist nun Appenweier wieder organisatorisch an das
Polizeirevier Kehl angeschlossen«, so Neff. Bereits vor der Gemeindereform
von 1973 habe Appenweier nämlich zu dem Dienstbereich gehört. Neffs Revier
habe sich nun durch die erneute Eingliederung Appenweiers um ein Fünftel
vergrößert, so dass fast 10 000 Bürger mehr zu betreuen seien.
Zwei Gewinner
»Bei einer Reform gibt es in der Regel einen, der gewinnt und einen anderen,
der verliert«, sagte Willstätts Bürgermeister Artur Kleinhans und war
überzeugt: »Appenweier ist zwar Hauptgewinner, aber wir in Willstätt sind
auch Gewinner.« Kleinhans verwies auf anfängliche Befürchtungen in
Willstätt, man erleide »einen Verlust an der Infrastruktur«, zeigte sich
aber zuversichtlich, dass »tatsächlich eintritt, was man sich von der Reform
erwartet«. Insgesamt wünschte er sich weiterhin Polizeipräsenz in seiner
Gemeinde, vor allem an den »berüchtigten Brennpunkten«.
Dass Willstätt keinen Nachteil erleidet, sah auch Appenweiers Bürgermeister
Hansjürgen Stein so und freute sich: »Mit der Polizeireform ging auch ein
Aufbau der Personalstruktur einher. Mehr Polizisten für unseren Großraum,
damit wurde eine alte Forderung endlich zum Teil berücksichtigt.« Als
»Idealfall« bezeichnete Stein das Gebäude, da am bisherigen Standort weitere
Räume dazubekommen werden konnten. Insgesamt hätten der Gemeinde Umbau und
Renovierung 40 000 Euro gekostet.
Gemeinsame Einsätze
Als nunmehr »Gast« sprach Heinz Rith, Leiter des Polizeireviers
Achern-Oberkirch, dem Appenweier bislang angehörte, Grußworte, ließ aber
keine Zweifel offen, dass man auch künftig Einsätz gemeinsam zu bewältigen
habe – so etwa am 9. Juli bei der Tour de France.
»Ich habe mich anfangs auf der Verliererseite gefühlt«, gestand schließlich
Helmut Breithaupt-Menser, ehemaliger Leiter des Willstätter Postens und nun
Stellvertreter in Appenweier. In den vergangenen Tagen habe sich allerdings
»alles zum Besseren gewendet«.
Der neue Polizeiposten
Durch die Verwaltungsreform des Landes Baden-Württemberg wurden die bislang
selbstständigen Polizeiposten Appenweier und Willstätt mit 1. April
zusammengelegt und Appenweier in das Polizeirevier Kehl eingegliedert. Die
Beamten aus Willstätt sind bereits am 12. April in das nun gemeinsame
Dienstgebäude in der Ortenauer Straße 40 in Appenweier eingezogen. Dieses
hat verlängerte Öffnungszeiten – und zwar von Montag bis Freitag, 6.30 bis
19.30 Uhr (bisher 7.30 bis 16.30 Uhr). Nach 19.30 Uhr bzw. an den
Wochenenden ist der Posten geschlossen. Das Gebiet Appenweier-Willstätt wird
dann durch den Streifendienst des Polizeireviers Kehl versorgt.
Der Bereich Appenweier (bisher vier Beamte) und Willstätt (bisher drei
Beamte) wurde personell um eine Stelle verstärkt. Leiter des Polizeipostens
ist Polizeihauptkommissar Hermann Rau, Stellvertreter Polizeioberkommissar
Helmut Breithaupt-Menser. keh
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