Gestern, kurz vor 12 Uhr, wurde die Postbankagentur am Kirchplatz in
Appenweier von einem – bis Redaktionsschluss – unbekannten, bewaffneten Mann
überfallen. Dem Täter gelang trotz sofort eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen
der Polizei die Flucht.
Von: red/keh
Appenweier (red/keh). Es war nach Auskunft der Polizei kurz vor 12 Uhr,
als die Postbankagentur am Kirchplatz von einem dunkel gekleideten und mit
einer Motorradunterziehhaube maskierten Mann betreten wurde.
Zu diesem Zeitpunkt war die 24-jährige Angestellte alleine in der Filiale.
Sie führte gerade ein Telefongespräch, das unter Vorhalt einer
silberfarbenen Pistole jäh unterbrochen wurde. Der unbekannte, etwa 175 cm
große Täter drohte mit der Waffe und forderte mit einem nicht bestimmbaren
Akzent oder Dialekt Bargeld. Der Angestellten blieb nichts anderes übrig,
als der Drohung nachzugeben und dem Täter den Inhalt der Kasse – mehrere
tausend Euro – in eine mitgeführte beigefarbene Stofftasche zu verstauen.
Danach forderte der Mann sein Opfer auf, sich auf den Boden zu legen und
flüchtete aus der Postfiliale.
Wie die ersten Ermittlungen der Polizei ergaben, flüchtete der Täter
zunächst zu Fuß. Er wurde von Zeugen beobachtet, wie er einen schmalen Weg
hinter dem Haus der Praxis Dr. Romier entlangging. Danach verlor sich seine
Spur.
Bei der Fahndung nach dem Bankräuber setzte die Polizei auch einen
Polizeihubschrauber ein und richtete Straßenkontrollstellen ein, dennoch
gelang dem Täter die Flucht.
Nichts mitbekommen
»Ich hab’ davon überhaupt nichts mitbekommen«, erzählte gestern Nachmittag
Sabrina Merck im Gespräch mit der Mittelbadischen Zeitung. Sie arbeitet nur
wenige Meter von der Postagentur entfernt in dem Versicherungsbüro auf der
anderen Seite der Straße. Erst als die Polizisten im Laden aufgetaucht
seien, habe sie von dem Überfall erfahren. »Als ich in der Mittagspause nach
Hause ging, fuhr ein Riesenpolizeiaufgebot durch den Ort«, berichtet
Marianne Marzluf, Chefsekretärin im Rathaus, und von einem Hubschrauber, der
»sehr tief« über Appenweier kreiste. Polizeikontrollen bekamen die
Autofahrer zu spüren. Einer davon ist Kevin Bierer: »Ich musste etwas nach
Offenburg ausliefern, gleich nach dem Ortsausgang hielt mich die Polizei
an.« Zurück in Appenweier, führte den 20-Jährigen sein Weg am Tatort vorbei
und prompt wurde er nochmals von der Kriminalpolizei angehalten: »Plötzlich
hielt mir einer seine Marke unter die Nase und wollte meinen Ausweis sehen.«
Zeugen gesucht
Laut Pressemitteilung der Polizei trug der Räuber eine dunkle Hose und
schwarze Halbschuhe. Er hatte eine dunkelblaue, hüftlange Jacke mit
Reißverschluss an und war maskiert mit einer schwarzen Unterziehhaube mit
Sehschlitzen. Bei der Waffe handelte es sich um eine silberfarbene Pistole
mit langem Lauf. Wer Hinweise geben kann oder den Mann vor oder nach der Tat
beobachtet hat, soll sich bei der Kriminalpolizei Offenburg, π 0781-210,
melden.
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